Studie

Viele Kinder haben Angst vor Armut, Mobbing und Gewalt

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Jedes zweite Kind an einer Haupt-, Gesamt- oder Sekundarschule hat nach einer Befragung der Bertelsmann Stiftung Angst vor Armut. Foto: Christian Charisius

Auf den ersten Blick geht es den meisten Kindern in Deutschland gut. Doch eine Studie zeigt: Viele werden von Sorgen geplagt.

Gütersloh (dpa) - Angst vor Mobbing, Gewalt, Ausgrenzung: Jedes dritte Kind an einer Haupt-, Gesamt- oder Sekundarschule fühlt sich dort nicht sicher.

Das geht aus einer Befragung der Bertelsmann Stiftung und einer Expertin der Frankfurter Universität von rund 3450 Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 14 Jahren hervor.

Danach fühlen sich die meisten Befragten Zuhause und in der Schule zwar gut aufgehoben und versorgt, viele werden aber trotzdem von Sorgen geplant. So hat jedes zweite Kind Angst vor Armut. Gut die Hälfte der Befragten mache sich "gelegentlich, häufig oder immer" Sorgen um die finanzielle Situation der Familie, heißt es in der Studie. Zuerst hatte die Funke-Mediengruppe darüber berichtet.

Immerhin fünf Prozent der Achtjährigen gaben in der repräsentativen Erhebung im Schuljahr 2017/18 an, dass sich niemand in der Familie wirklich um sie kümmere. Unter den Vierzehnjährigen meinte das sogar fast jeder zehnte. Je älter die Schüler sind, desto weniger haben sie zudem den Eindruck, dass sich Lehrer um sie kümmern oder ihnen bei Problemen helfen.

Materiell geht es den meisten Kindern auf den ersten Blick gut. Für mehr als 96 Prozent der Befragten gilt dem Bericht der Funke-Zeitungen zufolge: Es gibt genug zu essen, es gibt Platz zum Spielen, in den Wohnungen mindestens ein Badezimmer und mindestens einen Computer in der Familie. Einen ungestörten Arbeitsplatz haben neun von zehn Kindern, ein eigenes Schlafzimmer acht von zehn.

Viele Kinder wüssten nicht ausreichend über ihre Rechte Bescheid, hieß es weiter in der Untersuchung. Aus Sicht der Jugend gehörten zu einem guten Aufwachsen Sicherheit, Zeit mit Eltern und Freunden, Zuwendung, auch Möglichkeiten der Beteiligung. Die Politik solle ihr Ohr näher an den Heranwachsenden haben, sie regelmäßig befragen und "konsequent beteiligen", fordert die Stiftung. Dieses Wissen sei für eine bedarfsgerechte Sozial-, Familien- und Bildungspolitik sowie zur effektiven Bekämpfung von Kinderarmut unverzichtbar.

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