Leitfaden

Sicher fahren auch im Alter: So lange können Senioren mit dem Auto unterwegs sein

Sicher fahren auch im Alter: So lange können Senioren mit dem Auto unterwegs sein
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Autofahren kann besonders für Senioren herausfordernd sein.

Senioren am Steuer müssen auf Ihre eigene Sicherheit und anderer Verkehrsteilnehmer besonders achtgeben. Ein Leitfaden für ältere Auto-Fahrer.

  • Gerade im höheren Alter kann das Autofahren zu einer Herausforderung werden.
  • Senioren sollten daher ihre Fahrtüchtigkeit hin und wieder hinterfragen.
  • Dafür eignet sich der Leitfaden der Alzheimer Forschung am besten.

Das Auto ist ein Grundbestandteil unserer individuellen Mobilität. Für jeden Auto-Fahrer muss die Sicherheit oberste Priorität haben, in Wahrheit kennt aber nicht jeder alle Verkehrsregeln - etwa beim Grünpfeil an der Ampel*.

Doch besonders im höheren Alter stellen sich folgende Fragen: Was, wenn die Fahrkompetenz nachlässt? Wie können Senioren ihr Fahrkönnen realistisch einschätzen? Was können Angehörige tun, wenn sie der Meinung sind, dass die Sicherheit hinterm Steuer nicht mehr garantiert ist?

Die Alzheimer Forschung hat dazu den Ratgeber "Sicher fahren im Alter" herausgegeben – nachfolgend der Leitfaden für ältere Automobilisten und für ihre Angehörigen.

1. Gesundheitliche Probleme beeinträchtigen Auto-Fahrer im höheren Alter

Oft schleichen sich gesundheitliche Probleme eher unbemerkt in unser Leben. Die Sehkraft lässt nach, die Muskeln sind nicht mehr so stark und Gelenke werden steifer, man hört nicht mehr alles gut oder überblickt komplizierte Situationen im Verkehr nicht mehr. Auch die Wirkung von Medikamenten darf nicht unterschätzt werden.

Am besten hilft ein offenes Gespräch mit dem Arzt, der auch eine Einschätzung zur Fahrtauglichkeit geben kann. Demenz-Patienten fallen oft weniger durch unsichere Fahrweise auf als vielmehr durch Orientieriungsprobleme.

2. Sicherheitstipps für Senioren am Steuer

Ältere Autofahrer sollten gemeinsam mit ihrer Familie oder Freunden Strategien für sicheres Fahren entwickeln. Dazu gehört zum Beispiel, Berufsverkehr zu meiden, bevorzugt bekannte Strecken zu fahren, bei der Routenwahl mögliche Problemstellen wie Autobahnauffahrten, kompliziert gestaltete Kreuzungen oder Linksabbiegerspuren auszuschließen. Bei Automobilclubs oder dem TÜV gibt es auch spezielle Fahrtrainings für Senioren.

3. Selbsteinschätzung

Im Selbsttest kann man sein Fahrverhalten kritisch hinterfragen:

  • Verliere ich beim Fahren die Orientierung?
  • Werde ich auf unbekannten Straßen oder im dichten Verkehr nervös?
  • Werde ich öfter angehupt?
  • Habe ich Probleme, Situationen an Kreuzungen zu überblicken (Verkehrszeichen, andere Verkehrsteilnehmer, Vorfahrtsregelung)?
  • Fällt es mir schwer, den Kopf zu drehen und über die Schulter zu blicken?
  • Passierten mir in letzter Zeit mehrere kleine oder Beinahe-Unfälle?

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4. Fragen der Angehörigen

Familienangehörige oder gute Freunde sollten bei entsprechenden Hinweisen kritische Fragen stellen. Zum Beispiel:

  • Fährt er oder sie extrem langsam?
  • Übersieht er Verkehrszeichen oder Ampelsignale?
  • Fährt er sehr aggressiv oder sehr ängstlich?
  • Hat er Probleme, während der Fahrt mehrere Funktionen gleichzeitig zu bedienen?
  • Übersieht er andere Verkehrsteilnehmer?

5. Maßnahmen

Der beste Anfang ist ein persönliches Gespräch. Vorab sollte man sich klar machen, wie viel dem Angehörigen individuelle Mobilität bedeutet und ob sie vielleicht sogar zwingend für die Bewältigung seines Alltags ist. Wichtig ist im Gespräch, das Selbstwertgefühl des älteren Menschen nicht zu verletzen und mehr die eigenen Sorgen um die Unversehrtheit zu betonen, als Angst zu machen. Ein guter Schritt kann sein, Alternativen zum Autofahren aufzuzeigen und selbst Bereitschaft zu signalisieren, gemeinsam Fahrten zu übernehmen.

6. Alternativen ohne Auto

Mobilität ohne Auto ist nicht überall problemlos machbar. Wer an einen guten öffentlichen Nahverkehr angeschlossen ist, verzichtet leichter aufs eigene Auto als Bewohner eines Dorfes auf dem Land, wo der Bus nur zwei Mal am Tag fährt. Es gibt aber oft vor Ort Fahrdienste von Wohlfahrtsverbänden, Sozialämtern oder der Kirche.

Wer kein Auto mehr hat, spart zudem so viel Geld, dass man sich ab und zu ein Taxi gönnen kann. Außerdem kann man mit Lebensmittelgeschäften, Apotheken und Restaurants vereinbaren, dass die Waren nach Hause geliefert werden.

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7. Rechtliches - wie lange ist der Führerschein gültig?

Menschen mit dem Geburtsjahr vor 1953 müssen bis spätestens 19. Januar 2033 ihre Fahrerlaubnis in den neuen EU-Führerschein umtauschen. Dieser ist dann 15 Jahre gültig. Liegen der Kommunalverwaltung allerdings Hinweise vor, dass die Fahrtauglichkeit eingeschränkt sein könnte, kann sie eine Überprüfung anordnen.

Liegt eine Fahrtauglichkeit nicht mehr vor, kann die Fahrerlaubnis eingezogen werden. Verursacht ein Alzheimer-Patient einen Verkehrsunfall, kann seine Haftpflichtversicherung unter Umständen Regress für den Schaden fordern. Angehörige haften übrigens nicht.

Die Info-Broschüre "Sicher Auto fahren im Alter – Ein Ratgeber für Senioren" kann kostenlos bei der Alzheimer-Forschung bestellt werden unter Tel. 0211/862 06 60, auf der Webseite oder per Mail info@alzheimer-forschung.de. (Volker Pfau)*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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