Test der neuen Ducati Supersport S

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Jörg Weiß hat eine Motorrad Testfahrt mit der neuen Ducati Supersport S bei Ducati Kassel gemacht

Kassel.  „Bella Dura, Du stehst in betörendem Rot vor mir und umschmeichelst meine Sinne mit deiner Schönheit!“ Ich kann mich dem Bann der neuen Ducati Supersport S nicht entziehen. Im Bauch entsteht dieses, für italophil angehauchte Biker typische, Haben- wollen-Gefühl.

Test der neuen Ducati Supersport S

Erste Eindrücke

Neben der Supersport wurde die von mir bei Ducati Kassel getestete S-Version, nach neunjähriger Abstinenz der traditionsbehafteten Baureihe, neu aufgelegt. Spontan fällt mir auf, dass die knapp geschnittene Verkleidung ohne äußerlich sichtbare Verschraubungen montiert ist. Auch die Trapezhalterung der Frontscheibe ist dezent in die Linienführung eingepasst. Dank ihr lässt sich die Frontscheibe (auch während der Fahrt) sehr leicht in Stellung bringen.

Im Unterschied zur „normalen“ Supersport ist die S serienmäßig mit einem voll einstellbaren Öhlins-Fahrwerk ausgestattet. Ist schon die Standard-Version mit einer harmonisch funktionierenden Kombination aus Marzocchi USD-Gabel vorne und progressivem Sachs-Federbein hinten ausgerüstet, sattelt die S mit den güldenen Öhlins-Teilen noch einen drauf. Neben den Öhlins-Parts, ist bei der S ein gut funktion- ierender Up and Down-Quick-Shifter und eine Soziussitz-Abdeckung serienmäßig.

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Beide Versionen lassen sich mit drei angebotenen Ausstattungspaketen nochmals individualisieren. In den Sport-, Urban- und Touring-Pack's bietet Ducati jeweils zweckdienlich zusammengestellte Gimmicks an. Selbstverständlich lassen sich auch alle drei Packs gemeinsam ordern. Und wem all dies Zubehör noch nicht genügt, hat die Möglichkeit bis zum Abwinken in Kohlefaser, Alu und Titan zu investieren. Wären in den Rückspiegeln allerdings nicht die Blinker integriert, könnte man auf sie auch fast verzichten: Ich sehe in ihnen nur meine Unterarme. Um sich Überblick nach hinten zu verschaffen ist also Kopf drehen angesagt.

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Voll in Fahrt...

Ich nehme Platz auf einem schwarzen, teilweise alcantara bezogenen Sattel, der mit roten Doppelnähten und dem eingeprägten Ducati- Logo verziert ist. Durch die bequeme Sitzposition mit moderat sportlichem Kniewinkel fühle ich mich auf Anhieb wohl. Dies ist der Tatsache zu verdanken, dass die Lenkerstummel oberhalb der Gabelbrücke angebracht sind und die Supersport einen Knieschluß am ergonomisch gut geformten Tank, bei einer Sitzhöhe von 810mm, bietet. Selbst Menschen mit geringem Schrittbogenmaß werden sicheren Stand finden und im Zweifelsfall ist natürlich neben einer Komfortsitzbank auch eine flache Sitzbank im Zubehör-sortiment. Das magische Ergonomie-Dreieck aus Lenker-, Fußrasten- und Sitz-Position stimmt zu 100 Prozent! Sogar der Soziussitz ist gut nutzbar. Ausreichend tief angebrachte Fußrastenausleger (Aluguß mit einer gewichtserleichternden Wabenstruktur auf der Innenseite) und eine menschenwürdige Sitzfläche, strapazieren also nicht das zwischenmenschliche Verhältnis zwischen Fahrer und Sozius/Sozia.

Der Testastretta 11°-Motor hält über ein breites Drehzahlband eine gut beherrschbare Leistungsabgabe parat, die linear abgerufen werden kann. Mit einem maximalen Drehmoment von 97Nm bei 6500U/Min und einem Gewicht von 210KG vollgetankt, dürfte so manche Supersport in kundiger Hand zum Landstraßen-Schreck mutieren. Ducati typisch: Drei Fahr-Modi sind an Bord und können per Wippschalter am linken Lenkerstummel aktiviert werden. „Sport“ und „Touring“ mit direkter, bzw. sanfter Gasannahme und „Urban“. Hier wird die volle Leistung von 110 strammen Vollblut-Cavallos beschnitten. Jedoch bleiben dann immer noch 75 Pferdchen auf der Weide. Das LCD-Display ist voller Informationen, aber sehr übersichtlich und wird ebenfalls mit dem Wippschalter bedient. Dies erfolgt intuitiv ohne vorher die Bedienungsanleitung zu studieren. Bei zügiger Fahrweise habe ich einen Verbrauch von 5,8 Liter/100km ermittelt.

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Meine Teststrecke setzt sich aus je einem Drittel Autobahn, Bundesstraßen und Kleinststraßen-Gewürm zusammen. Bei 16 Liter Tankinhalt sollten 250 km Reisestrecke bequem drin sein. DTC und ABS (Ducati Safety Pack) sind serienmäßig an Bord. Die Traktionskontrolle greift bei Bedarf sicher ein und ist in verschiedenen Stufen einstellbar. Das stabile Öhlins-Fahrwerk und auch die satt haftenden Pirelli Diablo Rosso III setzen den Grenzbereich ziemlich weit nach oben. Einfach Extraklasse: Die S liegt wie ein Brett auf der Gasse und versprüht tiefstes Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Sie schafft Klarheit über die Straßenbeschaffenheit und vermittelt so ein sicheres Fahrgefühl, auch auf Straßen zweiter Ordnung.

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Eingebremst wird die Fuhre von edlem Brembo-Material. Ein klarer Druckpunkt, der auch nach mehrmaligem, harten bremsen nicht wandert, geht einher mit einer souveränen und jederzeit beherrschbaren Bremswirkung. Traditionalisten werden die Nase rümpfen und auf eine Trockenkupplung verweisen. Ich brauche diese definitiv nicht. Die Supersport ist mit einer bestens funktionierenden und leichtgängigen Ölbadkupplung ausgestattet. Nur geringe Handkräfte sind nötig und das Getriebe trennt absolut präziese beim Gangwechsel. Der Quick- Shifter will allerdings sauber geschaltet werden, sonst kann es passieren, dass man zwischen den Gängen landet. Auch einen Lenkungsdämpfer vermisse ich bei der S nicht, denn der Testastretta-Motor ist mittragend in einem klassischen Gitter- rohrrahmen verschraubt. Diese Tatsache führt dazu, dass die Supersport stoisch stabil den einmal eingeschlagenen Kurs beibehält.

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Reisen und Nachtfahrten kein Problem!

Unter der Sitzbank sind vier Ösen angebracht, an denen sich eine Gepäckrolle bombenfest verzurren lässt. Für den Tank wird eine, mit Tankring zu fixierende, Pocket-Tanktasche oder ein Magnet- Tankrucksack angeboten. Einer ausgedehnten Tour steht also nichts im Weg. Leider fehlt im Bordwerkzeug ein 5er Inbus-Schlüssel, um die Sitzbankabdeckung abbauen zu können. Das lässt sich verschmerzen. Ich stelle allerdings fest, dass markenübergreifend viele neue „Mopeds“ mit rudimentären Bordwerkzeug ausgestattet sind. Echt Schade!

Die Lichtausbeute bei Nachtfahrten ist bei der Supersport sehr gut. Das Fernlicht leuchtet die Straße satt aus und auch das Abblendlicht streut sehr breit und gleichmäßig. Tagsüber leuchtet ein V-förmiges LED-Lichtband an der Front. Ducatis Daytime Running Light (DRL) sorgt so neben einem Plus an Sicherheit auch für einen charaktervollen Auftritt. Wenn nun der Eine oder Andere an der, im Vergleich zur Panigale-Familie, geringeren Ausstattung rummäkelt, sei ihm zugerufen, dass alles Notwendige an Bord ist und hervorragend funktioniert. Noch wichtiger ist für mich aber, dass sich diese „Askese“ direkt in einem niedrigeren Preis niederschlägt! 12.990 Euro für die Supersport (nur in Ducati Red) und 14.590 Euro für die Supersport S in Ducati Red oder 14.790 Euro in Star White Silk sind die Listenpreise bei Ducati Kassel. Dies ist im Vergleich zu anderen Sport-Modellen der Edel-Marke schon recht günstig.

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Resümee

Herzlichen Glückwunsch Ducati! Die Reanimation der Supersport-Baureihe ist gelungen. Damit wird mit kurzer Unterbrechung eine Tradition fortgeführt, die ihre Wurzeln in den Sechziger Jahren in Form der legendären Königswellen-Desmo 750 SS hat. Die neue Supersport macht alltagstaugliches Sport- touring (gerne auch mit Beifahrer und /oder Gepäck) genauso wie einen Einsatz auf der Rennstrecke möglich. Sie spannt also den Bogen ihrer Nutzbarkeit sehr weit. Zusätzlich bietet die rote Schönheit eine in Haptik und Optik wunderbare Anmutung, die alle Sinne anspricht. Ohne Zweifel glaube ich jetzt schon sagen zu können, dass Ducati gut daran tut, die in 2008 eingestellte Supersport-Baureihe wiederzu beleben.

Mein Dank gilt an dieser Stelle auch den Jungs von Ducati Kassel, die mir die S noch vor der offiziellen Vorstellung zum Testen zur Verfügung gestellt haben.

Technische Daten: Ducati Supersport S

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