Löwe mit Schwächen

Der Seat Leon fällt schon beim ersten Pflichtcheck auf

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Sportlicher Spanier: Den kompakten Leon zeichnet die VW-Tochter in der Regel dynamischer als die jeweilige Golf-Basis. Foto: Seat

Der Seat Leon ist ein Kompaktwagen, der vor allem mit seinen sportlichen Fahreigenschaften überzeugt. Als Gebrauchter offenbart er aber auch Schwächen - und das zum Teil schon bei der ersten Hauptuntersuchung.

Berlin (dpa/tmn) - Leon heißt Löwe, und den Löwenanteil beim Absatz sichert sich das auf dem VW Golf basierende Kompaktmodell bei der spanischen Tochter Seat schon einmal. Viele Einheiten, ja.

Weniger bissig ist der Leon bei der Zuverlässigkeit. Mit der Tüv-Standfestigkeit ist es nicht allzu weit her. Dabei gibt es mit den beiden betrachteten Generation ab 2005 Abstufungen in der Haltbarkeit.

- Modellhistorie: Die zweite Generation löste den ersten, seit 1998 gebauten Leon im Jahr 2005 ab; Modellpflege mit erweiterter Motorenpalette 2009. Generation Nummer drei ist seit 2012 bei den Händlern (Facelift zum Modelljahr 2017).

- Abmessungen (LxBxH): Leon II: 4,32 m x 1,77 m x 1,46 m; Leon III: 4,26 m bis 4,55 m x 1,82 m x 1,43 m bis 1,46 m; Kofferraumvolumen: Leon II: 341 l bis 1166 l; Leon III: 380 l bis 1150 l (Dreitürer SC); 380 bis 1210 l (Fünftürer), 587 l bis 1470 l (Kombi ST). Die Erdgasversionen haben einen kleineren Stauraum.

- Karosserievarianten: Den Leon II gibt es ausschließlich als Fünftürer, mit dem Nachfolger kamen der Kombi ST und das dreitürige Coupé SC hinzu sowie der X-Perience als höhengelegte Variante.

- Stärken: Der Leon tritt sportlicher auf als der Golf. Man sieht es schon an der schärfer geschnittenen Karosserie und spürt es vor allem beim Coupé SC mit verkürztem Radstand in der Cupra-Sportversion. Achsen und Lenkung sind laut "Auto Bild Tüv Report 2019" bis ins hohe Alter zuverlässig. Erst bei der dritten Hauptuntersuchung (HU) geben Bremsscheiben und -schläuche überdurchschnittlich oft Anlass zu Kritik. Die übrigen Bremsbauteile bleiben weiterhin unauffällig. Grundsätzlich schneidet Nummer drei bei der HU deutlich besser ab.

- Schwächen: Bei der HU ist selbst der neuere Leon oft ein Wackelkandidat - schon beim ersten Pflichtcheck schwächelt er recht oft mit mängelbehafteten Achsfedern und Dämpfern, auch die vordere Beleuchtung wird bereits so früh recht oft bemängelt. Bei der Auspuffanlage sehen die Prüfer ab der dritten HU oft rot.

- Pannenverhalten: Der ADAC attestiert dem Leon einen Platz im vorderen Mittelfeld der hauseigenen Pannenstatistik, vereinzelte Modelle schnitten auch gut ab. Hauptgrund für Einsätze am Straßenrand sind defekte Batterien bei Autos von 2010, 2013 und 2014. Hilfe forderten Fahrer ebenfalls an wegen streikender Zündkabel (2011 und 2012), Abgasrückführungen (2010 und 2011) oder kaputter Einspritzdüse (2011). Bei Autos von 2009 und 2011 streikte öfters der ganze Motor.

- Motoren: Benziner: Drei- und Vierzylinder von 63 kW/86 PS bis 228 kW/310 PS; Diesel: Vierzylinder mit 66 kW/90 PS bis 135 kW/184 PS. Der Leon III wird auch mit einem Erdgasmotor gebaut, das TGI-Aggregat gibt 81 kW/110 PS ab. Vom Leon II gibt es eine LPG-Variante mit 72 kW/98 PS im Autogasbetrieb.

- Marktpreise (laut "DAT Marktspiegel" der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern): - Leon SC 1.4 TSI (2014); 92 kW/125 PS (Vierzylinder); 70.000 Kilometer; 10.850 Euro. - Leon ST 1.2 TSI (2016); 81 kW/110 PS (Vierzylinder); 44.000 Kilometer; 11.750 Euro. - LEON 2.0 TFSI Cupra R (2012, Fünftürer); 195 kW/265 PS (Vierzylinder); 95.000 Kilometer; 13.050 Euro.

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