Test: Harley-Davidson Electra Glide Ultra

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Der Reise-Riese Harley-Davidson Electra Glide Ultra im Test

Der Reise-Riese Harley-Davidson Electra Glide Ultra im Test.

Baunatal. Es wird Zeit, umzustellen. Ein paar Jahre bin ich gerne und ausgiebig mit meinem Bike durch Nordhessen gecruised oder damit in den Urlaub gefahren. Allerdings ändern sich die Ansprüche mit einer Partnerin, die nicht unbedingt ein eigenes Motorrad fahren will, jedoch gerne die Rolle der Sozia einnimmt. Und es stimmt: Zu zweit auf einem Motorrad durch die Lande zu touren, kann doppelt Spaß machen, es bietet Bikern eine fantastische Möglichkeit, Eindrücke und Reize der Landschaft mit jemandem zu teilen.

Doch welche Maschine eignet sich dafür besonders gut, ist auch für längere Touren geeignet?„Probiere die doch mal aus“, meinen Eugen Raiswich und Christian Zahn von Harley-Davidson Kassel und weisen auf eine rote Electra Glide Ultra Limited.

Der Reise-Riese Harley-Davidson Electra Glide Ultra im Test

Kiloweise Fahrspaß Voller Respekt nähere ich mich dem 400 Kilogramm-Koloss, der auch im Vergleich zu anderen Harleys gewaltig daher kommt. Vorne mächtige Verkleidung, hinten mächtige Gepäckeinheit. Gewöhnungsbedürftig ist sie ja schon – besonders dann, wenn man noch nie auf so einem Bike gesessen hat. Doch nach kurzer Eingewöhnungsphase komme ich damit gut klar. Die Road Glide ist sehr gut ausbalanciert und bietet durch die niedrige Sitzhöhe einen guten Stand. Eines verkneife ich mir aber sicherheitshalber gleich: Während ich meine 750er an der Ampel mit einem Bein im Gleichgewicht halte, stelle ich hier immer beide Füße auf den Boden.

Auf zum großen Tourentest

Der Reise-Riese Harley-Davidson Electra Glide Ultra im Test

Nun geht’s erstmal nach Hause, Sachen packen für die Tour durchs nordhessische Bergland und den Harz. Das Bike – im klassischen Harley-Davidson Stil und gleichzeitig eleganten und modernen Look – bietet extrem viel Komfort und Stauraum. Zwei Seitentaschen und das Topcase schlucken jede Menge Gepäck, auch für lange Touren zu zweit. Typisch Harley: Zündschlüssel gibt es nicht, stattdessen eine Fernbedienung, die Wegfahrsperre und Alarmanlage deaktiviert.

Das Gewicht der Harley gibt die Streckauswahl vor; wer will schon mit einem schweren Reisemotorrad und mit zwei Personen drauf den Asphalt verlassen. Das haben wir auch nicht vor! Auf guten Belägen lässt sich mit der Ultra Limited locker, sanft und elegant durch die Kurven swingen.

Antritt wie ein Stier

Der Reise-Riese Harley-Davidson Electra Glide Ultra im Test

Um es vorweg zu nehmen: Die Road Glide bietet riesen Fahrspaß – sie fährt sich extrem angenehm. Das tiefe Brummen des Motors während der Fahrt ist für jeden Reiter ein Hochgenuss. Und trotz der vielen Kilos wird der Antrieb nicht in die Knie gezwungen. Sie muss sich also absolut nicht hinter einer – von mir gewohnten – Rennmaschine verstecken – Die Electra Glide Ultra Limited zieht los wie ein kraftvoller Stier.

Das herausragende Ansprechverhalten und das erstaunliche Beschleunigungspotential des brandneuen Milwaukee Eight Motors sorgen für Power beim Anfahren und Überholen. Und ob da eine oder zwei Personen auf ihrem Rücken sitzen, interessiert die Harley motormäßig beinahe gar nicht.

Sitzkomfort wie auf Omas Sessel

Der Reise-Riese Harley-Davidson Electra Glide Ultra im Test

Als Fahrer sitze ich bequem und aufrecht. So könnte ich stundenlang herumfahren. Meine Füße ruhen auf angenehm positionierten Trittbretten. Übrigens auch die der Beifahrerin. Meine Sozia hat viel Platz. Mit Rückenlehne und Armstützen fühlt sie sich fast wie auf einem Sessel. „Hey, das ist für Mitfahrer wahrscheinlich das bequemste Motorrad, was es gibt. Sieht man mal von Beiwagen ab“, freut sie sich. Für die Kommunikation zwischen Fahrer und Sozius gibt es ein Headset. Das haben wir aber nicht getestet, weil wir uns auch ohne gut unterhalten konnten.

Überhaupt die Ausstattung: Navi, Musik, Telefon, GPS aktiviert durch Sprachbefehl oder mittels großem, vollfarbigen Touchscreen. Alle Bedienelemente sind so angeordnet, dass man sie benutzen kann, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen. Ein kleines Problem hatten wir bei unserer Tour allerdings mit dem Navi – es zeigte während der Navigation zum Beispiel zwei mal die Zielzeit, nicht aber die aktuelle Zeit an, sodass man nicht wusste wie lange man noch unterwegs ist. Zugegebenermaßen kann das aber auch daran liegen, dass wir uns vorher nicht eingehend mit der Bedienung des Touchscreens vertraut gemacht haben.

Fazit 

Die Harley-Davidson Electra Glide Ultra Limited ist eindeutig ein Motorrad fürs Land, nicht für die Stadt. An jeder Ampel stehen zu bleiben ist anstrengend, weil man im Stand doch spürt, was man im Gleichgewicht halten muss. Sieht man davon ab ist es aber ein absolut grandioses Bike mit starkem, neuem Harley Milwaukee-Eight Motor, richtig viel Kraft, jeder Menge Fahrspaß und einmaligem Komfort. Außerdem ein Motorrad mit enorm viel Staurraum. Der perfekte Tourer!  

Der Reise-Riese Harley-Davidson Electra Glide Ultra im Test

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