Google reagiert

Lautsprecher hörte alles mit: Bedenklicher Fehler bei „Google Mini“ 

+
Google-Designerin Isabelle Olsson bei der Vorstellung des Google Mini

Ein kleiner Apparat, der seinen Benutzer ständig belauscht - und die Mitschnitte ins Internet stellt. Mit Testgeräten des „Google Mini“ ist ein Datenschutz-Alptraum wahr geworden.

Mountain View/Moskau - Angeblich handelte es sich nur um einen temporären Fehler- aber er unterstreicht die Datenschutz-Risiken der neuen Technik: Einige der an Journalisten ausgegebenen vernetzten Lautsprecher von Google hörten ständig ihrer Umgebung zu, weil der Aktivierungsmechanismus defekt war. Google griff mit einem Software-Update ein und betonte, die vorbestellten Verkaufsversionen des Lautsprechers Google Mini seien davon nicht betroffen.

Obwohl nur einige wenige Geräte betroffen waren, trifft der Vorfall genau die Ängste, von smarten Lautsprechern belauscht zu werden. Die Geräte, die Sprachbefehle der Nutzer ausführen können, hören eigentlich nur zu, wenn sie aktiviert wurden. Das können Weck-Wörter wie „Ok, Google“ oder „Alexa“ bei Amazons Echo-Geräten sein.

Google deaktiviert Funktion dauerhaft

Zugleich ist es möglich, die Mikrofone per Knopfdruck zu aktivieren. Beim Google Mini hält man dafür den Finger auf die Oberseite des Geräts. Diese Funktion war auch das Problem: Der Lautsprecher registrierte einen Fingerdruck, auch wenn keiner da war. Aufgefallen war der Fehler dem Journalisten Artem Russakovskii vom Technologieblog Android Police, der feststellte, dass der Lautsprecher lange Mitschnitte auf die Google-Server hochlud. 

Google hat als erste Reaktion die dafür verantwortliche Funktion deaktiviert. Man werde mit Finger-Bewegungen auf der Oberseite des „Google Home Mini“ zwar weiterhin die Lautstärke regeln - aber nicht mehr die Aufnahme aktivieren können, erklärte Google am Donnerstag. Dabei soll es nun auch bleiben.

Lesen Sie auch: Sie sollen für Sicherheit sorgen, sind aber selbst zum Teil sehr unsicher. Die Stiftung Warentest findet bei Überwachungskameras mit Internetverbindung viele Mängel.

dpa/fn

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Ungewollte Sprachnachrichten bei Alexa verhindern

Was in den eigenen vier Wänden gesprochen wird, ist nicht unbedingt für fremde Ohren bestimmt. Doch einem Paar in den USA verschaffte Alexa nun unerwünschte Mithörer. …
Ungewollte Sprachnachrichten bei Alexa verhindern

App-Charts: Fotos retuschieren und Musik hören

Von Entspannung bis Ästhetik - iOS-Apps machen vieles möglich. Derzeit greifen Nutzer gern auf ein Fotobearbeitungsprogramm und ein Musikstreaming-Dienst zurück. Beliebt …
App-Charts: Fotos retuschieren und Musik hören

Office für Mac verschickt Diagnose-Daten

Kürzlich führte Microsoft ein Update seiner Office-Software durch. Mac-Nutzer müssen nun zustimmen, dass Diagnose-Daten an den Hersteller übertragen werden - ohne die …
Office für Mac verschickt Diagnose-Daten

DSGVO: Ende der Fotografie oder halb so schlimm?

Welche Folgen hat die Datenschutzgrundverordnung DSGVO für Fotografen? Steht die Fotografie, wie wir sie kennen, vor dem Aus? Unter Rechtsexperten läuft eine hitzige …
DSGVO: Ende der Fotografie oder halb so schlimm?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.