Fahrbericht

Der Kia Stonic im Praxistest - so spritzig wie ein Gin Tonic

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Gelber Flitzer: Der Kia Stonic lässt Großstädter SUV-Luft schnuppern.

Nun hat auch das Kleinwagensegment das SUV-Fieber gepackt. Neben VW, Seat oder Opel bietet Kia nun seinen eigenen großen Kleinen an. Wir haben zum Test gebeten.

Schnell, klein, wendig – SUV! Im Wettrennen, in möglichst jeder Nische einen SUV anbieten zu können, drängeln sich die Konzerne nun auch bei den Kleinwagen. Ob VW T-Roc, Seat Arona, Opel Crossland, BMW X2 oder Audi Q2, es wird langsam eng. Aber einer, einer geht noch rein. Mit dem Stonic tritt der koreanische Konzern Kia an – und macht mächtig Dampf, wie er im Praxistest unter Beweis stellt.

"Speedy" trifft auf "Tonic": Kia Stonic als spritziger SUV für Großstädter

Autonamen sind ja neuerdings reine Kunstbegriffe. So auch beim Stonic. Dort hat man offenbar das englische Wort "speedy" (zu deutsch: "schnell", "flink") mit dem Wort "tonic" gekreuzt, was vielerlei Übersetzungen hat. Als Adjektiv bedeutet es "kräftigend", als Subjektiv bezeichnet es den Grundton einer Tonart oder gar Elixir, was eine belebende Substanz ist.

Apropos: Für uns war der Kia Stonic ganz einfach spritzig wie ein gut gemischter Gin Tonic. Und das hat seinen Grund: Noch nie hat ein so kleiner Benzin-Motor (ein Liter Hubraum) so viel Spaß gemacht wie dieser. Wir testeten den 1,0 T-GDI mit 120 PS (Preis ab 18.850 Euro, inklusive sieben Jahre Herstellergarantie) und können sagen: Im Stadtverkehr ist dieser Kia kaum zu schlagen, weil er im unteren Drehzahlbereich von 1.500 Umdrehungen/min schon sein ganzes Drehmoment von 172 Newtonmeter (Nm) anlegt.

Und somit verhält sich der Benziner fast wie ein Diesel. Er zieht kräftig von unten heraus, später verlassen ihn dafür ein wenig die Kräfte. Auch schaltfaule Zeitgenossen sind deshalb mit diesem Motor zufrieden. Der Vollständigkeit halber: Tempo 100 erreicht der große Kleine nach 10,3 Sekunden.

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Der große Kleine schluckt zwar viel - macht aber auch ordentlich was her

Auf der Benziner-Seite ist noch ein weiteres Aggregat mit 1,4 Liter Hubraum und 99 PS im Angebot (ab 17.650 Euro) und bei höheren Ausstattungslinien sind auch zwei 1,6-Liter-Diesel (ab 22.690 Euro, 115 bis 136 PS) bestellbar. Der 1,6 CRDI verfügt dabei über ein SCR-Abgasreinigungsverfahren und schafft mit seinem zwölf Liter großen Harnstofftank eine Reichweite von 8.000 Kilometern.

Das mit den Verbräuchen (5,5 Liter beim getesteten Benziner und 4,0 Liter beim Diesel) ist allerdings – wie immer – so eine Sache. Unser Wagen mit dem 120-PS-Motor genehmigte sich durchgehend zwischen 7,5 und acht Litern, was schon recht stattlich ist, allerdings gilt hier die alte Grundregel: Leistung kostet. Doch wie viel SUV steckt im Stonic?

Abgesehen von der erhöhten Sitzposition, der größeren Bodenfreiheit und der entsprechenden Optik ist dieser Kia kaum etwas fürs Gelände. Das scheitert schon an dem nicht bestellbaren Vierradantrieb. Aber dafür ist der Korea-Flitzer, der auf der Basis des Kia Rio steht, auch nicht gebaut. Er soll das großstädtische Lifestyle-Publikum anziehen, das auf die progressiv-knubbelige Optik mit der Zweifarb-Lackierung steht. Oder will ganz einfach ein Kleinwagen sein, der vom Platzangebot her sogar einen Kombi ersetzen kann.

Erfahren Sie hier: Skoda Fabia im Vergleich: So schlägt er sich gegen VW Polo und Seat Ibiza.

Kia Stonic: Viel Stauraum für lange Ikea-Shoppingtrips

Von 325 Litern Fassungsvermögen lässt sich der Stonic bei umgeklappten Sitzen auf bis zu 1.155 Liter ausbauen. Genügend Kapazität, um beim Möbelhausbesuch am verregneten Wochenende auch die überraschend getätigten Schnäppchenkäufe der Begleiterin aufnehmen zu können.

Apropos Schnäppchen: Schon in der Serienausstattung ist der Stonic gut aufgestellt. Bluetooth und die entsprechenden Smartphone-Integrationen mit Apple CarPlay und Android Auto sind serienmäßig. Ebenfalls an Bord ein Start-Stopp-System und der Notbremsassistent. Wer 4.000 Euro mehr investiert bekommt schon fast alles, was die Koreaner zu bieten haben: Da ist von der Rückfahrkamera über einen Müdigkeitswarner bis hin zur Fußgänger-Erkennung alles dabei, was das Techno-Herz begehrt.

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Von Rudolf Bögel

VW T-Roc im Test: Der Golf fürs Grobe

Klein, frech, hipp: Der VW T-Roc ist so mutig und munter wie schon lange kein VW mehr vor ihm. Foto: VW/dpa
Klein, frech, hipp: Der VW T-Roc ist so mutig und munter wie schon lange kein VW mehr vor ihm. Foto: VW/dpa © 
Der bislang kleinste Geländewagen aus Wolfsburg: Der T-Roc ist 4,23 Meter lang. Foto: VW/dpa
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Sportliche Silhouette: Die Designer haben dem T-Roc eine neue Front mit weit nach unten gerückten Tagfahrleuchten gezeichnet und das Heck wie bei einem Coupé weit in Fahrtrichtung gebeugt. Foto: VW/dpa
Sportliche Silhouette: Die Designer haben dem T-Roc eine neue Front mit weit nach unten gerückten Tagfahrleuchten gezeichnet und das Heck wie bei einem Coupé weit in Fahrtrichtung gebeugt. Foto: VW/dpa © 
Ein Auto für Individualisten: Die Wolfsburger bieten in der Kombination aus Grundlack, Kontrastfarbe und Zierkonsolen für den Innenraum über 80 Designvarianten an. Foto: VW/dpa
Ein Auto für Individualisten: Die Wolfsburger bieten in der Kombination aus Grundlack, Kontrastfarbe und Zierkonsolen für den Innenraum über 80 Designvarianten an. Foto: VW/dpa © 
Ausstattung für die Generation Smartphone: Zum großen Touchscreen mit Online-Anbindung kann man auch digitale Instrumente und Assistenten wie die automatische Abstandsregelung bestellen. Foto: VW/dpa
Ausstattung für die Generation Smartphone: Zum großen Touchscreen mit Online-Anbindung kann man auch digitale Instrumente und Assistenten wie die automatische Abstandsregelung bestellen. Foto: VW/dpa © 
Hoher Preis: Mit den Extras kann sich der attraktive Basispreis 20 390 Euro schnell auf 40 000 Euro erhöhen. Foto: VW/dpa
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