So werden Motorräder richtig winterfest gemacht

Eine kleine Anleitung zum richtigen Einmotten von Motorrädern damit es nach dem Winter keine böse Überrasching gibt.

Prinzipiell rät der Fachmann ab, das Bike im Winter oder über den Winter zu fahren – Alleine schon wegen der Sicherheit. Nasse und glatte Stellen, Eis und Schnee sind hohe Risikofaktoren. Doch was macht der Motorradfahrer, der sein Moped auch in den Wintermonaten zum Beispiel für die Fahrt zur Arbeitsstätte benötigt? Ganz wichtig: Winterreifenpflicht beachten! Sie gilt nicht nur für Pkw, sondern auch für Zweirad-Piloten. Das Problem liegt in der Beschaffung von entsprechenden Reifen mit M+S Kennzeichnung. Hier ist die Angebotspalette noch relativ dünn gesät. Einen Vorteil haben da die Enduro-Fahrer. Der TKC 80 Stollenreifen beispielsweise hat die entsprechende Kennzeichnung. Die Benutzung eines solchen Reifens führt bei winterlichen Straßenverhältnissen weder zu bußgeldrechtlichen noch zu versicherungsrechtlichen Konsequenzen.

Achtung salzig!

Salz greift generell die Motorräder an. Es gilt also genau zu überlegen, ob es sich lohnt, nochmal kurz eine Runde zu drehen, wenn sich bereits Salz oder Reste davon auf der Fahrbahn befinden. Derjenige, der dennoch fährt, sollte sein Motorrad direkt danach mit Wasser von Salzresten befreien. Aber Vorsicht: Nur mit kaltem Wasser ! Denn warmes Wasser verstärkt den Salzeffekt.Der Luftdruck sollte bei Fahrten im Winter immer eine geringere Anzahl von bar haben als normal. Meist empfiehlt der Hersteller eine von-bis-Angabe des Reifendrucks; sowohl beim Vorder- wie beim Hinterreifen. Hier rät der Fachmann die niedrigste angegebene Zahl; da der Reifen sich so mehr drückt und damit mehr Auflagefläche bekommt.Außerdem ist es für die Lebensdauer der Kette von Vorteil, wenn man diese im Winter alle 250 Kilometer neu schmiert.Überwinterung in der Garage

Im Normalfall stellt der Biker sein Motorrad über die Wintermonate in der Garage oder in einer Scheune ab. Bevor er dies tut, sind nachfolgende Punkte ein Muss, um Folgeschäden oder ein schlechtes Erwachen im Frühling zu vermeiden:

Punkt 1: Ständer/Luftdruck

Ideal ist, sein Moped auf spezielle Motorradständer bzw. Montageständer aufzubocken, sowohl für den Vorder- wie für den Hinterreifen. Dann ist der normale Luftdruck angesagt. Stellt man es auf den Seitenständer ab, sollten die Reifen vorne mindestens mit 3,0 bar und hinten mit 3,5 bar befüllt sein. Somit entgeht man der Gefahr eines Standplatten.

Punkt 2: Kraftstoff/ Tankbefüllung

Bei älteren Motorrädern bzw. Bikes mit Stahltank ist sehr wichtig, diesen "krache voll zu tanken" bis zur Oberkante. Ansonsten fängt er den Winter über an zu rosten. Die neueren Motorräder sind meist mit Kunststofftanks ausgestattet und somit ist ein Volltanken nicht mehr angesagt.

Für beide Varianten empfiehlt es sich aber zusätzlich, sogenannte Winter Kraftstoffzusätze zu verwenden, damit sich der Kraftstoff während der Standzeit weder zersetzt noch absetzt. Bei Vergaser-Modellen nicht vergessen, den Sprit aus dem Vergaser abzulassen oder den Benzinzulauf zu schließen und das Motorrad so lange laufen lassen, bis es ausgeht.Bei einem Unterdruckbenzinhahn entweder den Unterdruckschlauch abziehen oder kontinuierlich den Vergaser direkt ablassen. Bei Oldtimern ist es sinnvoll, den Schlauch vom Benzinhahn abzuziehen, da hierdurch auch ein Nachtropfen ausgeschlossen wird.

Punkt Nr. 3: Pflege

Oftmals wird vor dem Winter zu lange gewartet, das Motorrad richtig vom Dreck, Fliegen und anderen Verschmutzungen zu befreien. Die Folge: Das Bike wird aufgrund der fehlenden Wärme nicht mehr richtig trocken. Zusatzinfo: Fliegen sind organisch und fressen sich im wahrsten Sinne des Wortes in den Lack hinein, bedingt auch durch deren Säure. Also nicht nur vor dem Winter regelmäßig davon befreien.

Punkt Nr. 4: Abdeckplane

Eine Abdeckplane oder Staubplane ist ein idealer Schutz während der Standzeit. Besteht diese zum Beispiel nur aus Plastik, dann empfiehlt sich ein altes Betttuch vorher über das Motorrad zu legen, somit werden Kratzer an besonders sensiblen Teilen wie zum Beispiel dem Windschild vermieden. Bei sogenannten Vollgaragen, wo das Motorrad koplett unter der Plane verschwindet und teilweise sogar per Reisverschluss geschlossen wird, ist es sinnvoll, ein Feuchtigkeitssammler mit rein zu stellen.

Punkt Nr. 5: Batterie

Wird das Motorrad an einem Ort abgestellt oder untergebracht, wo im Winter Minusgrade herrschen, so ist die Batterie immer auszubauen und diese an einem wärmeren Ort aufzubewahren. Die Batterie selbst sollte dann spätestens alle zwei Monate geladen werden. Auf keinen Fall sollte man sogenannte Erhaltungsgeräte komplett die ganze Zeit über angeschlossen lassen; auch, wenn teilweise die Beschreibung etwas anderes vorgaukelt. Steht das Bike in einem Raum in dem die Frostgrenze nicht erreicht wird, kann die Batterie auch im Bike eingebaut bleiben – auch hier dann spätestens alle zwei Monate die Batterie neu laden.PS. Eine Nassbatterie muss immer ausgebaut werden.Tipp: Ist die Batterie nicht ausgebaut, so verlängert man die Lebensdauer, wenn das Motorrad im Abstand von eineinhalb bis zwei Monaten angelassen und für mindestens eine halbe Stunde laufen gelassen wird, damit ist das Bike betriebswarm. Ein nur kurzes Starten und Laufen vernichtet die Zündkerzen.

Punkt Nr. 6: Gabel

Manchmal taucht nach dem Winter die Situation auf, dass sich die Gabel-Simmeringe an den Standrohren festsaugen. Dann entsteht im Frühjahr die Gefahr, dass beim ersten Bewegen des Bikes die Simmeringe einreißen; somit sind sie undicht. Dem beugt man vor, indem man das Bike während der Standzeit einfach mal kurz einwippt. Bei Neufahrzeugen besteht diese Gefahr nicht, da sich noch genügend Fett zwischen Simmering und Tauchrohr befindet.

LESER-TIPP: Wilfried S. hat uns nach Veröffentlichung dieses Artikels darauf hingewiesen, dass es seiner Erfahrung nach noch sinnvoller ist das Waffenöl "Ballistol" zur Pflege der Dichtringe zu benutzen. "Regelmäßig ein paar Tropfen - auch im Sommer - in den Spalt zwischen Tauchrohr/Standrohr geben und der Austausch der Dichtringe rückt dadurch in weite Ferne", so Wilfried.

Ran an die Arbeit

Und jetzt viel Spaß bei den individuellen Vorbereitungen für den Winter, damit das Bike im Frühjahr noch genauso top da steht wie jetzt.

Stress sparen!

Wer auf Nummer sicher gehen möchte gibt sein Bike zur Überwinterung direkt beim Händler seines Vertrauens ab. Dort stehen die Motorräder in der Regel in klimatisierten Räumlichkeiten sicher und können optimal überwintern. Zusätzlich bieten viele Händler Wartungen oder Umbauten während der Wintermonate an. Das Motorrad kann dann in der neuen Saison komplett fahrfertig abgeholt werden.

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