Zum Valentinstag

Hilfe bei Liebeskummer: "Irgendwann kommt der Richtige"

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Viele Verliebte machen sich am Valentinstag Geschenke. Andere haben an diesem Tag besonders zu knabbern, weil sie den richtigen Partner vielleicht noch nicht gefunden haben. Foto: Arne Dedert

Liebeskummer kann einem schier das Herz zerreißen. Was ist, wenn der Schmerz so groß ist, dass man alleine nicht mehr zurechtkommt? Johanna Eibauer hilft Betroffenen, mit ihrem Kummer umzugehen. Sie ist Inhaberin einer Liebeskummerpraxis in Niederbayern.

Aiterhofen (dpa) - Valentinstag - viele Verliebte machen sich am 14. Februar Geschenke und einen romantischen Abend. Wer gerade eine Trennung hinter sich hat, fühlt sich an diesem Tag vielleicht besonders einsam.

Hilfe gibt es in der Liebeskummerpraxis von Johanna Eibauer in Aiterhofen in Niederbayer. Sie berät Frauen, die nach gescheiterten Partnerschaften wieder optimistisch nach vorne schauen wollen - wie zum Beispiel Christine B., die von ihrem Lebensgefährten verlassen wurde und dann in ein emotionales Loch viel. Heute ist die 35-Jährige überzeugt: "Irgendwann kommt der Richtige noch."

Christine B. und ihr Partner hatten schon geplant: Hochzeit, Hausbau, Kinder - dann kam alles anders. Vom Mann verlassen versank die Frau in Liebeskummer. "Mir ging es sehr schlecht. Monatelang. Ich wusste nicht, wohin mit meinem Schmerz. Auch meine Familie und meine Freunde konnten mir nicht mehr helfen", berichtet sie. Aus diesem Loch herausgeholt habe sie sich am Ende selbst. "Aber ohne Johanna hätte ich das nicht geschafft", sagt sie. Johanna Eibauer, ebenfalls 35, hat 2016 eine Liebeskummerpraxis eröffnet.

Christine B. bilanziert: "Ich bin immer an die falschen Männer geraten." Dann habe sie geglaubt, endlich die große Liebe gefunden zu haben - und versucht, perfekt für den Mann zu sein. "Ich habe ihm alle Wünsche von den Augen abgelesen." Es sei schiefgegangen. "Ich dachte, das war es. Es gibt einfach keinen Mann, der zu mir passt, mit dem ich mein Leben teilen und eine Familie gründen kann."

Dieses Gefühl kennt Eibauer sehr gut. Auch sie hatte lange Zeit kein Glück mit Männern. "Mein Leben war geprägt von Liebeskummer. Ich kam mir so wertlos vor, hatte Angst, nie den richtigen Partner zu finden", erinnert sich Eibauer. Sie begann, Ratgeber zu wälzen, und suchte Hilfe bei einem Experten. Am Ende der Therapie stand eine schmerzliche Erkenntnis: "Ich habe mich immer in Männer verliebt, die nicht offen für eine Beziehung waren. Der Grund: Ich war selbst nicht offen für eine Beziehung und habe deshalb nur solche Männer in mein Leben gelassen."

Eine ebenso schmerzhafte wie heilsame Erkenntnis. Eibauer gab ihren Beruf als Lehrerin auf und begann, anderen Menschen in ähnlichen Situationen zu helfen. Sie machte eine Ausbildung zum Beziehungscoach und erlernte Methoden wie integrative Gesprächstherapie. Zwei Monate nach Ausbildungsbeginn verliebte sie sich. Das Paar heiratete, bekam zwei Töchter. Plötzlich klappte alles und in kürzester Zeit.

In Einzel- oder Gruppensitzungen geht Eibauer mit den Klienten mögliche Ursachen für deren Liebespech durch. "Dabei geht es oft auch zurück in die Vergangenheit, ein alter Schmerz wird an die Oberfläche zurückgeholt und aufgelöst." Es gehe darum, alte Verletzungen loszulassen, aber auch am Selbstwertgefühl zu arbeiten, wie Eibauer betont: "Viele meiner Klienten sind Frauen um oder über 30, bei denen die biologische Uhr laut zu ticken anfängt und die sich deshalb selbst unter Druck setzen." Viele dieser Frauen fühlten sich als Versager. Christine B. kennt das Gefühl. "Ich habe mich auch deshalb geschämt", sagt sie.

Dabei muss man sich für Liebeskummer nicht schämen und man sollte den Kummer ernstnehmen. Ein gebrochenes Herz kann eine Anpassungsstörung mit depressiver Verstimmung oder sogar eine manifeste depressive Episode auslösen, erklärt Rainer Rupprecht, Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrie und Psychotherapie und Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg. "Es gibt Wechselwirkungen zwischen Gehirn und Herz - die Brain-heart-axis", sagt der Professor. "Hilfe sollte man dann suchen, wenn die Symptomatik in Schwere und Zeitdauer eine normale Trauerreaktion übersteigt."

Christine B. hat sich Hilfe geholt. Und nun? "Ich kann wieder lachen und ich lerne jetzt auch Männer kennen, die ich vorher gar nicht wahrgenommen hätte", sagt sie. "Männer, die es ernstmeinen und mich so wertschätzen, wie ich bin. Von den beziehungsunfähigen Typen bin ich geheilt." Johanna Eibauer freut sich mit ihr: "Ich bin mir auch sicher: Für jeden Menschen da draußen gibt es den passenden Partner."

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