Rechte-Check

Kamera-Apps funken persönliche Daten nach China

+
In den Einstellungen von Android- und iOS-Geräten lässt sich weitgehend selbst bestimmen, welche Rechte sich eine App herausnehmen darf. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

Eigentlich sollen sie nur den Austausch von Fotos zwischen Kamera und Smartphone erleichtern oder als Fernbedienung dienen. Aber wie Stiftung Warentest herausgefunden hat, erfassen einige Kamera-Apps auch persönliche Daten ihrer Nutzer und senden sie in die Welt.

Berlin (dpa/tmn) - Standortdaten, Gerätenamen, Netzwerknamen - einige Kamera-Apps, die eigentlich nur Smartphone und Kamera verbinden sollen, versenden persönliche Informationen ihrer Nutzer. Experten von Stiftung Warentest raten daher zur Kontrolle der Berechtigungen, die sich eine App einräumt.

In einem Test von acht Smartphone-Apps fiel besonders die App Mirrorless des Herstellers Yi auf. Sie überträgt laut Stiftung Warentest Daten wie Gerätekennung von Smartphone und Kamera sowie Name und Kennwort des WLAN-Netzes auf Server in China. Für die eigentliche Funktion - das Teilen von Bildern in sozialen Netzwerken - sind diese Daten nicht erforderlich. Außerdem werden weitere Daten an Google oder Facebook übertragen. Um Erlaubnis fragt das Programm seine Nutzer dabei nicht, ein Widerspruch ist nicht vorgesehen. Einen technischen Grund für diese Datenübertragung sehen die Warentester nicht.

Auch Sonys App PlayMemories Mobile sendet Daten zur verwendeten Kamera und zum Mobilfunkanbieter nach Japan sowie Standortdaten der Nutzer an Google (Android-App) und Apple (iOS-App). Auch Apps von Fujifilm (Camera Remote für Android), Nikon (Snap Bridge für iOS) und Olympus (Share Image) verraten den Standort ihrer Nutzer. Gar keine Nutzerdaten senden Canons Camera Connect, Fujifilms Camera Remote für iOS, Panasonics Image App, Ricohs Image Sync und Nakons SnapBridge für Android.

Die Warentester raten deswegen zum konsequenten Rechte-Check für Foto-Apps. Das geht auf iOS-Geräten im Bereich "Datenschutz", bei Androiden im Menüpunkt "Apps", unter Android 8 direkt unter "Apps und Benachrichtigungen". Besonders das Erfassen von Standort- und Kameradaten sollte möglichst verhindert werden. Im Zweifelsfall lässt man von Schnüffel-Apps lieber die Finger.

Bericht von Stiftung Warentest

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ungewollte Sprachnachrichten bei Alexa verhindern

Was in den eigenen vier Wänden gesprochen wird, ist nicht unbedingt für fremde Ohren bestimmt. Doch einem Paar in den USA verschaffte Alexa nun unerwünschte Mithörer. …
Ungewollte Sprachnachrichten bei Alexa verhindern

App-Charts: Fotos retuschieren und Musik hören

Von Entspannung bis Ästhetik - iOS-Apps machen vieles möglich. Derzeit greifen Nutzer gern auf ein Fotobearbeitungsprogramm und ein Musikstreaming-Dienst zurück. Beliebt …
App-Charts: Fotos retuschieren und Musik hören

Office für Mac verschickt Diagnose-Daten

Kürzlich führte Microsoft ein Update seiner Office-Software durch. Mac-Nutzer müssen nun zustimmen, dass Diagnose-Daten an den Hersteller übertragen werden - ohne die …
Office für Mac verschickt Diagnose-Daten

DSGVO: Ende der Fotografie oder halb so schlimm?

Welche Folgen hat die Datenschutzgrundverordnung DSGVO für Fotografen? Steht die Fotografie, wie wir sie kennen, vor dem Aus? Unter Rechtsexperten läuft eine hitzige …
DSGVO: Ende der Fotografie oder halb so schlimm?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.