Fahrschulwissen bleibt auf der Strecke

Autofahrer sind Blink-Muffel und Tempsünder

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Viele Autofahrer ignorieren Schulterblick und Blinken.

Schulterblick, Blinken oder Tempolimit - viele Verkehrsregeln halten deutsche Autofahrer für absolut unnötig. Kein Wunder, dass kaum ein Führerscheininhaber den Bremsweg berechnen kann.

Viele Autofahrer in Deutschland benötigen dringend Nachhilfe: Gut die Hälfte (55 Prozent) von ihnen ist sich sicher, dass sie ohne erneute Vorbereitung die Führerscheinprüfung nicht noch einmal bestehen würde.

Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Autoversicherers DA Direkt. Selbst in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen glauben nur 59 Prozent, dass sie die Prüfung erneut schaffen würden. Die Hälfte der befragten Fahrer hält den Schulterblick für unnötig und missachtet auch Tempolimits.

Auch die Regeln zum Halten am Stoppschild oder Blinken beim Ein- und Ausparken ignorieren viele Autofahrer. Nur knapp ein Drittel der Befragten konnte den Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h korrekt benennen. (Hätten Sie es noch gewußt? Lesen Sie hier, ob Sie richtig liegen.)

Das sind die nervigsten Autofahrer

Das sind die nervigsten Autofahrer

Autofahrer Verkehrssünder
Straßenrambos geben Gas oder drängeln, andere blockieren hartnäckig die Mittelspur. Hinterm Steuer bauen viele beruflichen und privaten Stress ab. Diese Autofahrer sind echt nervig: © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
1. Auffahrer: Obwohl ungenügender Sicherheitsabstand ein gravierendes Unfallrisiko ist, klebt der anderen immer an der Stoßstange. Im Crashtest bei Tempo 100 kann selbst ein Profi hinterm Steuer nicht mehr reagieren, wenn der Vordermann plötzlich bremst. Die Regel lautet: "Abstand = halber Tacho". © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
2. Straßenrambo: Der Drängler gibt auf der Autobahn Vollgas. Mit Lichthupe kämpft er sich die linke Spur frei. Sie halten die linke Spur für eine reine Überholspur. © dpa
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3. Mittelspur-Blockierer: Die Mitttelspur ist ihre Heimat. Egal, ob die Autobahn frei ist oder das Tempo auf der rechten Spur höher ist. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
4. Blinkmuffel: Abbbiegen, wenn es einem gefällt. Vielleicht brennt ja ein Lämpchen durch, wenn man zuviel blinkt? Oder schont das Nicht-Blinken die Batterie? © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
5. Gehweg-Blockierer: Diese Autofahrer denken sie stehen in der Rangordnung des Straßenverkehrs an oberster Stelle. Fußgänger oder Radfahrer haben sich unterzuordnen. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
6. Parkplatz-Blockierer: Dem Parkplatz-Blockierer gehört scheinbar die ganze Welt oder möglichst viel Raum. Warum nur einen Parkplatz belegen, wenn man mindestens zwei haben kann? Markierungen auf dem Asphalt übersieht er gnadenlos. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
7. Einfädel-Ignorierer: Bis zum Ende der Spur durchfahren, dann einfädeln, so lautet die Regel. Auch wenn Stauexperten immer wieder und wieder dazu raten, stößt diese Empfehlung bei vielen Autofahrern auf taube Ohren. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
8. Musik-Mobil: Der Bass wummst und selbst bei geschlossenen Türen und Fenstern ist der Sound aus dem Auto unüberhörbar. Lautes Musikhören kennt übrigens keine Altersgrenzen. © dpa
Ampel
9. Der Farbenblinde: Die Ampel steht nur kurz auf grün, doch das stört den Farbenblinden kaum. Falls er dann endlich mal langsam über die Kreuzung rollt, ist er der Einzige. © dpa
Scheibenwischer
10. Scheibenwischer-Fans: Diese Autofahrer stehen auf einen klaren Durchblick. Die Wischanlage ist immer im Einsatz: bei Tempo 50 in der Stadt oder auf der Autobahn. © dpa
Autofahrer Verkehrssünder
11. Vorfahrt-Erzwinger: Kreuzungen in Wohngebieten sind ihr Revier. Sie schleichen sich freundlich an und setzten dann knallhart ihren Willen durch. © dpa

Auch viele junge Fahrer sind hier überfordert. Die Defizite lägen nicht in der Fahrschulausbildung, sagte DA-Direkt-Sprecher Bernd O. Engelien. Es sei aber wohl eine Tendenz, dass das Lernverhalten insgesamt eher auf Prüfungen und das Kurzzeitgedächtnis ausgelegt sei.

Die Umfrage im Mai 2012 umfasste rund 700 Auto-Fahrer im Alter ab 18 Jahren.

Bremsweg bei Tempo 50

Der Volksmund spricht gern vom Bremsweg, doch gemeint ist der Anhalteweg für ein Auto. Denn zum reinen Bremsweg kommt noch der Reaktionsweg hinzu.

Ein geübter und ausgeschlafener Autofahrer hat eine Reaktionszeit von etwa einer Sekunde.

  • Reaktionsweg: 13,9 Meter
  • Bremsweg:       13,8 Meter

Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg: 27,7 Meter

Testen Sie Ihr Wissen zur theoretischen Fahrerlaubnisprüfung: Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) stellt eine kostenlose App „Prüfungsquiz Junges Fahren“ zur Verfügung. In einem Quiz können Sie Ihren Kenntnisstand zur theoretischen Fahrprüfung auf den Prüfstand stellen. Sie enthält zu allen Klassen die Fragen aus dem amtlichen Fragenkatalog.

ml/dpa/obs

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