Gründer von GMX

Vier Münchner wollen WhatsApp Konkurrenz machen - mit einem klaren Vorteil

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Die Gründer der Brabbler AG (von Links nach rechts): Peter Köhnkow, Jörg Sellmann, Eric Dolatre und Karsten Schramm. 

München - Sie sind die Gründer von GMX. Jetzt wollen die Münchner mit ihrer "Brabbler"-App WhatsApp, Facebook und Co. den Kampf ansagen. Dabei haben sie ein Ass im Ärmel.

Vor knapp zwanzig Jahren gründeten Karsten Schramm, Eric Dolatre und Peter Köhnkow das deutsche Webportal GMX. Sie gehörten zu den wenigen, die sich tatsächlich im Kampf der E-Mail-Dienste durchsetzen konnten. Heute wollen sie es noch einmal in der digitalen Welt versuchen - diesmal mit einer App. Ihr Motto: "Eine digitale Welt, in der Vertraulichkeit und Privatsphäre Realität sind."

"Brabbler" soll sie heißen, die neue App fürs Smartphone. Damit wollen sie herkömmlichen Messenger-Diensten wie WhatsApp und dem Facebook-Messenger ordentlich Konkurrenz machen. Ihr Vorteil: Datenschutz. Im Gegensatz zu WhatsApp sollen keinerlei Daten der Nutzer weitergegeben werden. In keinster Weise. Nicht für Geld und auch nicht für Werbung. 

Manchmal plagt die Münchner das schlechte Gewissen

"Wir verschlüsseln konsequent sämtliche Daten, das bedeutet, dass nicht nur der Transport (Ende-zu-Ende) verschlüsselt ist, sondern auch die Speicherung der Daten. So können Unberechtigte keine Daten mehr abziehen. Die Verschlüsselung erfolgt automatisch", so die Gründer der Brabbler AG gegenüber unserer Onlineredaktion. Das unterscheidet sie von anderen Messenger-Diensten, die lediglich eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten.

Die Münchner plagt dabei auch ein wenig das schlechte Gewissen. "Wir haben die personalisierte Werbung bei GMX mit erfunden und vorangetrieben. Die Büchse der Pandora möchte ich nun wieder schließen", erklärt Eric Dolatre der Süddeutschen Zeitung

Die vier Münchner erzählen unserer Onlineredaktion zudem: "Was uns antreibt sind die Ideen, die aus der ganz eigenen persönlichen Anwendersicht entstehen. Wir möchten Lösungen schaffen, die wir uns selbst wünschen - und für alle verfügbar machen."

Doch sie wollen mehr bieten als einen reinen Messenger-Dienst. "Dabei spielen neben dem Thema Messaging auch der Kalender, die persönlichen Kontakte wie auch der Dateienaustausch eine große Rolle. Messaging macht dabei nur einen rund 20 prozentigen Anteil aus", bemerken die Gründer gegenüber unserer Onlineredaktion.

Datenschutz ist nicht kostenlos

Die Gründer, Innovatoren und Schnell-Entscheider - wie sie sich selbst nennen - wollen den Menschen jedoch nicht nur eine Alternative bieten, sie wollen ihnen auch begreiflich machen, dass sie bei ihrem Dienst nicht mit ihren Daten zahlen, die Kosten aber dennoch gedeckt werden müssen. Die Gründer der Brabbler AG: "Die Nutzung kostet für Privatpersonen einen kleinen monatlichen Betrag, vergleichbar mit einer Holler-Schorle. Zum Ausprobieren ist eine Testversion 30 Tage kostenfrei nutzbar." Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, soll die App pro Monat drei Euro oder im Jahresabo 30 Euro kosten.

Im Herbst wird erst mal eine Beta-Version des Dienstes veröffentlicht. Dafür suchen die GMX-Gründer derzeit noch Tester. Sind nach einiger Zeit dann alle Fehler und Probleme behoben, soll das Chat-Programm voraussichtlich 2017 für alle auf den Markt kommen.

Allo: Google will WhatsApp Konkurrenz machen

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