Grippe und mehr

Impfungen schützen Ältere auch vor Herzinfarkt

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Die Grippeschutzimpfung kann nicht nur eine Influenza-Erkrankung verhindern - gerade bei Älteren senkt sie auch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Foto: Robert Günther/dpa-tmn

Ab 60 wird wieder mehr gepikst: Für Ältere ist das Thema Impfungen besonders wichtig. Und das nicht nur, weil Krankheiten im Alter oft gefährlicher sind - die Folgen können noch weitreichender sein.

Jena (dpa/tmn) - Ältere Menschen ab 60 Jahren sollten sich gegen Pneumokokken und jedes Jahr neu gegen Grippe impfen lassen. Denn der kleine Pikser schützt nicht nur vor Lungenentzündung und Influenza. Auch das Risiko von Schlaganfall und Herzinfarkt lässt sich so deutlich senken.

Darauf weist das Institut für Infektionsmedizin am Universitätsklinikum Jena hin. Der Grund: Eine durch Pneumokokken oder Grippeviren ausgelöste Erkrankung der Atemwege kann im Zusammenspiel mit anderen Faktoren einen Verschluss der Herzkranz- und Hirngefäße verursachen.

Und dieser Gefäßverschluss ist wiederum Ursache von Herzinfarkt oder Schlaganfall. Deshalb ist nach einer Lungenentzündung oder Grippe das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhöht - teils tage-, beim Schlaganfall sogar wochenlang. Je älter die Patienten, desto größer ist der Zusammenhang.

Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt eine Impfung gegen Pneumokokken und Grippe grundsätzlich allen Menschen ab 60. Die Grippeschutzimpfung muss dabei jedes Jahr wiederholt werden. Und auch der Schutz der Pneumokokken-Impfung ist begrenzt - die Stiko rät deshalb zu Wiederholungsimpfungen, allerdings mit einem Zeitabstand von mindestens sechs Jahren. Ansonsten steigt die Gefahr starker Nebenwirkungen.

RKI und Stiko zu Pneumokokken

RKI und Stiko zur Grippeschutzimpfung

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