Die nackte Wahrheit

Nippel-Verbot auf Instagram: Das ist der wahre Grund

Miley Cyrus arrives on the red carpet at the MTV Video Music Awards (VMA), August 30, 2015 at the Microsoft Theater in Los Angeles, California.            AFP PHOTO/Mark RALSTON
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Stars wie Miley Cyrus protestierten auf ihre Art gegen das Verbot: Mit noch mehr nackter Haut.

München - Das rigide Verbot von Brüsten auf Instagram sorgte immer wieder für Proteste. Nun hat der Chef des Foto-Netzwerks eine Erklärung abgeliefert - die Instagram nicht wirklich entlastet.

Schon seit Monaten kämpfen Frauen auf der ganzen Welt gegen das soziale Netzwerk Instagram. Der Dienst verbietet nämlich rigoros Fotos der weiblichen Brust - Männer hingegen dürfen Fotos mit nacktem Oberkörper posten. Der Hashtag #freenipple war geboren - und damit eine ganze Bewegung. Prominente, wie Miley Cyrus drückten ihren Protest aus, indem sie so viele Oben-Ohne-Fotos wie möglich von sich posteten - die Brustwarzen dabei immer mit kreativen bunten Stickern abgedeckt. Auch die Tochter von Bruce Willis, Scout, protestierte, indem sie ohne Oberteil durch New York spazierte und die Fotos anschließend bei Instagram hochlud, um so eine Löschung zu provozieren.

Jetzt hat sich der Chef von Instagram, Kevin Systrom, bei einem Event in London zu dem absurden Verbot geäußert. Seine Antwort überrascht, denn Systrom zeigt mit dem Finger auf andere.

Schuld an der Nippel-Sperre seien nämlich die strengen Regeln des App Stores von Apple, wird Systrom unter anderem von businessinsider.com zitiert. Die Instagram-App ist dort ab 13 Jahren freigegeben. Wenn die Betreiber bei nackter Haut weniger hart durchgreifen würden, bestünde die Gefahr, dass Apple die Altersgrenze der App auf "ab 17" heraufstufen würde. Der Instagram-Chef erklärte weiter, man wolle aber für möglichst viele Menschen verfügbar sein. Sollte das Zugangsalter angehoben werden, wäre die jüngste Zielgruppe für das Unternehmen verloren.

Trotz der Selbstzensur will Instagram ein Portal bleiben, auf dem sich alle Menschen künstlerisch ausdrücken können. Bilder von stillenden Müttern oder Brüste nach einer Mastektomie mit sichtbarer OP-Narbe sind erlaubt - allerdings auch erst seit 2014 und entsprechenden Protesten weiblicher Nutzer.

vf

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