Persönliche Daten schützen

Bei verdächtigen Abfragen zunächst falsches Passwort nutzen

+
Wem die Passwortabgabe merkwürdig vorkommt, der sollte erstmal ein falsches Passwort eingeben. Foto: Kai Remmers/dpa/tmn

Plötzlich fragt das Smartphone nach dem Passwort? Das könnte eine ganz normale Abfrage zur Sicherheit sein - oder ein Phishing-Versuch. Wer sich unsicher ist, kann einen kleinen Trick versuchen.

Berlin (dpa/tmn) - Unerwartet aufspringende Eingabefenster mit Passwortabfragen auf Smartphone oder Computer können legitime Sicherheitsmaßnahmen des Betriebssystems sein. Oder aber geschickte Versuche, persönliche Daten von Nutzern abzugreifen, sogenanntes Phishing.

Apples iOS etwa fragt Nutzer in unregelmäßigen Abständen und bei unterschiedlichen Anlässen nach ihren Zugangsdaten. Kriminelle könnten etwa mit Hilfe von identisch gestalteten Abfragen in den Besitz von Zugangsdaten kommen, befürchten Sicherheitsforscher.

Wer sich bei einer plötzlichen Passwortabfrage unsicher ist, kann einen einfachen Trick nutzen. Der norwegische IT-Sicherheitsexperte Per Thorsheim rät im Netzwerk Twitter dazu, zunächst ein falsches Passwort einzugeben - und zu sehen, was passiert. Wird die Eingabe des falschen Passworts akzeptiert, handelt es sich wahrscheinlich um Phishing.

Handelt es sich um eine echte Abfrage des Betriebssystems, erhalten Nutzer bei einer Falscheingabe eine Fehlermeldung. Thorsheim empfiehlt dieses Vorgehen auch bei verdächtigen Geldautomaten im Ausland oder Kartenzahlungsterminals.

100-prozentige Sicherheit bietet dieser Trick natürlich nicht. Findige Betrüger könnten beispielsweise bei jeder Eingabe zunächst eine Fehlermeldung anzeigen. Wer Sorge hat, dass sein Passwort in falsche Hände gelangt sein könnte, sollte es schnellstmöglich in der Kontenverwaltung des jeweiligen Dienstes ändern.

Gute Passwörter sind laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mindestens acht Zeichen lang und bestehen aus Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Ziffern. Passphrasen mit mehreren durch Leerzeichen getrennten Wörtern erhöhen die Komplexität. Die Absicherung von Nutzerkonten durch Zweifaktorauthentifizierung bietet zusätzlichen Schutz. Dann muss beim Log-in neben dem Passwort noch ein weiterer Sicherheitscode eingegeben werden. Er kommt beispielsweise per SMS oder über spezielle Apps auf das Smartphone.

Tweet von Per Thorsheim (Englisch)

Report von Sicherheitsforscher Felix Krause (Englisch)

Hinweise vom BSI

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Spiele-Charts: Von Herzklopfen und Prügelknaben

Gegensätzlicher könnten die Vorlieben der iOS-Gamer kaum sein: Während die einen derzeit einer interaktiven Bilderbuchromanze verfallen sind, bringen die anderen …
Spiele-Charts: Von Herzklopfen und Prügelknaben

Top-Apps: Medaillenfieber und der perfekte Schlag

In Pyeongchang ‎regnet es derzeit Medaillen. Auch die App Charts stehen diese Woche ganz im Zeichen der Olympischen Winterspiele und deren Übertragung. Denn besonders …
Top-Apps: Medaillenfieber und der perfekte Schlag

Anbieter ringen um richtigen Weg beim Breitbandausbau

Wie schnell ist das Internet? Diese Frage dürfte in Deutschland je nach Standort unterschiedlich beantwortet werden. Die Anbieter machen nach eigenem Bekunden zwar Tempo …
Anbieter ringen um richtigen Weg beim Breitbandausbau

Snapdragon 845 sendet Bluetooth an mehrere Lautsprecher

Musik kabellos auf mehrere Lautsprecher oder Kopfhörer zu übertragen - das ging bisher meist nur mit Multiroom-Systemen. Ein neuer Chip von Qualcomm rüstet nun das …
Snapdragon 845 sendet Bluetooth an mehrere Lautsprecher

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.