Frust vermeiden

Zweites Kind kommt: Geschwisterkinder behutsam vorbereiten

+
Um Frust zu vermeiden, sollten Eltern ihr erstgeborenes Kind auf die Geburt eines Geschwisterkindes vorbereiten. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Wenn ein zweites Kind auf die Welt kommt, bringt das Veränderungen für die ganze Familie mit sich. Eltern können das erstgeborene Kind auf diese Situation vorbereiten - und dadurch Frust vermeiden.

Baierbrunn (dpa/tmn) - Eltern sollten ihr erstgeborenes Kind gut auf die Geburt eines Geschwisterkindes vorbereiten. Am besten gehen sie dabei auf das Temperament und den Charakter des bereits geborenen Kindes ein, rät die Pädagogin Alexandra Pater in der Zeitschrift "Baby und Familie".

Nicht jedes Kind will ständig darüber sprechen, doch eine gewisse Vorbereitung ist wichtig. Denn teils empfinden Erstgeborene die Geburt eines Geschwisterkindes als eine Art "Entthronungsschock", wenn Mama und Papa dem Neugeborenen die meiste Aufmerksamkeit schenken. Deshalb ist Feingefühl gefragt.

Gerade für sehr kleine Kinder ist die Botschaft, dass ein zweites Kind unterwegs ist, noch sehr abstrakt. Eltern sollten es erst informieren, wenn der Bauch wächst und erste Bewegungen fühlbar sind. Wichtig ist dabei, ein realistisches Bild zu entwerfen. Kinder freuen sich auf einen neuen Spielkameraden. Doch Eltern sollten ihr Kind aber informieren, dass das Baby am Anfang noch ganz andere Bedürfnisse hat: Es braucht viel Schlaf und kann noch nichts. Bei ihren Schilderungen sollten Eltern nicht zu negativ werden, rät Pater - zum Beispiel sollten sie nicht erzählen, dass Babys viel schreien.

Damit das Thema für das Geschwisterkind anschaulicher wird, kann ein kindgerechtes Buch helfen. Wenn es im Freundeskreis gerade ein Baby gibt, können die werdenden Eltern und ihr Kind die andere Familie auch besuchen. Alternativ können sie dem Erstgeborenem Fotos aus der eigenen Babyzeit zeigen und Geschichten über dessen Geburt erzählen.

Je näher die Geburt rückt, desto mehr gilt es, das zuerst geborene Kind einzubeziehen - es also zum Beispiel zur Ultraschalluntersuchung mitzunehmen, Strampler rauszulegen und gemeinsam zu begutachten, wie winzig die Babykleidung ist. Eltern können ihr Kind auch bei Entscheidungen beteiligen - etwa wo die Wickelkommode stehen soll. Dabei sollten sie nichts erzwingen, um das Kind nicht zu überfordern.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Zahnprothesen gründlich putzen und trocken lagern

Zweimal täglich Zähne putzen - die Regel bleibt auch bestehen, wenn die Zähne nicht mehr echt sind. Prothesen brauchen sogar etwas mehr Reinigung, gerade bei …
Zahnprothesen gründlich putzen und trocken lagern

Adoption von Stiefkindern nun auch ohne Trauschein möglich

Bisher musste man mit dem Partner des Kindes verheiratet sein, wenn man es adoptieren wollte. Ein neues Gesetz räumt diese Hürde nun aus.
Adoption von Stiefkindern nun auch ohne Trauschein möglich

Das Abenteuer Mehrgenerationen-Urlaub

Urlaub mit Mama, Papa, Oma und Opa: Für viele Kinder ein Traum. Und für die Erwachsenen ein emotionales Minenfeld. Doch die meisten Konflikte lassen sich vermeiden - …
Das Abenteuer Mehrgenerationen-Urlaub

Muss man das Kind vor jedem Fehler schützen?

Oft geschieht es unbewusst: Eltern wollen ihrem Kind das blöde Gefühl ersparen, das einen nach einem Fehler oder einem Versäumnis überkommt - und räumen das Problem …
Muss man das Kind vor jedem Fehler schützen?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.