Besseres Image als früher

Vom Wackelkandidat zum Musterschüler: Die Mercedes A-Klasse

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Saubere Weste: Die zeigt die Mercedes A-Klasse nicht nur bei den Hauptuntersuchungen sondern auch in der ADAC-Pannenstatistik. Foto: Daimler AG/dpa-tmn

Nach einem missglückten Elchtest 1997 war der Ruf der A-Klasse ruiniert. In der Zwischenzeit ist das Image des Wagens besser. Das liegt nicht nur an der sehr niedrigen Fehlerquote beim Fahrwerk.

Berlin (dpa/tmn) - Mit der A-Klasse verbindet Mercedes derzeit starken Innovationswillen. In ihrem Segment plant der Hersteller sein erstes, rein batterieelektrisches Auto auf neuer Plattform, das als Studie EQ A auf der IAA schon mal einen Vorgeschmack gab.

Die alte A-Klasse aber musste ihr Negativ-Image im Zuge des bekannten "Elchtests", als eine A-Klasse 1997 umkippte, erst einmal abschütteln. Das ist gelungen, denn mittlerweile gilt die kompakte Baureihe aus Stuttgart als überdurchschnittlich zuverlässig.

Im "TÜV Report 2017" wird die aktuelle A-Klasse als "Bester Kompaktwagen" geadelt. Beim Fahrwerk schneidet der Typ W 176 mit einer Fehlerquote von 0,0 ab, auch bei den Bremsen sei "alles top", einziger Patzer: hier und da festgestellte Mängel bei der Abgasuntersuchung. Nicht ganz so vorbildlich ist auch der Vorgänger (Typ W 169) als ein fittes Auto. Aber auch er schneidet besser ab als der Durchschnitt.

Probleme machen die Einstellung des Abblendlichtes, ab dem fünften Jahr reißen öfters Manschetten an den Antriebswellen. Bei elfjährigen Exemplaren treten überdurchschnittlich oft Mängel an Federn und Dämpfern auf. Sein typischstes Problem aber ist ab dem fünften Jahr die schwächelnde, da selten benutzte Feststellbremse.

"Gut bis sehr gut" - so lautet auch die Bilanz für die A-Klasse in der aktuellen ADAC-Pannenstatistik. Einzig für das Baujahr 2012 verzeichnet der Autoclub häufiger vorkommende Pannenursachen: entladene Batterien und defekte Anlasser. Sechs Rückrufaktionen wurden bei dem Kompakten aus Stuttgart bis dato durchgeführt. Die letzte betraf im Juli 2017 rund 250 000 zwischen Mai 2011 und Januar 2015 gebaute Mercedes-Modelle, darunter auch die A-Klasse, wegen Problemen mit der Unterdruckleitung am Bremskraftverstärker.

Das Jahr des Elchtests, infolge dessen der Schleuderschutz ESP ins Modell kam, war auch das Erscheinungsjahr der ersten A-Klasse. Geliftet wurde sie 1999 und 2001 noch einmal, bevor 2004 der Nachfolger zu den Händlern kam, der sich anders als das aktuelle Modell noch durch Sandwich-Bauweise auszeichnete, bei der viel Technik zugunsten des Innenraumangebots im doppelten Boden verschwinden konnte.

Die Sitzposition war hoch, was das Auto auch bei betagteren Kunden beliebt machte. 2008 gab es eine Modellpflege. Das derzeitige Marktmodell, die dritte Generation und seit 2012 im Verkauf, ist dagegen ein sportlich gezeichneter Kompakter. Während das Motorenangebot anfangs leistungstechnisch und auch bei der Auswahl noch recht begrenzt war und bei 60 kW/82 PS begann, gibt es je nach Generation und Baujahr mittlerweile Aggregate mit bis zu 280 kW/381 PS im neusten AMG-Modell. Die Diesel bringen es auf 44 kW/60 PS bis 130 kW/177 PS.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt kostet ein Mercedes A 150 Avantgarde von 2006 mit 70 kW/95 PS bei einer Laufleistung von um die 137 000 Kilometer laut Auskunft von Schwacke noch rund 4200 Euro. Einen Restwert von 7600 Euro hat im Durchschnitt noch der Mercedes A 180 CDI Autotronic Elegance DPF von 2010 mit 80 kW/109 PS, für den der Marktanalyst 125 300 Kilometer nennt. Ein junger A 250 7G-DCT AMG Line von 2015 mit 155 kW/211 PS wird demnach für durchschnittlich noch 24 300 Euro gehandelt (29 000 Kilometer).

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