Nutzer können mitmachen

Mozilla veröffentlicht Sprachdatenbank

Mozilla macht seine Sprachsammlung Common Voice öffentlich. Foto: blog.mozilla.org/dpa

Ob Amazons Alexa, Googles Assistant oder Cortana von Microsoft: Assistenten zur Spracherkennung und -steuerung werden von Unternehmen dominiert, die ihre Projekte isoliert vorantreiben und teils allerlei Nutzerdaten sammeln. Nun soll eine Open-Source-Alternative kommen.

Berlin (dpa/tmn) - Die Mozilla-Stiftung hat eine frei zugängliche Sprachdatenbank (Common Voice) und ein quelloffenes Programm zur Spracherkennung (DeepSpeech-Engine) veröffentlicht. Beides darf jedermann für eigene Dienste zur Spracherkennung und -steuerung nutzen oder weiterentwickeln.

Die aus dem Common-Voice-Projekt resultierende Sprachsammlung enthält derzeit rund 400 000 Aufnahmen von 200 000 unterschiedlichen Menschen, was ungefähr 500 Stunden an Sprachaufnahmen entspricht - und wächst weiter. Es handelt sich nach Angaben von Mozilla um den zweitgrößten offenen Sprachdatensatz nach dem LibriSpeech-Projekt.

Nutzer können via iPhone-App und Browser weiter zum Anwachsen der Common-Voice-Datenbank beitragen, indem sie Sätze vorlesen, die dann aufgezeichnet werden - in der Hoffnung, dass daraus datenschutzfreundliche Dienste rund um die Spracherkennung und Sprachsteuerung erwachsen. Aktuell laufen die Projekte nur auf Englisch, andere Sprachen sollen den Angaben zufolge aber schon bald unterstützt werden.

Positiv unter Datenschutzaspekten: Die Mozilla-Entwicklungen funktionieren auch ohne ständige Internetverbindung.

Mozilla selbst gibt an, darüber nachzudenken, Sprachschnittstellen auf Basis von Common Voice und DeepSpeech in vielen Mozilla-Produkten einzusetzen, darunter auch im Firefox-Browser.

Common-Voice-Webseite

Common-Voice-App für iOS

Mozilla-Pressemitteilung

Technischer Hintergrund

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Neue Prozessor-Sicherheitslücken: Updates rasch installieren

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt vor neuen Sicherheitslücken in Prozessoren. Verbraucher sollten sich mit Updates schützen.
Neue Prozessor-Sicherheitslücken: Updates rasch installieren

Jeder Fünfte bestellt online und holt im Laden ab

Es gibt eine Mischung aus Online- und Offline-Shopping: Die Verbraucher bestellen im Internet und holen die Ware dann im Laden ab. Dieser Weg schafft gleich mehrere …
Jeder Fünfte bestellt online und holt im Laden ab

DSGVO: Ende der Fotografie oder halb so schlimm?

Welche Folgen hat die Datenschutzgrundverordnung DSGVO für Fotografen? Steht die Fotografie, wie wir sie kennen, vor dem Aus? Unter Rechtsexperten läuft eine hitzige …
DSGVO: Ende der Fotografie oder halb so schlimm?

Samsung setzt Oreo-Update fürs Galaxy S7 aus

Eigentlich war ein Oreo-Update für das Galaxy S7 geplant. Unerwartete Neustarts von aktualisierten Galaxy-S7-Smartphones haben dieses Vorhaben aber durchkreuzt. Nun …
Samsung setzt Oreo-Update fürs Galaxy S7 aus

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.