"Messenger Kids"

Facebook bringt Chat-App für Kinder heraus

+
Facebook will für junge Nutzer einen Kinder-Messenger bereitstellen. Er soll diverse Sicherheitsfunktionen enthalten. Foto: Tobias Hase

Facebook bietet zum ersten Mal einen Dienst für Kinder im Alter unter 13 Jahren an. Im "Messenger Kids" sollen sie in einer geschützten Umgebung mit Familienmitgliedern und untereinander kommunizieren. Jeder einzelne neue Kontakt muss von den Eltern abgesegnet werden.

Menlo Park (dpa) - Facebook startet zunächst in den USA erstmals eine Chat-App speziell für Kinder. Die Accounts im "Messenger Kids" können nur von den Eltern angelegt werden, und diese müssen auch jeden einzelnen neuen Kontakt freigeben, wie Facebook erklärte.

In der App werde keine Werbung angezeigt, und ihre Daten würden nicht für Anzeigen ausgewertet, betonte das weltgrößte Online-Netzwerk. Mit der Anmeldung beim Kinder-Messenger werde auch kein Facebook-Profil erstellt. Die App ist für Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren gedacht.

Nach den amerikanischen Bestimmungen zum Kinderschutz dürfen Online-Dienste wie Facebook erst Nutzer ab einem Alter von 13 Jahren für ihre Standard-Versionen ohne spezielle Kontrollmechanismen akzeptieren. In der Praxis melden sich jedoch oft auch jüngere Kinder unter Angabe eines falschen Geburtsdatums an und setzen sich damit Gefahren aus. Facebook selbst verweist auf eine Umfrage, nach der 80 Prozent der Kinder im Alter zwischen 8 und 13 Jahren angefangen hätten, soziale Medien zu nutzen.

Die Online-Dienste, denen massiver Ärger mit der amerikanischen Verbraucherschutz-Aufsicht FTC droht, wenn sie Minderjährige auf ihren Plattformen nicht schützen, richten deswegen verstärkt abgesicherte Bereiche für kleinere Kinder ein. Allerdings löst das auch nicht alle Probleme: So musste etwa Googles Videoplattform YouTube jüngst feststellen, dass in ihren Dienst für Kids auch nicht kindgerechte Inhalte durchrutschten.

Facebook setzt beim Messenger Kids diverse Schutzmaßnahmen ein. So müssen sich Eltern mit der Eingabe ihres Facebook-Passworts identifizieren, bevor ein Account bei dem Kinder-Messenger eingerichtet werden kann. Wenn Kinder sich gegenseitig als Kontakte hinzufügen wollen, muss das von den Eltern auf beiden Seiten abgesegnet werden, sagte der zuständige Produktmanager Loren Cheng. Die Kinder können nichts im Messenger Kids löschen, Eltern haben zugleich keinen Zugriff auf den Inhalt von Unterhaltungen von ihren eigenen Geräten aus. Einen Mechanismus zur Übertragung von Daten in die Erwachsenen-Version des Messenger bei Erreichen des Alters von 13 Jahren gibt es bisher nicht, ein automatisches Kopieren sei aus Sicht von Facebook auf jeden Fall nicht sinnvoll, sagte Cheng.

Zu einem möglichen internationalen Start der App hält sich Facebook bedeckt. Man wolle zunächst die Erfahrungen in den USA auswerten, sagte Cheng.

Facebook zum Messenger Kids

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ungewollte Sprachnachrichten bei Alexa verhindern

Was in den eigenen vier Wänden gesprochen wird, ist nicht unbedingt für fremde Ohren bestimmt. Doch einem Paar in den USA verschaffte Alexa nun unerwünschte Mithörer. …
Ungewollte Sprachnachrichten bei Alexa verhindern

App-Charts: Fotos retuschieren und Musik hören

Von Entspannung bis Ästhetik - iOS-Apps machen vieles möglich. Derzeit greifen Nutzer gern auf ein Fotobearbeitungsprogramm und ein Musikstreaming-Dienst zurück. Beliebt …
App-Charts: Fotos retuschieren und Musik hören

Office für Mac verschickt Diagnose-Daten

Kürzlich führte Microsoft ein Update seiner Office-Software durch. Mac-Nutzer müssen nun zustimmen, dass Diagnose-Daten an den Hersteller übertragen werden - ohne die …
Office für Mac verschickt Diagnose-Daten

DSGVO: Ende der Fotografie oder halb so schlimm?

Welche Folgen hat die Datenschutzgrundverordnung DSGVO für Fotografen? Steht die Fotografie, wie wir sie kennen, vor dem Aus? Unter Rechtsexperten läuft eine hitzige …
DSGVO: Ende der Fotografie oder halb so schlimm?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.