Klare Regeln entscheidend

So können Punktesünder ihre Fahrgewohnheiten ändern

+
0 Punkte sind das Ziel. Doch wenn das Punktekonto in Richtung der Marke "8" klettert, ändern Autofahrer alte Fahrgewohnheiten lieber, sonst droht der Entzug der Fahrerlaubnis. Foto: Carsten Rehder/dpa

Das Punktekonto wächst und wächst - bis irgendwann der Lappen weg ist. Autofahrer können aber rechtzeitig gegensteuern. Vage Ziele aber bringen dann nichts - nur ein eindeutiger Plan hilft.

Stuttgart (dpa/tmn) - Wenn das Punktekonto in Flensburg voller und voller wird, sollten Autofahrer ihre Fahrgewohnheiten mit Hilfe von klaren Regeln ändern. Dazu rät die Prüforganisation Dekra - und gibt konkrete Tipps.

Zu den Regeln kann gehören, häufige Strecken mit einem zurückhaltenderen Fahrstil zu fahren. So merkten notorisch gehetzte Autofahrer, dass der Zeitgewinn bei schneller Fahrweise nur minimal ist.

Ein weiterer Rat: regelmäßig die Geschwindigkeit kontrollieren. Häufig wird der prüfende Blick auf den Tacho vergessen - ein im Sichtfeld angebrachter Klebezettel kann dafür als Gedächtnisstütze dienen, erklärt die Dekra. Auch beim Passieren eines Ortseinganges sollte ein Geschwindigkeitscheck zur Gewohnheit werden.

Vage Ziele und Hinweise wie "Fahr doch vorsichtiger" bringen Punktesündern gar nichts, betonen die Experten. Wichtig sei ein konkreter Plan mit Zwischenzielen. Damit lässt sich der Entzug der Fahrerlaubnis unter Umständen noch verhindern.

Grundsätzlich gilt: Ab acht oder mehr Punkten im sogenannten Fahreignungsregister ist die Fahrerlaubnis weg. Das trifft Autofahrer nicht unvorbereitet: Bei vier oder fünf Punkten schicken die Behörden eine Ermahnung, bei sechs oder sieben Punkten eine Verwarnung.

Bis zu einem Stand von fünf Punkten können Autofahrer einen Punkt abbauen, indem sie ein Fahreignungsseminar besuchen. Das geht aber nur einmal in fünf Jahren, erklärt die Dekra.

Generell bleiben Punkte nicht ewig im Register stehen. Wann sie gelöscht werden, kommt allerdings auf die Schwere des Vergehens an: Ein-Punkt-Delikte sind zweieinhalb Jahre aktiv, Zwei-Punkte-Verstöße fünf Jahre und Drei-Punkte-Vergehen sogar zehn Jahre.

Dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zufolge waren am 1. Januar 2017 mehr als zehn Millionen Personen im Fahreignungsregister eingetragen. Im Laufe des Jahres 2016 haben nach Angaben des KBA mehr als 4,7 Millionen Personen neue Punkte bekommen, größtenteils für Tempoverstöße.

Mehr als 450 000 Fahrverbote wurden laut KBA im Jahr 2016 ausgesprochen. Fast 95 000 Mal ordneten Bußgeldbehörden oder Gerichte im vergangenen Jahr die Entziehung der Fahrerlaubnis an.

Mitteilung Dekra

KBA: Bestand im Fahreignungsregister

KBA: Eintragungen von Verkehrsverstößen 2016

KBA: Fahrerlaubnis-Maßnahmen 2016

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Kia Stinger im Test: Ein Stachel im Fleisch von Audi und Co

Bislang hat Kia mit edlem Design und üppiger Ausstattung vor allem als Volumenmarke gepunktet. Doch mit dem Stinger nehmen die Koreaner jetzt zum ersten Mal die …
Kia Stinger im Test: Ein Stachel im Fleisch von Audi und Co

Das sind die Luxusautos der Fußball-Stars

Als Profi-Kicker hat man nicht nur ausgesorgt, sondern auch eine Garage voller Luxus-Schlitten: Wir zeigen euch, welche Flitzer die ganz großen Fußballer fahren.
Das sind die Luxusautos der Fußball-Stars

Verblüffend: Wie Sie an der Ampel schneller voran kommen

An der Ampel kleben Autofahrer oft Stoßstange an Stoßstange, um bei Grün möglich zügig vorwärts zu kommen. Doch handelt es sich bei der Annahme um einen Irrtum?
Verblüffend: Wie Sie an der Ampel schneller voran kommen

Auto nach Starthilfe rund eine halbe Stunde fahren

Wurde das Licht angelassen oder sind Türen und der Kofferraum nicht richtig geschlossen worden, kann es zu einer kompletten Entladung der Batterie führen. Nach der …
Auto nach Starthilfe rund eine halbe Stunde fahren

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.