Suzuki VS 1400 Umbau: Chopper á la carte

Suzuki VS 1400 Intruder Umbau von Thomas Ely
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Suzuki VS 1400 Intruder Umbau von Thomas Ely

Thomas Ely hat sein Motorrad, eine Suzuki VS 1400 Intruder komplett Umgebaut.

Rhön. Im übertragenen Sinne bedeutet á la carte, dass ein „Macher“ nicht an Vorgaben gebunden ist, sondern nach eigenen Wünschen und Vorstellungen frei wählen kann. In diesem Fall ist der „Macher“ ein besonderer, junger Mann aus der Nähe des Kreuzberges in der Rhön. Viele hundert Arbeitsstunden hat er in die Formvollendung einer Suzuki VS 1400 Intruder gesteckt. Heraus kam ein Unikat der Extraklasse – ein echter Hingucker wie man so schön sagt!

Suzuki VS 1400 Intruder Umbau von Thomas Ely

Schrauber mit Herzblut

Das Nummernschild gibt Insidern Infos über den Reiter, denn die Buchstaben „ET“ im Kennzeichen stehen für Ely, Thomas: Baujahr 1984, total sympathisch, Benzin-Junkie im positiven Sinne und braver Familienvater in einem. Die Leidenschaft zum Motorrad und zu Motoren im Allgemeinen wurde schon in seiner Kindheit geweckt. So war es fast schon selbstverständlich, dass er diese Leidenschaft zum Beruf machte.

Heute ist er Fachmann beim Motorradhändler Busch & Wagner in Fulda/Petersberg bzw. Bischofsheim. Und obwohl er täglich mit Bikes unterschiedlichster Art zu tun hat, war die Verlockung noch groß genug, in seiner Freizeit ein eigenes, ganz besonderes Bike zu kreieren. Umbauten kennt er natürlich auch von seinem Job: „Viele in Eigenregie umgebauten Motorräder sehen zwar oft gut aus, aber wenn du dir das Bike näher ansiehst, weil du etwas reparieren musst, dann schlägst du die Hände überm Kopf zusammen“, so seine Erkenntnis. „Meist kommst du schlecht dran,weil die Schrauben verbaut sind, es ist viel verklebt worden oder bei der Elektrik sind keine Stecker dazwischen“. Sein Fazit und seine Motivation zugleich: „Das geht auch besser!“Bei seinem eigenen Projekt war ihm wichtig, dass alle Veränderungen eingetragen bzw. mit dem Segen des TÜV versehen sind, alles ordentlich verbaut ist, die Relais sauber und gut sitzen, der Kabelbaum so verlegt ist, dass nichts scheuern kann und auch nach 10 Jahren kein Kabelbruch auftritt.

Suzuki VS 1400 Intruder Umbau von Thomas Ely

Bike nach Chefkoch Art

Wie bei einem leckeren Essen müssen die Zutaten stimmen, um auf den richtigen Genuss zu kommen. Die Rezeptur bei Thomas sieht wie folgt aus: Man nehme eine gebrauchte Suzuki VS 1400 Intruder, Baujahr 1995, Vier-Gang-Getriebe mit einem defekten luft-öl- gekühlten Motor mit 67 Pferdstärken. Thomas entlockte seiner in 2014 gekauften Intruder schnell ein Geheimnis: Sie ist ein Reimport-Motorrad aus den Vereinigten Staaten. Zur Zubereitung war es notwendig, das komplette Motorrad bis auf die letzte Schraube in all seine Einzelteile zu zerlegen und vom Grunde auf neu aufzubauen. Der defekte Motor wurde „en bloc“ ausgetauscht. Der neue, gebrauchte Motor ist jetzt ein normaler Serienmotor mit 5-Gang-Getriebe. „Der wurde nicht angepackt, der läuft serienmäßig super“, so Thomas. „Neu drin sind Verschleißteile, wie die Hydros, die Kettenspanner und die Kupplung“. Die Zündspulen sitzen jetzt vorne an den Zylindern. Am Seitendeckel hat Thomas Schrauben angeschweißt und das Steuergerät sauber verschraubt.

Das Heckteil – ein Zweisitzer- ist aus drei Teilen ent- standen. Da hat der „Koch“ gesägt, geschweißt und geschliffen: Die Mitte besteht aus dem Original der VS 1400. Heck- und Seitenbleche sind von einer Suzuki VS 800 und wurden um zwei Zentimeter verbreitert. Spachtel- und Lackierarbeiten hat ein gelehrnter Lackierer übernommen. Unzählige Messing-Hutmuttern wurden verbaut – das 100er Pack ging frühzeitig aus. Zudem waren diese Messing-Hutmuttern, da mit Gewindestangen verbaut, eine wirklich zeitaufwendige Geschichte. Thomas hat nachgerechnet: Dreieinhalb Meter M6er Gewindestangen verbrauchte er für den Umbau.

Sofort ins Auge fällt die Springergabel, ein schönes Detail der jetzigen Suzuki Intruder. Die ursprüngliche Gabel wurde demontiert. Jetzt ist eine DNA-Gabel drauf: Ein Harley-Nachbau, bei der vom Vertreiber her der Lenkschafft passend selber angedreht wurde – selbstverständlich mit TÜV-Gutachten.

Das Thema Felgen und Reifen entpuppte sich zu einer größeren Aktion: Die Felgen sind vollends mit neuen Original-Speichen eingespeicht worden, die jedoch zuerst entchromt werden mussten, bevor sie mit der Farbe Rot pulverbeschichtet wurden. Das Schmankerl Weißwandreifen bedurfte erst einer intensiven Detail-Klärung mit dem TÜV, bevor die jetzigen Reifengrößen (vorne 110er mit 19 Zoll, hinten 170er mit 15 Zoll) montiert werden konnten.Einige Bastler lackieren einfach dunkle Reifen mit weißer LAN Farbe. Thomas wollte natürlich das Original. Auch hier zeigt sich sein Anspruch. Bei der Lampenhalterung bekam er Unterstützung von seinem Kumpel Udo Schellenberger. Dieser hat an seiner Fräsbank ein Stück Alu-Glotz so bearbeitet, dass die Kabel sauber verlegt werden konnten, ohne an den Federn bzw. der Gabel zu schleifen. Außerdem neu am Bike sind der Fehling-Lenker sowie der seitlich angebrachte Kennzeichen- Träger. Selbstverständlich wurde bei Letzterem ein wasserdichter Stecker verbaut.

Suzuki VS 1400 Intruder Umbau von Thomas Ely

500 Arbeitsstunden

Der Arbeitsaufwand für den „Trude-Umbau“war laut Thomas enorm: Jede Mittagspause und das ein halbes Jahr lang, plus zusätzlich viele, viele Arbeitsstunden nach Feierabend waren nötig. Alles in allem rund 500 Arbeitsstunden, die er neben dem finanziellen Aufwand, in den Umbau gesteckt hat.„Mein Chef Roland Busch war da echt klasse. Er zeigte nicht nur Interesse, sondern ich konnte zum Großteil auch die Räumlichkeiten und das Werkzeug der Firma nutzen,“ so Schrauber Thomas.Am Ende hat es sich gelohnt. Der Umbau steht im wahrsten Sinne des Wortes „blendend“ da. Alles wurde neu gepulvert, überwiegend in schwarz-glänzend und farblich so lackiert oder poliert, dass es zum Stil passt.Die Sitzbank ist Marke Eigenbau und wurde von Thomas Reichert, einem guten Freund bezogen.

Suzuki VS 1400 Intruder Umbau von Thomas Ely

Europaweit unterwegs

Seit Anfang der Motorrad-Saison 2016 ist der Umbau soweit vollendet, wie hier zu sehen. Zu Motorradtreffen, wo er das gute Stück gerne anderen zeigt, fährt Thomas natürlich selber hin. „Nix da, mit Moped auf den Anhänger und wenige Meter vorher dann abladen“. Sogar in Frankreich war er mit der Intruder schon unterwegs. Etwa 3.000 Kilometer dürften laut Schätzung bereits zusammen gekommen sein. Wie viel er genau schon mit dem umgebauten Motorrad gefahren ist, kann er allerdings nicht sagen: „Dieser super teure Tacho, der aktuell verbaut ist, springt mir immer wieder raus! Den muss ich erstmal wieder ausbauen und mich dann mit dem Hersteller kurzschließen – sicherlich gibt’s was Neues.“Thomas ist natürlich stolz, wenn sein Umbau von anderen bestaunt wird. Dabei kommt es auch schon vor, dass manche Leute meinen, es handele sich hierbei um ein amerikanisches Kultbike. Sein Fazit mit einem breiten Grinsen im Gesicht: „Die VS 1400 ist die beste Harley, die Suzuki je gebaut hat“.

Das Dessert fehlt noch

Natürlich schwirren noch viele, weitere Details im Kopf von Thomas herum, die er zukünftig an seinem Umbau, der Suzuki VS 1400 Intruder verändern will. Eine Handschaltung steht ganz vorne auf der Liste seiner Pläne. Wo die Kupplung letztendlich ihren Platz finden soll ist noch unklar. Ein Schutzblechhalter kommt sicherlich auch noch drauf bzw. wird von Thomas über den Winter gebastelt, wie er selbst es ausdrückt.

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