Verhalten umstellen

Banken verlangen Mindestbetrag für Geldabhebung

+
Wer sich am Geldautomaten mit Bargeld versorgt, muss bei einigen Banken inzwischen einen Mindestbetrag abheben. Foto: Andrea Warnecke

Mal eben 20 Euro abheben? Das könnte für viele Kunden bald schwieriger werden. Denn immer mehr Banken führen Mindestbeträge für Abhebungen am Geldautomaten ein. Was sollten Kunden jetzt tun?

Berlin (dpa/tmn) - Wer Bargeld braucht, der geht in der Regel zu einem Geldautomaten: 88 Prozent der Bundesbürger nutzen diesen Weg regelmäßig, um ihre Geldbörse wieder aufzufüllen, wie eine repräsentative Umfrage der GfK Nürnberg im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken zeigt.

Die Mehrheit (45 Prozent) hebt dabei Beträge von bis zu 100 Euro ab. Sehr viel weniger Geld aus dem Automaten zu holen, wird künftig auch vermutlich schwieriger werden. Denn immer mehr Geldinstitute führen für die Abhebung am Geldautomaten Mindestbeträge ein. Weniger als 50 Euro gibt es dann nur in Ausnahmefällen.

"Für die meisten Verbraucher dürfte das zwar kein Problem sein", sagte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart dem dpa-Themendienst. Allerdings gibt es auch Menschen, die sorgfältig rechnen müssen. "Sie sind nun unter Umständen gezwungen, mehr Geld abzuheben, als sie wollen", sagt der Verbraucherschützer. Im Zweifel müssten betroffene Kunden ihr Verhalten umstellen. "Wer bisher jede Woche 20 Euro abgehoben hat, kann künftig auch alle zwei Wochen zum Geldautomaten gehen."

Wer das nicht möchte, kann sich auch nach einem Girokonto bei einem anderen Anbieter umsehen. "Hier muss ich mir vorher erst einmal Gedanken darüber machen, was ich brauche und was nicht", erklärt Nauhauser. Einige wichtige Fragen: Was kosten Giro- und/oder Kreditkarte? Wie viel Zinsen werden für die Überziehung des Kontos verlangt? Wie viele kostenlose Geldautomaten gibt es in der Nähe?

Grundsätzlich rät Nauhauser: "Werfen Sie Schreiben ihrer Bank nicht gleich weg, auch wenn sie auf den ersten Blick aussehen wie Werbung." Der Grund: Oft verstecken sich in solchen Briefen oder E-Mails Mitteilungen über Preisänderungen. In den Geschäftsbedingungen ist oft festgelegt, dass der Kunde nicht jede Änderung mit einer Unterschrift bestätigen muss. "Schweigen wird dann als Zustimmung gewertet."

An der Online-Befragung der GfK im Auftrag des Bankenverbandes nahmen vom 29. März bis 3. April 1006 Erwachsene teil.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Niemand hat mehr abgesahnt: Das sind die reichsten Lotto-Gewinner der Welt

18 Millionen Euro stecken aktuell im deutschen Lotto-Jackpot. Peanuts im Vergleich mit internationalen Lotto-Glückspilzen, die schon mal auf 200 Millionen Euro …
Niemand hat mehr abgesahnt: Das sind die reichsten Lotto-Gewinner der Welt

Kreditkarten mit Reiseversicherung lohnen nicht

Kreditkarte und Reiseversicherung - beides erweist sich im Urlaub oft als nützlich. Doch was ist von Paket-Angeboten zu halten? Stiftung Warentest gibt darauf eine …
Kreditkarten mit Reiseversicherung lohnen nicht

So befreien Sie sich ganz legal von der Rundfunkgebühr

Der Rundfunkbeitrag ist für alle verpflichtend. Doch viele Deutsche sind damit nicht einverstanden - und wehren sich. Was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie hier.
So befreien Sie sich ganz legal von der Rundfunkgebühr

Nur wenige Girokonten sind uneingeschränkt kostenlos

Es gibt zwar viele kostenlose Girokonten, aber die Gebührenfreiheit ist oft an Bedingungen geknüpft. Welche das sind und ab wann ein Kontowechsel sinnvoll sein kann, …
Nur wenige Girokonten sind uneingeschränkt kostenlos

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.