Familien-Musikstreaming

Spotify schreitet zur Adresskontrolle

+
Wer die Änderungen der Nutzungsbedingungen bei Spotify ablehnen will, kann das jetzt noch schnell tun. Foto: Daniel Bockwoldt

Wer gehört zur Familie - und wer nicht? Bei Familienabos haben Musikstreaming-Dienste das den Nutzer bislang mehr oder weniger selbst entscheiden lassen. Spotify schlägt nun einen anderen Weg ein.

Berlin (dpa/tmn) - Ein Haushalt, gleicher Wohnsitz, dieselbe Adresse: Das machen fast alle Musikstreaming-Dienste zur Voraussetzung für die Nutzung ihrer vergünstigten Familienabos - zumindest auf dem Papier. Spotify sieht nun aber konkrete Kontrollen vor und will Wohnadressen abfragen - nicht nur vom Hauptkonto-Nutzer, der die Familien-Option aktiviert hat, sondern auch von allen, die ein Unterkonto eröffnen. Das geht aus den geänderten Nutzungsbedingungen hervor.

Spotify behält sich auch Nachprüfungen vor: "Gegebenenfalls bitten wir dich von Zeit zu Zeit um die erneute Angabe der Wohnadresse, um zu verifizieren, dass du immer noch für den Premium Family-Dienst nutzungsberechtigt bist", heißt es weiter in den Nutzungsbedingungen. Konkret soll die Eingabe der jeweiligen Wohnadresse über die automatische Adressensuche von Google Maps laufen.

Kündigen oder gekündigt werden

Ob überhaupt, und wenn ja, mit welchen technischen Mitteln die Wahrhaftigkeit der Adressangaben überprüft wird, erklärt Spotify indes nicht. Klar ist natürlich, was passieren kann, wenn ein Familienabo weiter mit Menschen geteilt wird, die an verschiedenen Orten leben: Das Unternehmen behält sich vor, das Konto zu kündigen oder zu sperren, wenn die Nutzungsberechtigung nicht gegeben ist.

Familienabo-Kunden, die mit der Adressabfrage nicht einverstanden sind, können die Änderungen der Nutzungsbedingungen jetzt noch ungefähr einen Monat lang ablehnen, bevor sie in Kraft treten - was zu einer Kündigung führen dürfte. Ebenso ist es möglich, gleich selbst zu kündigen. Betroffene haben bereits eine Mail mit dem genauen Termin erhalten, an dem die Änderungen für sie gültig werden. In der Nachricht finden sich auch Links zu den Wiederspruchs- und Kündigungsoptionen.

Ganz gleich ob Apple Music, Deezer, Tidal oder eben Spotify: Familienabos kosten bei den meisten Musikstreaming-Diensten 15 Euro monatlich - für bis zu sechs Nutzer. Würde jeder von diesen ein Einzelabo abschließen, das bei den Diensten in der Regel 10 Euro kostet, wären 60 Euro fällig.

Nutzungsbedingungen für das Spotify-Familienabo

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Wird Komet „Atlas“ mit bloßem Auge sichtbar? Seine Helligkeit nimmt unentwegt zu

Der Komet „Atlas“ wird schnell heller - wird er der nächste Komet, der mit bloßem Auge sichtbar ist? Beobachter warten schon lange darauf. Er wird heller und heller.
Wird Komet „Atlas“ mit bloßem Auge sichtbar? Seine Helligkeit nimmt unentwegt zu

Internet-Satelliten von SpaceX über Deutschland zu sehen - mittlerweile sind 360 im Orbit

Die Internet-Satelliten von SpaceX ziehen über den Himmel von Deutschland und sorgen für erste Ufo-Meldungen. Kritiker haben offenbar recht mit ihren Befürchtungen.
Internet-Satelliten von SpaceX über Deutschland zu sehen - mittlerweile sind 360 im Orbit

Zeitumstellung auf Sommerzeit - Alles, was Sie dazu wissen müssen

Nach der Zeitumstellung gilt die Sommerzeit in Deutschland. Wie sich die Änderung auf den Alltag auswirkt - hier erfahren Sie alles.
Zeitumstellung auf Sommerzeit - Alles, was Sie dazu wissen müssen

WhatsApp startet neue Funktion gegen Fake-News zu Corona

Über Corona kursieren immer wieder Fake-News auf WhatsApp. Jetzt testet der Messenger-Dienst eine neue Funktion zu deren Bekämpfung.
WhatsApp startet neue Funktion gegen Fake-News zu Corona

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.