Für den Smalltalk zu Ostern

Ein "Hase", der Eier legt - und acht weitere Bunny-Fakten

+
Der Feldhase ist gefährdet. Vor allem die intensive Landwirtschaft macht ihm zu schaffen. Foto: Moritz Frankenberg

Einige Hasenweibchen tun es tatsächlich, gewissermaßen: Seehasen legen Zehntausende Eier. Ein anderer Hase kostete mehr als ein Jahresgehalt und ein dritter verhalf einem Kriminellen zur Flucht.

Berlin (dpa) - Der Osterhase hat mehr Fans als der Weihnachtsmann, zumindest wenn er süß und schokoladig daherkommt. Neun Fakten zum Hasen für den Feiertage-Smalltalk:

- Warum der Osterhase kommt: Schon im 17. Jahrhundert beschrieb ein Arzt den Brauch, wonach ein Hase an Ostern Eier bringt. Warum es diese Verbindung gibt, ist umstritten. Eine These ist: Eier sind Symbole für neues Leben; Hasen, die oft viele Junge kriegen, ebenso. Denn Christen feiern an Ostern die Auferstehung des gekreuzigten Jesus. Richtig beliebt geworden ist der Osterhase jedoch erst vom 19. Jahrhundert an, wie der Erfurter Liturgie-Professor Benedikt Kranemann sagt. Damals habe die Schokoladenindustrie begonnen, Mümmelmänner zu verkaufen. Lange hätten Leute auch von anderen Tieren erzählt, die zu Ostern Eier bringen - etwa Störchen oder Füchsen.

- Teurer Schokohase: 43.000 Euro kostete der wohl teuerste Schokohase. Er hatte Diamantaugen und war 38 Zentimeter groß. Um ihn zu schaffen, brauchte der britische Chocolatier Martin Chiffers rund 40 Stunden, wie die Zeitschrift "Forbes" berichtete.

- Beliebter als der Weihnachtsmann: 220 Millionen Schokohasen werden für das diesjährige Osterfest in Deutschland produziert, heißt es vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie. Da haben Weihnachtsmänner und Nikoläuse das Nachsehen - von ihnen wurden zuletzt nur 145 Millionen hergestellt. Sie haben um die Weihnachtszeit auch mehr Konkurrenz von Plätzchen, Stollen und Spekulatius. Schokohasen "made in Germany" sind auch im Ausland beliebt - etwa die Hälfte wird exportiert.

- Größter Schokohase: Viereinhalb Meter hoch und rund 4200 Kilo schwer war der laut Guinness-Buch größte Schokohase, den es je gab. Neun Menschen arbeiteten 2017 in Brasilien acht Tage lang an der süßen Skulptur.

- Ein Hase legt Eier: Bis zu 200.000 Eier legt ein einziges Seehasen-Weibchen jedes Frühjahr. Um Ostern haben die in der Ostsee lebenden Fische ihre Laichzeit. Ihre orange-roten Eier werden schwarz gefärbt, gesalzen und als "Deutscher Kaviar" verkauft. Damit soll er aussehen wie der klassische und teurere Kaviar vom Stör. Es gibt nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) immer weniger Seehasen. Grund dafür sei unter anderem der Mensch, der sie fischt oder ihnen den Lebensraum mit Sand- und Kiesabbau wegnimmt.

- Gefährdeter Hase: Schlechter noch geht es laut Naturschutzbund dem Feldhasen - dem Vorbild des Osterhasen. Er ist gefährdet, steht auf der Roten Liste. Heute gibt es bundesweit noch rund drei Millionen Tiere, dabei waren sie vor ein paar Jahrzehnten auf den Wiesen allgegenwärtig, heißt es bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Schuld daran sei besonders die intensive Landwirtschaft. Mähmaschinen schredderten etliche Hasen, und sie hätten weniger Verstecke vor Feinden. Im vergangenen Jahr töteten Menschen mehr als 180.000 Feldhasen, wie Zahlen des Deutschen Jagdverbands zeigen. Etwa zwei Drittel seien von Jägern erschossen, ein Drittel von Autos überfahren worden.

- Kein Kaninchen: In der Natur sind Kaninchen kleiner als Feldhasen, gezüchtet können sie aber richtige Brocken werden: Riesenkaninchen Darius aus England erhielt vor zehn Jahren für seine Länge von 1,29 Metern einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Kaninchen kann man einfacher in Gefangenschaft halten und züchten als Hasen. Wildkaninchen leben mit ihren Verwandten in einem Bau und sind meist gräulich. Feldhasen sind Einzelgänger und eher bräunlich.

- Sexy Bunny: Ein anderes berühmtes Häschen ist das Logo-Tier des Männermagazins "Playboy". Dessen verstorbener Gründer Hugh Hefner fand das Tier frech und sexy. Er mochte auch die echten Tiere und spendete Geld für deren Schutz. So ist eine gefährdete Kaninchenart sogar nach ihm benannt - die Sylvilagus palustris hefneri.

- Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts: Diese Redewendung stammt aus dem 19. Jahrhundert und geht auf den Heidelberger Jura-Studenten Viktor Hase zurück. Einer seiner Freunde hatte in einem Duell seinen Gegner erschossen. Hase lieh ihm seinen Studentenausweis, damit er über die französische Grenze verschwinden konnte. Vor Gericht sagte der Fluchthelfer: "Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen, ich weiß von nichts!" Damit kam er wohl glimpflich davon: Hase erhielt seinen Ausweis zurück und später den Doktor-Titel. Sein Freund trat der Fremdenlegion bei.

Wildtier Stiftung zum Feldhasen

Naturschutzbund zum Feldhasen

Katholische Kirche zum Osterhasen

Naturschutzbund zum Seehasen

Mein Name ist Hase Erklärung

National Geographic über Hugh Hefner

Globo über den größten Schokohasen

Encyclopedia Britannica über Kaviar

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Der Kampf für Kinder gegen Schläge, Tritte, Verbrühungen

Kleine Kinder werden geschlagen, geschüttelt und verbrüht, ältere getreten oder sogar stranguliert. Die Münchner Kinderschutzbilanz hat sich mit Hunderten furchtbaren …
Der Kampf für Kinder gegen Schläge, Tritte, Verbrühungen

Wie geht ein entspannter Schuheinkauf mit den Kindern?

Quengelnde Kinder und ratlose Eltern: Mit Kindern Schuhe zu kaufen, wird mitunter zur Geduldsprobe. Wie Eltern einen entspannten Kauf planen können.
Wie geht ein entspannter Schuheinkauf mit den Kindern?

Wie geht man damit um, wenn mein Kind mich beklaut?

Komisch. Gestern Abend waren doch noch zwei Scheine im Portemonnaie. Und heute früh ist keiner mehr drin. Es beschleicht einen ein merkwürdiges Gefühl. Das war doch …
Wie geht man damit um, wenn mein Kind mich beklaut?

Pflegegrad für schwer allergische Kinder

Bei Pflege denken viele zuerst an Ältere oder an Menschen mit Behinderungen. Kinder, die zum Beispiel Asthma oder Neurodermitis haben, können aber auch pflegebedürftig …
Pflegegrad für schwer allergische Kinder

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.