Pandemie

Corona-Booster: Drittimpfung im Herbst für bestimmte Gruppen empfohlen

Die Drittimpfung gegen Corona wird derzeit hauptsächlich für ältere Menschen und Risikopatient:innen empfohlen.
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Die Drittimpfung gegen Corona wird derzeit hauptsächlich für ältere Menschen und Risikopatient:innen empfohlen.

Für wen ist eine Drittimpfung gegen Corona sinnvoll und wer sollte noch warten? Fachleute sind sich einig und fordern eine Vorgabe der Stiko.

Frankfurt – Die Corona-Pandemie ist trotz vorhandener Impfstoffe noch nicht überwunden, die Zahlen steigen in Deutschland seit einiger Zeit wieder an. In Israel werden bereits seit einiger Zeit Menschen ein drittes Mal gegen Corona geimpft und auch in Deutschland sind die Drittimpfungen angelaufen. Bisher gibt es in Deutschland einen Beschluss der Gesundheitsminister über die Drittimpfung, aber noch keine medizinische Vorgabe, wer wann die dritte Spritze gegen Covid-19 erhalten soll. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, fordert deshalb eine Vorgabe durch die Ständige Impfkommission (Stiko).

Auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach* fordert eine entsprechende Vorgabe: „Es muss klar sein, um welche Jahrgänge es sich handelt und bei welchen Risikofaktoren eine dritte Impfung angezeigt ist“, zitiert die Tagesschau Lauterbach. Ebenfalls müsse klar sein, wer auf eine Drittimpfung gegen Corona* vorerst warten müsse. Doch was genau bewirkt die dritte Impfung gegen Corona eigentlich und für wen ist eine Drittimpfung gegen Covid-19 sinnvoll?

Drittimpfung gegen Corona: Für wen der Booster im Herbst 2021 sinnvoll ist

Fachleute gehen momentan davon aus, dass eine Auffrischungsimpfung im Herbst 2021 vor allem für ältere Menschen und Risikopatient:innen sinnvoll ist. „Nach einem halben Jahr geht das über die Impfung erworbene Antikörper-Level vor allem bei sehr alten Menschen deutlich runter“, erklärte der Virologe Christian Drosten (Charité Berlin) kürzlich gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Zudem wurden betagte Menschen zuerst geimpft – die Zweitimpfungen fanden teilweise bereits im Januar und Februar 2021 statt, was Auffrischungen nötig machen kann, da seit der Impfung bereits einige Zeit vergangen ist.

Laut dem Beschluss der Gesundheitsminister bekommen in Deutschland folgende Gruppen eine Auffrischimpfung angeboten:

  • Einrichtungen mit gefährdeten Gruppen (Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe etc.)
  • Patient:innen mit geschwächtem Immunsystem
  • Daheim lebende Pflegebedürftige
  • Personen ab 80 Jahre
  • Menschen, die vollständig mit Vektorimpfstoffen geimpft wurden (2x Astrazeneca oder 1x Johnson & Johnson)

Corona: Booster-Impfung sorgt für mehr Antikörper

Daten, die die Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer* zur Zulassung der Auffrischungsimpfung in den USA eingereicht haben, sollen zeigen, dass die Menschen, die die Auffrischungsimpfung acht bis neun Monate nach der zweiten Dosis erhalten hatten, „signifikant höhere neutralisierende Antikörpertiter“ hatten. Die Auffrischung der Corona-Impfung soll auch für andere Personen aus der Impf-Prioritätengruppe 1 sinnvoll sein, erklärt der Immunologe Carsten Watzl gegenüber der Tagesschau und zählt „Organtransplantierte, Krebspatienten, besonders während der Therapie, aber teilweise auch Dialysepatienten und Patienten mit Autoimmunerkrankungen“ auf.

Früher oder später dürfte die Drittimpfung gegen Corona jedoch für alle notwendig sein, betont der Virologe Martin Stürmer. Aktuell sei es jedoch ausreichend, ältere und immungeschwächte Menschen ein drittes Mal zu impfen. Bisher ist nicht genau bekannt, wie lange der Impfschutz anhält und es ist auch noch nicht vollständig geklärt, wie das menschliche Immunsystem das Coronavirus abwehrt. Bei den Booster-Impfungen, die in Deutschland derzeit anlaufen, werden die mRNA-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna* verimpft – unabhängig davon, welcher Corona-Impfstoff* zuvor verabreicht wurde. (tab) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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