Spiele im Test

„Divinity - Original Sin 2“ für Nintendo Switch: Riesenwelt in Hosentaschengröße

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Die Umgebung spielt bei den taktisch fordernden Kämpfen eine wichtige Rolle.

„Divinity - Original Sin 2“ ist ein Spiel wie gemacht für Maus und Tastatur. Ein umfang- und storyreiches Rollenspiel, das man am besten am heimischen Schreibtisch spielt. Basta. Nun ist allerdings die „Definitive Edition“ des mit Preisen überhäuften Spieleklassikers auch für die Nintendo Switch erschienen. Kann das funktionieren?

Als vor einigen Jahren „Divinity - Original Sin“ erschien, belebte der Titel fast im Alleingang das Genre der klassischen PC-Rollenspiele wieder. Der erste Teil verschloss sich vielen modernen Komfort-Features, paarte Anspruch mit großer spielerischer und taktischer Freiheit, würzte das alles mit einer fesselnden Geschichte und war vollkommen zurecht ein Riesenerfolg. Wo man in modernen Rollenspielen kaum mehr als ein paar Knöpfchen drücken muss, war in „Original Sin“ noch echte Arbeit gefragt, die sich allerdings in echter Spielfreude auszahlte.

Dass mit „Original Sin 2“ ein Nachfolger entstand, war nur folgerichtig. Das Entwicklerstudio „Larian“ drehte dabei an den genau richtigen Stellschrauben. Die Story mit ihren vielen verschiedenen Charakteren und rückte deutlich mehr in den Fokus, ohne dass die bisherigen Serientugenden verloren gingen oder verwässert wurden. Reihenweise Spitzenbewertungen waren der verdiente Lohn.

„Divinity - Original Sin 2“ im Test: Für die Switch darf es schon die Brille sein

Wie man es von Larian mittlerweile gewohnt ist, wurde auch nach dem Release des Spieles permanent weiter an „Original Sin 2“ gewerkelt, wurde weiter poliert, erweitert und verbessert. Nach und nach erschien das Spiel zudem auch auf immer mehr Plattformen - unter anderem auch auf Playstation und XBox.

Bei der Charaktererstellung gibt es maximale Flexibilität. Fast alles kann angepasst werden. 

Jetzt erscheint die wohl kompletteste Version des Spiels - die „Definitive Edition“ - ausgerechnet auf der Nintendo Switch. Kann das gut gehen? Ein derart riesiges Spiel auf einer derart kleinen, tragbaren Konsole? Man muss schon ehrlich sein: Ein paar Minten Eingewöhnung braucht man schon. Zuerst kramt der Tester im Urlaub hektisch die Brille heraus, weil der kleine Bildschirm der Switch die viele Schrift - und in „Original Sin 2“ gibt es viel zu lesen - schon ein bisschen krümelig darstellt. 

„Divinity - Original Sin 2“ im Test: Die Steuerung ist ungewohnt, aber schnell erlernt

Anschließend gilt es, die Tastenbelegungen zu erlernen. Vieles, was man am PC oder Mac einfach mit einem Mausklick erledigt, hat hier eine extra Taste. Doch nach einer halben Stunde hat das Grundprinzip verstanden und wirft (zumindest, wenn man wie der Tester einen Feuermagier spielt) gekonnt mit den Branddolchen in der Gegend herum. Spätestens dann hat einen das Spiel auch endgültig gepackt. Es ist faszinierend, mit welcher Eleganz und Leichtigkeit Larian dieses riesige, anspruchsvolle Spiel nahezu 1:1 auf die Switch portiert hat. Egal ob Online-Multiplayer oder die Übernahme von Spielständen der Steam-Version - alles läuft reibungslos. 

„Divinity - Original Sin 2“ im Test: Riesenwelt mit tollen Geschichten und ausgeklügeltem Kampfsystem

Am Spiel selbst wurden keine Abstriche gemacht. Neben der fesselnden Geschichte und einer Spielwelt, die prallvoll ist mit skurrilen, fiesen, edlen Figuren, voll mit (wenn man denn den Skill „Tierfreund“ geskillt hat) geschwätzigen Tieren wie depressiven Ratten oder einem Eichhörnchen, dass auf die durch die „große Nuss“ ausgelöste Apokalypse wartet und voll mit zahllosen Ecken und Enden, die es zu entdecken und zu plündern gilt, neben all dem wartet auch nach wie vor ein ausgeklügeltes Kampfsystem auf den Spieler. „Divinity - Original Sin 2“ macht einen spürbaren (und teilweise sehr schmerzhaften) Unterschied zwischen verschiedenen Stärken und Schwächen. 

Die Ausrüstungsvarianten sind nahezu unendlich.

Es nutzt geschickt die Umgebung. Steht der Feind im Wasser? Ein Blitzzauber sorgt für ein Tänzchen? Was folgt, nachdem wir ihm eine Öllache vor die Füße gehext haben? Natürlich ein Feuerpfeil. Allerdings müssen wir da vorher noch schnell unseren Nahkämpfer in Sicherheit bringen, der auf Tuchfühlung zum Feind gegangen ist... Denn wenn es einmal brennt, leiden Freund wie Feind gleichzeitig unter den Auswirkungen.

Fazit

Die Transplantation eines riesigen PC-Rollenspiels auf die kleine Switch ist ganz hervorragend gelungen. Hat man sich erst einmal an die etwas komplizierte, aber durchaus meisterbare Steuerung gewöhnt, erwartet einen ein gigantisches, spannendes und äußerst liebevoll gestaltetes Spiel, das locker für Wochen (oder wie bei der Switch wahrscheinlicher) gleich für mehrere Urlaube reicht.

Wer jetzt in Sachen „Rollenspiele auf der Switch“ auf den Geschmack gekommen ist, der sollte auch das wundervolle „Fire Emblem - Three Houses“ nicht verpassen. Wozu indes die „großen“ Konsolen in der Lage sind, sieht man bei „The Division 2“.

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