Aktuelle Umfrage

Stress in der Stadt: Autofahrer und Radler leiden am meisten

+
Radfahrer und Autofahrer sind am meisten genervt vom Stadtverkehr. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Zum Verkehr in deutschen Städten gibt es viele Daten. Eine Umfrage wollte nun herausfinden: Wie sehen die Verkehrsteilnehmer selbst die Mobilität in ihrer Umgebung? Zwei Städte im Osten schnitten am besten ab.

Berlin (dpa) - Staus gehören zum Alltag in deutschen Großstädten. Im Berufsverkehr quetschen sich Pendler in Busse und Bahnen. Auf den Straßen streiten Autofahrer und Radler um den wenigen Platz auf dem Asphalt. Das ist bekannt, doch was sind eigentlich die größten Ärgernisse?

Wo fühlen sich Verkehrsteilnehmer wohler, wo sind sie unzufriedener? Erkenntnisse aus Sicht der Bewohner der 15 größten Städte und der Pendler aus der jeweiligen Region haben der Automobilclub ADAC und das Münchner Marktforschungsinstitut Komma zusammengetragen. In jeder Stadt wurden im Sommer rund 600 Menschen repräsentativ befragt, sortiert nach ihrer jeweiligen Rolle als Autofahrer, Radfahrer, Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs und Fußgänger.

Alles in allem lässt sich sagen: Die Nutzer von Bussen und Bahnen sind ziemlich zufrieden mit dem Mobilitätsangebot ihrer Städte, Radler sehen ihre Lage kritischer, die Autofahrer sind genervt vor allem durch hohe Parkgebühren, zu wenige Parkplätze, viele Baustellen und das Verhalten von Radfahrern. Diese schimpfen häufig über die Autofahrer. Fußgänger sind im Durchschnitt die zufriedenste der vier Gruppen. Sie kritisieren am stärksten das Verhalten der Radfahrer.

Alle gegen alle, so scheint es: Die Befragung spiegelt den Stress wider, dem die Menschen in dichten Stadtverkehr ausgesetzt sind. "Der Monitor zeigt deutlich, dass Rücksichtslosigkeit und Konflikte wichtige Themen sind", merkte ADAC-Geschäftsführer Alexander Möller an.

Für die Verkehrsbedingungen insgesamt bekommen Köln und Duisburg die schlechtesten Noten, Dresden und Leipzig hingegen die besten. Die beiden ostdeutschen Städte erreichten in dem Vergleich vor allem im öffentlichen Personenverkehr (ÖPNV) Spitzenwerte. In Dresden gaben 55 Prozent dem ÖPNV die Schulnoten 1 oder 2, in Leipzig waren es 47 Prozent. Berlin kommt in dieser Kategorie nur auf 37 Prozent. In der Rangliste insgesamt landete die Bundeshauptstadt auf dem drittletzten, dem 13. Platz.

Für die Studie wurde mehr als 50 Aspekte der persönlichen Mobilität abgefragt. So sollten Bus- und Bahnfahrer die Verständlichkeit des regionalen Tarifsystems bewerten, Radler den Zustand der Radwege und Fußgänger die Breite der Gehwege oder die Wartezeiten an Ampeln. Die Ergebnisse zeigten im Einzelnen, wo die Städte Nachholbedarf hätten und an ihrer Infrastruktur etwas ändern sollten, so der ADAC.

Ganz miserabel schnitten zu Beispiel unter Berliner Autofahrern das Verhalten der Radfahrer, das Baustellenmanagement und die Parkgebühren ab. In Stuttgart stachen die Parkgebühren als Negativmerkmal heraus. In Dresden fiel das Urteil über die Wegweiser der Stadt ausgesprochen positiv aus, und auch die Ampelschaltungen und das Parkraumangebot kamen relativ gut weg.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

"Corsa-Kannibalen": Diebesbande klaut reihenweise ein bestimmtes Autoteil

Eine neue Verbrechenswelle rollt über Corsa-Besitzer hinweg. Unbekannte nehmen die Autos in wenigen Minuten auseinander. Sieben Opfer gibt es bereits.
"Corsa-Kannibalen": Diebesbande klaut reihenweise ein bestimmtes Autoteil

Frau stellt in Duisburg ihr Auto richtig ab, muss aber trotzdem Strafe zahlen

Wer sein Auto auf einen offiziellen Parkplatz abstellt, rechnet nicht damit, ein Bußgeld bezahlen zu müssen. Aber auch eine Kleinigkeit kann zum Knöllchen führen.
Frau stellt in Duisburg ihr Auto richtig ab, muss aber trotzdem Strafe zahlen

Neuwagenkäufer über 60: männlich, markentreu, mobil

Beim Autokauf sind Senioren konservativ. Sie informieren sich am liebsten beim Händler und dort beim selben Ansprechpartner. Dann geht es los - und zwar gerne im SUV …
Neuwagenkäufer über 60: männlich, markentreu, mobil

Diese saftigen Bußgelder drohen Ihnen, wenn Sie Blitzer-Apps nutzen

Sie sind praktisch, ersparen einem viel Ärger - und sind kostenlos: Blitzer-Apps. Doch wer nicht aufpasst, dem drohen nicht nur Strafen - sondern sogar Gefängnis.
Diese saftigen Bußgelder drohen Ihnen, wenn Sie Blitzer-Apps nutzen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.