Diesel-Skandal

"Umtauschprämie": Wann lohnt sich ein Neuwagen-Kauf?

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Bevor sich Diesel-Fahrer ein neues Auto kaufen, sollten sie unbedingt die Preise vergleichen.

Als Resultat des Dieselgipfels bieten einige Autohersteller jetzt sogenannte Umweltprämien an. Doch für wen lohnt sich diese Abwrackprämie der Hersteller? Was ist zu beachten?

Nach dem Dieselgipfel bieten viele Hersteller bei einem Neukauf Prämien für alte Dieselautos mit Abgasnorm Euro 4 oder schlechter an. Verbraucher sollten jedoch die Preise vor einem Kauf sehr gut vergleichen.

Nach dem Diesel-Skandal: So profitieren Sie von der "Umtauschprämie"

Jetzt nur nicht übereilt handeln, rät Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. Infrage kämen die Prämien für Fahrer, die einen alten Diesel besitzen und sich sowieso gerade überlegen, ein neues Auto zu kaufen. Dank der neuen Prämien lasse sich nun "vielleicht ein besseres Angebot bekommen als ohne diese Rabatte", sagt Dudenhöffer.

Zugleich rät der Experte, auf zusätzlichen Nachlass bei den Händlern zu pochen, der über die Kaufprämie hinausgeht. Denn die Prämie zahle der Hersteller ja neben dem, was der Händler als Einkaufspreis bekommt - "natürlich ist da noch Spielraum", sagt Dudenhöffer.

Derzeit erreichten die Autobauer eine neue Dimension der Preissenkungen, da die Käufer aufgrund der monatelangen Diskussionen um Fahrverbote verunsichert seien - nicht erst seit dem Dieselgipfel. "Im Juli hatten wir den höchsten Juli-Rabattindexwert, seit wir seit 2010 diese Aufzeichnungen machen", sagt Dudenhöffer. Mit dem Index untersucht der Experte die Preispolitik und Rabatte der Hersteller.

Der Kauf eines neuer Dieselfahrzeugs sei derzeit jedoch kein Garant dafür, von drohenden Fahrverboten nicht betroffen zu sein. Bis zu 90 Prozent der Euro-6-Modelle seien "Mogelmodelle", die "in der Realität nicht die Grenzwerte erfüllen", sagt Dudenhöffer. Man müsse davon ausgehen, dass die Deutsche Umwelthilfe auch zu solchen Modellen Gerichtsverfahren anstoßen werde, "und dann müssen die Gerichte entscheiden, ob selbst diese Euro-6-Autos noch in die Städte dürfen."

Seit dem Dieselgipfel Anfang August bieten einige Autohersteller Prämien für alte Diesel, die nach der Euro-4-Norm oder schlechter gebaut wurden. Einige Marken des VW-Konzerns zum Beispiel bieten bis zu 10 000 Euro für alte Diesel, wenn Kunden ein neues Auto kaufen und ihr altes verschrotten. Beim Kauf von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben wie Erdgas, Hybrid oder Elektro gibt es weitere Prämien. Andere Anbieter wie BMW, Ford und Renault bieten ähnliche Rabatte an.

Passend zum Thema: Zwei Jahre VW-Abgas-Skandal - Wie ist die Lage?

Klimakiller? Was es aus dem Auspuff bläst 

Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Autos stoßen bei laufendem Motor giftige und klimaschädliche Stoffe aus. Deshalb hat der Gesetzgeber Grenzwerte für Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOX), Kohlenwasserstoffe (HC) und Rußpartikel (PM) festgelegt. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2009 müssen Hersteller bei der Entwicklung neuer Autos die Abgasnorm Euro 5 einhalten. Seit Januar 2011 müssen auch alle neu zugelassenen Wagen Euro 5 erfüllen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Konkret heißt das: Benziner dürfen zum Beispiel maximal 1 Gramm CO (Kohlenstoffmonoxid) pro Kilometer ausstoßen, Diesel nur die Hälfte. Der Grenzwert für Rußpartikel beim Diesel liegt bei 5 Milligramm je Kilometer. Übrigens, die Euro-4-Norm hatte noch das Fünffache 25 Milligramm zugelassen. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Anfang September 2011 wurde als Zwischenschritt die Rußmenge, die ein Auto ausstoßen darf, weiter reduziert - auf 4,5 Milligramm. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Ab September 2014 müssen alle neu zugelassenen Autos Euro 6 erfüllen. Diese Norm betrifft laut dem TÜV Nord in erster Linie Diesel: Der Grenzwert für Stickoxide, die neue Fahrzeugtypen mit Selbstzündern ausstoßen dürfen, wird auf weniger als die Hälfte des derzeitig gültigen Werts gesenkt - nämlich von 180 Milligramm pro Kilometer (Euro 5) auf 80 Milligramm (Euro 6). © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenmonoxid (CO): Kohlenmonoxid ist ein Gas, das schon in geringen Mengen sehr giftig ist. Es entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen, wenn nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist. Die meisten Abgase entstehen im Leerlauf, also wenn ein Auto an einer Ampel wartet. Während des Fahrens wird hingegen wieder genügend Sauerstoff zugeführt und die CO-Konzentration sinkt wieder. © dpa
Stickoxide (NOX): Die Partikel sind u.a. schädlich für das Ozon. Stickoxid ist ein Sammelbegriff für Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff, die besonders bei hohen Brennraumtemperaturen und -drücken im Motor entstehen. NOX war der Hauptgrund für die Erfindung des Katalysators. © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Kohlenwasserstoffe (HC): In den Autoabgasen befinden sich neben den Verbrennungsprodukten unverbrannte Bestandteile des Benzins, wie das krebserregende Benzol, ein sogenannter "Kohlenwasserstoff". © dpa
Klimakiller? Was aus dem Auspuff bläst
Rußpartikel (PM) gelangen vor allem aus den Auspuffrohren von Dieselmotoren. Durch die Einführung der sogenannten Feinstaubverordnung wird die Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen nach der Höhe ihrer Partikelemission bundesweit einheitlich geregelt. © dpa
Auspuff Auto Schadstoffe
Übrigens ist während der morgendlichen Rush-hour zwischen sieben und acht Uhr der Kohlenmonoxidgehalt der Luft am höchsten. Autofahrer auf stark frequentierten Pendler-Routen atmen mehr Kohlenmonoxid, Benzol und Dieselruß ein als etwa ein erwachsener Fußgänger. © dpa
Die Konzentration der Schadstoffe ist nämlich im Auto um ein mehrfaches höher als auf dem Fußgängerweg. Sie gelangen durch die Lüftung in das Wageninnere, im Stau werden von der Klimaanlage sogar die Abgase des eigenen Autos angesaugt. © dpa

dpa/tmn

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