Geräte im TÜV-Test

Wie verlässlich sind Alkoholtester für den Privatgebrauch?

+
Nur professionelle Alkoholtester, wie sie etwa die Polizei verwendet, liefern verlässliche Angaben. Von der privaten Nutzung von Billiggeräten raten Experten ab. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild

Mal schnell in den mitgebrachten Alkoholtester blasen und rausfinden, ob man nach ein paar Drinks auf der Party noch fahren darf? Experten vom TÜV haben nun überprüft, wie verlässlich solche Alkoholtestgeräte sind.

Erfurt (dpa/tmn) - Einmal pusten - und nach wenigen Augenblicken erscheint der Promillewert in der Digitalanzeige. Alkoholtestgeräte für den Privatgebrauch sind inzwischen in Elektronikmärkten für weniger als 20 Euro zu haben, wie der TÜV Thüringen erklärt.

Für die einen sei es ein Partygag, andere wiederum loten mit dem Alkotester aus, ob noch ein Getränk mehr für sie geht. Doch was taugen die preiswerten Alkoholtestgeräte? Und ist ihr Einsatz überhaupt zu empfehlen? Experten raten von einer Nutzung ab.

"Von einem Alkoholmessgerät für wenige Euro sollte man nicht allzu viel erwarten", sagt der Verkehrspsychologe Don DeVol vom TÜV Thüringen. Das Messergebnis könne eine enorme Abweichung vom tatsächlichen Blutalkoholspiegel ausweisen. "Der Autofahrer bekommt so keinen verlässlichen Wert angezeigt. Ob er noch fahrtüchtig ist, lässt sich also nicht mit Gewissheit sagen", sagt DeVol.

Profigeräte, wie sie von der Polizei eingesetzt werden, kosten nicht ohne Grund mehrere Hundert Euro. Sie sind entsprechend kalibriert und haben Messtoleranzen von weniger als 0,05 Promille. Abgesehen von der Genauigkeit der Geräte sieht DeVol eine viel größere Gefahr darin, sich an die gesetzliche Promillegrenze herantrinken zu wollen. "Wer weiß, dass er fahren muss, sollte generell auf den Genuss von Alkohol verzichten", rät der Verkehrspsychologe.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bußgeld droht: Die meisten Autofahrer verhalten sich beim Grünpfeil falsch

Der grüne Abbiegepfeil erlaubt Autofahrern bei einer roten Ampel rechts abzubiegen. Doch die meisten nutzen ihn falsch - im schlimmsten Fall droht sogar Bußgeld.
Bußgeld droht: Die meisten Autofahrer verhalten sich beim Grünpfeil falsch

Kia Sportage: So fährt sich der neue Diesel-Hybrid

Der Kia Sportage ist ein SUV der ersten Stunde. Seit 26 Jahren rollt der Koreaner auf Europas Straßen. Wir haben das Facelift der vierten Generation im Alltag getestet. …
Kia Sportage: So fährt sich der neue Diesel-Hybrid

Reifenwechsel: Warum Sie jetzt auf keinen Fall mehr mit Winterreifen fahren sollten

Durch die Corona-Zwangspause haben viele Autofahrer Termine auf die lange Bank geschoben. Doch bei dem warmen Wetter ist jetzt höchste Zeit, von Winter- auf Sommerreifen …
Reifenwechsel: Warum Sie jetzt auf keinen Fall mehr mit Winterreifen fahren sollten

Neuer Bußgeldkatalog zu streng: ADAC macht eine klare Ansage

Nachdem Verkehrsminister Scheuer einige Strafen im neuen Bußgeldkatalogs entschärft, kommt nun seitens des ADAC eine zusätzliche Forderung.
Neuer Bußgeldkatalog zu streng: ADAC macht eine klare Ansage

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.