Giflitzer braucht Fell auf seinem Motorrad

Fell am Motorrad von Ralf Weidemann aus Giflitz
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Fell am Motorrad von Ralf Weidemann aus Giflitz
Seine Shadow noch ohne Fell
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Seine Shadow noch ohne Fell

Ralf Weidemann aus Giflitz hat eine ganz spezielle Vorstellung davon, wie ein Motorrad aussehen muss: Auf jeden Fall gehört Fell dazu.

Giflitz. Einfarbig, auffällig bunt, verziert mit Airbrushes oder einfach mattschwarz – für viele Motorradfahrer ist gerade der Lack eines Motorrades entscheidendes Alleinstellungsmerkmal. Ralf Weidemann aus Giflitz Edertal hat diesbezüglich seine ganz eigene Philosophie. Für den 63-Jährigen steht eines schon seit etlichen Jahren fest: “Ohne Fell geht gar nicht mehr!“

Vom Militär zum Bike

Seine ersten Berührungen mit dem Thema Motorrad hatte Ralf im Alter zwischen 18 und 19 Jahren. Damals, bei der Bundeswehr, machte er seinen Führerschein und sammelte erste Erfahrungen auf einer Herkules. Anschließend war er in einer Fremdenlegion auf Korsika stationiert. Kleinere Strecken wurden dort oft auf zwei Rädern bewältigt. Obwohl Ralf bereits seinen Motorradführerschein gemacht hatte, musste er diesen, zurück in der Heimat, knappe sechs Jahre später erneut absolvieren. Ärgerlich, denn der Grund dafür war einzig sein Versäumnis den Führerschein innerhalb der Frist rechtzeitig zu unterschreiben. Sein nächstes Bike kaufte er mit 25 Jahren. Es war eine Honda CB 350. Den direkt folgenden, ersten Motorrad-Trip beschreibt der gelernte Koch in Kurzform: „Mit der CB bin ich dann gleich mal zum Nordkapp gefahren. Im Süden war ich ja schon! Allerdings wusste ich nicht so ganz auf was ich mich da eingelassen hatte. Nur mit dem Allernötigsten und einem, am Ende völlig zerfledderten Atlas, im Gepäck bin ich einen Fjord nach dem anderen abgefahren. Vor allem die entsprechende, wetterfeste Kleidung habe ich dabei am Ende dann doch irgendwie vermisst.“

Fell am Motorrad von Ralf Weidemann aus Giflitz

Die Marke Honda hat Ralf von da an seine gesamte Bikerlaufbahn begleitet. Einzige Ausnahme war eine Maiko Militärmaschine. „Mich faszinieren bis heute eigentlich alle Gegenstände, die mit dem Thema Militär zu tun haben. Das ist wohl noch ein Überbleibsel von meiner Vergangenheit beim Bund,“ erklärt Ralf. Auch an seinem heutigen Fell-Motorrad, einer Honda CBR 1000, findet man Militär-Deteils: Zwei Gasmaskenbe- hälter bieten Platz für das Bordwerkzeug und Erste-Hilfe- Set. Der Front-Scheinwerfer stammt von einer „Ente“, Ralfs erstem Auto. Die Blenden des Rücklichts sind aus alten Kaffeekännchen entstanden, die er auf einem Flohmarkt entdeckt hatte. Und es gibt noch weitere kuriose Gegen- stände, die über die Jahre an dem Bike ihren Platz gefunden haben. Da wären beispielsweise ein Messingbecher, eine Trinkflasche, ein stählerner Totenkopf am hinteren Fender, ein Trinkhorn und sogar eine Wäscheklammer. Letztere sorgt dafür, dass der Choke nicht frühzeitig rausrutscht. „Das Trinkhorn hatte ich schon damals an meiner Honda Shadow befestigt. Damit war ich sogar auf einem der ersten Edersee-Meetings unterwegs,“ erinnert sich Ralf. Der Mittelklasse-Chopper war außerdem sein erstes Motorrad im Fell-Look.

 

Das Motorrad braucht Fell


Nur durch einen Zufall bekam im Jahr 1995 Ralfs damalige Shadow ihr neues Kleid. „Ich habe meinen Keller entrümpelt. Dabei wollte ich auch dieses alte Fell entsorgen. Aus irgend- einem Grund hab ich das dann erstmal über mein Moped gehängt. Als ich dann nachts im Bett lag ging mir dieses Bild mit dem Fell über der Shadow einfach nicht mehr aus dem Kopf. Um zwei Uhr, mitten in der Nacht, bin ich dann aufgestanden, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. Ich habe bis morgens um sechs Uhr gewerkelt, geschnitten und geklebt.“ Das erste Weidemann Fellmotorrad war geboren.

Seine Shadow noch ohne Fell

Nicht alle Bekannten in Ralfs Umfeld konnten seine Begeisterung für die Kreation teilen. Dazu sollte man wissen, dass es sich bei der Shadow um ein Neufahrzeug handelte. Der Lack war also vor der Fellbeklebung makellos.

Bike im Schafspelz die Zweite!


Obwohl Ralf völlig zufrieden mit der 600er Shadow war, wechselte er vor einigen Jahren zu einer CBR 1000. Der Vorbesitzer hatte die CBR zu einem Naked-Bike im Endzeit-Look umgebaut. Für Ralf war es Liebe auf den ersten Blick. 150.000 Kilometer standen schon auf dem Tacho. Trotzdem bezahlte er damals noch 1.500 Euro für das Motorrad. Knapp 3.000 Euro hat er alleine im ersten Jahr zusätzlich reingesteckt, um das Bike wieder in einen technisch einwandfreien Zustand zu versetzen. Sein Kommentar dazu: „ Ich habe nicht eine Sekunde über das Geld nachgedacht. Auch nicht darüber, wieviel ich noch reingesteckt habe. Es ist doch so: Bei Frauen verliebt man sich ständig, bei Motorrädern nur einmal! Ich werde meine CBR niemals wieder hergeben.“ Völlig außer Frage stand für ihn die Entscheidung, auch hier wieder Fell anzubringen. Das erledigte der Militär-Fan schon am ersten Tag, als er seine „Neue“ hatte. „Als ich zum ersten Mal mit dem Bike unterwegs war, fing es beim Abbiegen direkt Feuer. Grund dafür war ein Kabelbrand. Da ich mir nicht anders zu helfen wusste, hielt ich am Straßenrand an, trat den Ochsenaugen-Blinker ab und löschte den Brand mit meinem Urin. Das war praktisch, weil ich sowieso gerade mal musste,“ berichtet Ralf mit einem ‘ verschmitzten Grinsen im Gesicht. Nicht ganz so praktisch war es, dass sich in diesem Moment eine Polizeistreife hinter ihm befand. Die Beamten trauten ihren Augen kaum und wollten ihn schon für völlig geisteskrank erklären. Ralf jedoch machte die Polizisten darauf aufmerksam, lieber zu helfen, anstatt Fragen zu stellen. Die Situation war schließlich schnell geklärt und es gab keine strafrechtlichen Folgen für Ralf. Mit dem TÜV hat der Giflitzer ebenfalls keine Probleme. Alle Umbauten sind eingetragen und technisch befindet sich die CBR, dank Ralfs Sorgfalt, immer in Top-Zustand. Nur die Beklebung des hinteren Fenders musste entfernt werde, da hier die Gefahr besteht, dass sich das Fell in der Kette verfängt.

Fellpflege gehört dazu

Selbstverständlich bedarf auch das Fell von Zeit zu Zeit einer gründlichen Säuberung. Jedes Jahr, in den Wintermonaten, wird die Maschine „skalpiert“. Das Fell wird dann in der Badewanne zu Hause gewaschen. „Das kann ich allerdings nur machen, wenn meine Frau nicht da ist. Schon erstaunlich was sich darin so alles sammelt,“ so die Worte des Ausnahmebikers. Alle zwei Jahre bekommt die CBR sogar ein komplett neues Fell spendiert. Ralf: „ Ein bis zwei Monate brauch es allerdings schon, bis das Fell dann wieder so ist, wie es sein soll. Erst wenn die Haare wieder runter hängen fühle ich mich richtig wohl.“

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