Sylt ist beliebtes Ziel für Motorradfahrer

Sylt und Motorräder
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Trotz nur wenigen Kilometern Straße ist gerade Sylt bei vielen Bikern beliebt.

Hörnum. Die Urlaubstage hier auf Sylt haben Fragezeichen bei mir aufgeworfen: Passen Nordsee-Insel und Biker mit Motorrädern zusammen? Was zieht die Jungs an, vom Festland hier rüberzukommen auf wenige Quadratkilometer Erde und noch geringere Kilometer Straßen-Asphalt?

38 Kilometer Länge

Sylt ist zwar die größte Nordfriesische Insel, aber mit 38 Kilometer Länge und mit gemessenen 12,6 Kilometer an der breitesten Stelle ist diese Insel sicherlich nicht das Eldorado für Motorradfahrer, zumal die höchste Erhebung mit Düne Uwe gerade mal 52,5 Meter über NN liegt. Und dennoch zieht dieser Flecken Erde immer wieder viele Motorradfahrer an.

Sylt und Motorräder

Die Überfahrt ist nicht gerade einfach. Nur mit dem Sylt-Shuttle der Deutschen Bahn oder per Fähre ist sie möglich – aber gerade das nicht Alltägliche hat ja was! Ein kleines Stück Abenteuer und vor allem weg vom Alltag. Von Niebüll aus werden Motorräder auf der Einstockeinheit der DB nach Westerland mit speziell angefertigten Sattel- und Spanngurten verzurrt. Der Biker und sein Sozius nehmen in einem Begleitfahrzeug auf dem Zug Platz. Aber Achtung: Abnehmbare Windshields sollten aufgrund der Rückwärtsbeförderung abgebaut werden und ab Windstärke 10 ist Schluss. Dann werden aus Sicherheitsgründen über den Hindenburgdamm keine Motorräder mehr transportiert. Schlappe 28 Euro kostet aktuell die einfache Fahrt.

Löst man gleich Hin- und Rückfahrt zusammen, wird’s billiger. Eine inseltypische Alternative ist die Überfahrt ab dem Hafen Havneby mit der Syltfähre von der dänischen Insel Römö aus. Rüber nach List auf Sylt dauert es ca. 40 Minuten. Auch hier kostet die einfache Fahrt derzeit 28 Euro.

Die Insel zieht sie in den Bann

Worin liegt also der Reiz? Um diese ganz entscheidende Frage beantworten zu können, habe ich einfach mal bei Bikern und Sozia, bei Jungs und Mädels mit Benzin im Blut, nachgefragt. Gleich zu Anfang treffe ich Peter.

Sylt und Motorräder

Der 59-jährige Berliner kommt mit seiner schwarzglänzenden BMW R 1200 R aus der Bundeshauptstadt hierher. Für ihn und seine Ehefrau als Sozia ist die Strecke eine ideale Tagestour. Diesmal hängen beide ein bis zwei Übernachtungen dran, um sich nicht nur auf dem Bike, sondern diesmal auch direkt am Weststrand den stürmischen Nordseewind um die Nase wehen sowie die Seele baumeln zu lassen.

Die Harley-Jungs

Ganz im Süden am Hafen in Hörnum kommen mir zwei Jungs auf ihren Harleys entgegen: Die beiden Insulaner sind hier auf Sylt zu Hause. 31 Jahre hat Dennis auf dem Buckel. Ihn hat die Liebe hier her verschlagen – seine zweite Liebe gehört seiner Harley, die er meist gemeinsam mit seinem gleichaltrigen Freund Robin auf den Kilometern zwischen Hörnum und List ausführt.

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Die Einzigartigkeit, der Flair, die Natur der Insel ziehen beide in den Bann. „Sylt ist das, was man draus macht. Sylt kann Schi Schi und Hei-ti-tei sein, Sylt kann aber auch sehr bodenständig, sehr schön und ruhig sein“, so Dennis. Robins Devise ist: „Zwei Männer, zwei Bikes und ab in die Natur“.

Hektik auf der Ninja

Mal schnell aus Hamburg ist Sven in Jeans und Integralhelm mit Union Jack hier hoch nach Sylt gekommen. Selbst beim Lösen der Gurte auf dem DB-Shuttle hat er nur sehr wenig Zeit für ein Gespräch. „Ich muss zu einer Eigentümer-Versammlung“ und schwupps war der Mittevierziger weg, mit seiner Kawasaki Ninja ZX-9R. Vorzüge der Insel genießen

Sehen und gesehen werden gehört natürlich für einige Biker hier auf Sylt mit dazu. Warum auch nicht – was Neureiche auf vier Rädern können, können Jungs auf zwei Rädern erst recht. Dazu passen die Aussagen von Wolfgang und Karin: „Einfach da zu sein, wo viele sind, macht den Reiz aus. An den schönen Ecken Sylts, wie zum Beispiel in der „Kanne“ ein gutes Bier oder einen Kaffee zu trinken ist schon was Feines.“ Danach geht’s für die beiden gut über 60-jährigen auf der Harley Road King Classic wieder zurück nach Lübeck. Mit einem gewaltigen Cruiser kommt Martin die Küstenstraße vor Kampen entlang. Er sitzt locker und entspannt auf seiner Suzuki Intruder M1800R und schwärmt vom Küsten-Highway, vorbei an Dünen und Watt und macht immer wieder mal Halt von Café zu Café.

Der Hesse

Sogar aus Hessen ist jemand mit seinem Moped da. Erwin, der 71-jährige Offenbacher hat sein gutes, altes Stück jedoch per An- hänger mit hier hoch gebracht. „Die Frieda schafft das nicht mehr“, so seine Begründung für die Art des Transports. Gemeint ist damit seine hochbetagte Honda CX 500 C, Baujahr 1979. Hier auf Sylt nutzt er sie zum Einkaufen und für ganz gemütliche Touren über die Insel.

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Sonnenuntergänge und gepflegtes Bar-Flair

Vor der Fähre treffe ich auf eine ganze Gruppe von Männern auf ihren Motorrädern. Mit ihnen unterwegs ist auch Kathrin. Sie fährt eine 600er Honda Shadow und ist immer noch hin und weg vom einmaligen Sonnenuntergang. Aber das war nur ein Highlight der Tage hier auf Sylt.

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Die Begleitmannschaft sieht das weniger emo- tional. Sie genossen vor allem das Cruisen auf der Insel und die Abende, die sie gemeinsam in einer Bar haben ausklingen lassen. Jetzt geht es für die Biker wieder zurück nach Meckpomm.

Sylt Summertime Party

Neben all den beschriebenen Gründen gibt es noch ein besonderes Highlight, welches Motorradfahrer auf die Insel zieht: Speziell für die Freunde der amerikanischen Kultmarke Harley-Davidson findet hier alljährlich ein besonderer Event statt: Die Sylt Summertime Party. In diesem Jahr feierte das Event sein 20. Jubiläum. Per Shuttle oder Fähre schwärmen jedes Jahr am zweiten Juni- Wochenende hunderte Jungs und Mädels auf die Nordsee-Insel und verwandeln Westerland in eine eindrucksvolle Biker-Szene. Die schweren Maschinen cruisen dann von Westerland runter nach Hörnum, einmal komplett die Insel hoch nach List und wieder halb zurück bis nach Wenningstedt. Zaungäste gibt´s immer zu Hauf, sowohl an der Strandpromenade als auch entlang des Küsten-Highway.

Über 5.000 Motorräder im Jahr

Selbstverständlich habe ich auch mal offiziell nachgefragt bei Sylt-Shuttle und Syltfähre, um zu erfahren, wie viele Motorradfahrer die Nordfriesische Insel in ihren Bann zieht. Ich war erstaunt: Die Deutsche Bahn hat mir erfreulicherweise irre schnell geantwortet; sie transportiert in etwa 2.500 Maschinen pro Jahr über den Hindenburgdamm, der 1927 eröffnet wurde.

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Leider nicht so auskunftsfreudig war das zuständige Management für die Fähre. Aber ich vermute mal, dass die MS SyltExpress mindestens für die gleiche Anzahl von Motorrädern sowie deren Biker und Sozius Gastgeber für eine maritime Anreise nach Sylt ist. Summa summarum macht dies mindestens über 5000 Motorräder, die den Weg jährlich auf diese einmalige Insel mit ihrer beeindruckenden Landschaft finden.

Ja – es passt

Um meine eingangs gestellte Frage zu beantworten: Ja – es passt! Eine Reise mit dem Motorrad, ob nun Kurztrip oder Kurzurlaub, der lohnt sich allemal nach Sylt. Auch wenn es wenig Straße gibt – Biker und erst recht Sozia kommen voll auf ihre Kosten, auf der Insel mit dem unbeschreiblichen Flair. PS. Von reinen Sportlern habe ich hier nur eine Maschine gesehen; dafür ist Sylt vielleicht auch wirklich nicht das richtige Terrain.

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