Pro Evolution Soccer

PES 2018 im Test: Fußballspiel der Extraklasse

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PES 2018 ist ein klasse Spiel geworden.

Das neue Pro Evolution Soccer ist da. Hier finden Sie den Test zu PES 2018 von Konami.

München - Eigentlich kann man sich einen Test der Fußball-Simulationen PES 2018 und FIFA 2018 sparen. Beide Spiele haben ihre eingeschworene Fan-Gemeinde. So holen sich die FIFA-Fans Jahr für Jahr ihr FIFA kaufen und die PES-Anhänger immer ihr Pro Evolution Soccer. Die Gründe sind längst bekannt: Wer möglichst viele Lizenzen haben will, kommt an FIFA nicht vorbei, wer die bessere Spielmechanik will, muss zu Pro Evolution Soccer von Konami greifen. Aber die Fans der einen Reihe wollen natürlich wissen, wie gut der Ableger der anderen Reihe ist. Deswegen hier der Test von Pro Evolution Soccer 2018.

Witzigerweise wird man gleich im Intro von PES 2018 mit den Rekord-Transfers des Sommers konfrontiert. Da hat die aktuelle Entwicklung auf dem Transfermarkt die Entwickler bei Konami überholt. Im Titelbild ist Neymar, der mittlerweile bei Paris Saint Germain unter Vertrag steht, mit seinen Ex-Kollegen im Trikot des FC Barcelona zu sehen. Und im Intro des Spiels rennt Ousmane Dembelé, der neuerdings für die Katalanen kickt, im Trikot von Borussia Dortmund über den Rasen. Das neue PES erscheint ja immer zwei Wochen vor dem neuen FIFA-Spiel. Verkaufsstart in Deutschland war 14. September. Da konnten die Transfers von Neymar und Dembelé offensichtlich nicht mehr eingearbeitet werden.

Aber das sei nur am Rande erwähnt. Letztlich zählt bei einem Test, was sich auf dem Rasen abspielt. Und da muss man festhalten: Auf dem Platz war Pro Evolution Soccer noch nie so gut, wie das neue PES 2018.

PES 2018 im Test: Maximale Entschleunigung

Sofort fällt auf: Beim Spielaufbau wurde das Tempo nochmals runtergeschraubt. Die Entschleunigung bewirkt insgesamt ein deutlich realeres Tempo im Spielaufbau und sorgt für „echtere“ Spielabläufe. PES wollte ja immer eine realistische Simulation und kein flotter Arcade-Kicker sein. Allerdings braucht man schon ein paar Spiele, um sich an das verringerte Tempo und die leichte Trägheit bei der Kontrolle der Spieler zu gewöhnen.

Insgesamt spielt sich PES 2018 etwas anspruchsvoller aber auch realistischer als der Vorgänger. So braucht es ein wenig Übung, damit die Pässe nicht laufend beim Gegner landen. Zudem stellt der Computer-Gegner die eigenen Laufwege mittlerweile recht effektiv zu. Wie in einem echten Spiel halt auch.

Auch die Sprints der Spieler wurden etwas entschleunigt. Was dazu führt, dass einem der Gegner nicht immer mit dem Ball am Fuß davonrennt.

Die Balleroberung ist kniffliger geworden und verlangt ein besseres Timing. Spieler schützen nun - ähnlich wie in FIFA 17 – den Ball, indem sie ihren Körper zum Blockieren des Gegners einsetzen. Zusammen mit dem reduzierten Tempo hat das positive Auswirkungen auf den Spielaufbau. Denn so kann man sich selbst bei aggressivem Pressing aus einer bedrängten Situation lösen und vielleicht einen Pass spielen. Außerdem verliert man in der Offensive nicht so schnell den Ball, so dass man mehr Zeit für das Aufbauen gefährlicher Angriffe hat.

Neu ist, dass in der Verteidigung nicht nur der aktive Spieler sondern auch der nächste Mitspieler markiert wird. So weiß man immer, welchen Teamkollegen man steuern wird, wenn man die Spieler-Wechsel-Taste drückt.

Die Torhüter halten richtig gut und beherrschen jetzt noch mehr Moves: Von der Fußabwehr über ein Hochschnellen der Faust bis zum geschickten Herauslaufen ist alles dabei. Fehlerfrei sind die Torhüter aber noch nicht. Deren Patzer halten sich bei PES 2018 allerdings in Grenzen.

Flugbahn-Darstellungen bei den Standardsituationen gibt es nicht mehr. Vermutlich orientierte Konami sich da an dem Gedanken „In der Realität gibt es sowas ja auch nicht“. Zudem verrieten die Einblendungen dem Mitspieler auch immer, was man vor hatte. Bei den Standardsituationen gibt es dafür jede Menge vordefinierte Varianten. Etwa den Sprint bei einem Eckball. Dann positionieren sich einige Spieler an der Strafraumgrenze und rennen auf Kommando los.

Wie gehabt bietet das neue PES wieder eine automatische Hilfe beim Passen und Schießen. Wer das nicht möchte, kann die Hilfe reduzieren oder abschalten. Schnell fällt auf: Die meisten Tore erzielt man mit nach einem Kurz- oder Doppelpass mit Kopfbällen oder mit gezielten Schüssen mit dem Innen- oder Außenrist. Tricks gelingen ganz einfach mit intuitiven Bewegungen des Analogsticks.

PES 2018 im Test: Tempowechsel und schnelle Antritte sind gefragt

Generell geht es bei PES 2018 um Tempowechsel und schnelle Antritte. Mit arcade-mäßigem Herumkicken gewinnt man keinen Blumentopf. Taktisches Vorgehen ist nun noch wichtiger als im Vorjahr. Dem Taktik-Fokus von PES 2018 entsprechen auch die umfangreichen strategischen Einstellungsmöglichkeiten, die für das Spiel sogar noch erweitert wurden. Nun kann man auch mit „falschen Flügelspielern“ agieren, die in der gegnerischen Hälfte plötzlich in die Mitte ziehen. Oder man kann die Spieler anweisen, ihre Positionen nahe der Auslinie zu beziehen, um das Spiel auseinander zu ziehen. Oder man gibt einem Offensivspieler die Anweisung, defensiver zu agieren. Und, und, und... Für Taktik-Füchse bleiben keine Wünsche offen.

Die Entscheidungen der Schiedsrichter sind meist nachvollziehbar. Einziges Manko: Die Rote Karte sieht man wirklich sehr selten.

PES 2018 bietet insgesamt sechs Schwierigkeitsgrade. Aber wirklich herausfordernd sind eigentlich nur die beiden höchsten, in denen die Gegner richtig pressen und ihre Chancen ordentlich verwerten.

Halten wir in Sachen Gameplay also fest: PES bietet realistischen Fußball vom Feinsten. Auch die Animationen der Spieler sind hervorragend. Die Top-Spieler sehen ihren Vorbildern noch ähnlicher als früher. Die Bewegungsabläufe wirken natürlicher und flüssiger als bei der FIFA-Konkurrenz.

PES 2018 im Test: Das leidige Thema Lizenzen

Also alles super? Nun ja: An dieser Stelle kommen wir zum jährlichen Wermusttropfen bei PES. Richtig: Die unbefriedigende Situation mit den Lizenzen. Konami hat weiterhin die Lizenzen für Champions League und Europa League. Aber: Die meisten Teilnehmer-Teams fehlen.

Die Bundesliga ist in PES 2018 nicht vertreten sein. Aber: Erstmals in der Geschichte von Pro Evolution Soccer ist RB Leipzig spielbar. Damit bietet das Spiel zwei von drei deutschen Champions-League-Teilnehmern: Borussia Dortmund ist mitsamt des Signal-Iduna-Parks (exklusiv bei PES) dabei, ebenso der FC Schalke 04. Aus rechtlichen Gründen darf Konami nur 3 der 18 Bundesliga-Teams im Spiel abbilden. Und schade: Der FC Bayern München ist bei PES 2018 nicht dabei, weil der deutsche Rekordmeister eine Partnerschaft mit FIFA-Entwickler EA Sports eingegangen ist.

Aus England sind der FC Liverpool, der FC Fulham und der FC Arsenal dabei. Andere Premier-League-Teams haben Fantasienamen, aber lizenzierte Spielern.

Dafür sind die holländische und die französische Liga komplett lizensiert. Naja.

Einen Überblick über alle Lizenzen gibt es unter diesem Link.

Die Meisterliga präsentiert sich unverändert. Neu sind Vorbereitungsturniere und ein verbessertes Transfersystem. Der „Werde zur Legende“-Modus hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Da ist der „Story“-Modus beim Konkurrenten FIFA 18 leider meilenweit entfernt.

Recycelt wurden auch viele Aussagen der Kommentatoren Hansi Küpper und Marco Hagemann. Das Duo klang schon in der Vergangenheit oftmals unnatürlich. Immerhin kommen dieselben Kommentare nicht mehr zwei Mal hintereinander. Aber hey: Man kann ja auch einen englischen Kommentar einstellen.

Positiv ist der Eindruck hingegen bei der Soundkulisse. Bei den lizenzierten Teams erklingen die Vereinshymnen und die typischen Gesänge („Heja BVB!“). Die Fans im Stadion gehen gut mit und reagieren realistisch auf das Spielgeschehen.

Fazit: PES 2018 ist ein klasse Spiel geworden. Dank des veränderten Dribblings, den neuen Standardsituationen und der enormen Zahl an taktischen Möglichkeiten, gibt es unheimlich viele Möglichkeiten, sein Spiel immer weiter zu verbessern. Und das motiviert extrem. Grafik, Sound und Atmosphäre sind großartig. Nur: Die Bundesliga fehlt halt. Wen das nicht stört, der kann mit dem Kauf von PES 2018 nichts falsch machen.

fro

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