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Nicht nur Preissteigerungen: Hier zahlen Verbraucher seit Corona bis zu 43 Prozent weniger

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Von: Franziska Kaindl

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Eine Frau sitzt zu Hause vor dem Computer und macht Homeoffice.
Eine Frau sitzt zu Hause vor dem Computer und macht Homeoffice. © Bernd Günther/Imago

Während der letzten zwei Jahre Corona-Pandemie mussten Verbraucher viele Preissteigerungen hinnehmen – jedoch nicht, was schnelles Internet angeht.

Preise für Strom, Gas und Heizöl sind in Deutschland seit Beginn der Pandemie stark angestiegen. Nachdem die globale Konjunktur 2020 eingebrochen ist, sorgte die Erholung der Weltwirtschaft im letzten Jahr zu einem stark erhöhten Energiebedarf, wie der Auslandsrundfunk DW Anfang 2022 berichtete. Nur in einem Bereich scheinen die Preise trotz Corona in den letzten zwei Jahren nicht explodiert zu sein – und zwar beim schnellen Internet. Eine aktuelle Verivox-Analyse zeigt, dass die Kosten tendenziell sogar gesunken sind: Schnelle Anschlüsse haben sich vergünstigt oder blieben preisstabil, nur bei Tarifen für Normalnutzer gab es punktuell Preisanpassungen.

Trend zum Homeoffice steigert Bedarf an schnellem Internet

Die vier Netzanbieter Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 sowie diverse regional tätige Anbieter bieten 2022 zahlreiche Internettarife mit Gigabit-Geschwindigkeiten – 2019 waren solche Tarife noch kein Standard. Highspeed-Leitungen waren lange Zeit vor allem bei Geschäftskunden oder Gaming-Fans beliebt. Aufgrund von Homeoffice brauchen mittlerweile viele Arbeitnehmer aber auch zu Hause ein schnelleres Internet mit stabilen Leitungen, um große Datenmengen zu bewegen – zum Beispiel bei Video-Chats oder Cloud-Computing.

Vor drei Jahren kostete ein Gigabit-Anschluss übers Kabelnetz bei Vodafone Kabel regulär 69,99 Euro im Monat, heute müssen Kunden dafür nur noch 39,99 Euro zahlen – also fast 43 Prozent weniger. Über Glasfaser gibt es einen Gigabit-Tarif bei 1&1 für 69,99 Euro im Monat, bei der Telekom und bei 02 für 79,99 Euro. Hier sind die Preise seit 2020 stabil. „Der stetig steigende Datenbedarf führt zu einem deutlich gestiegenen Interesse an Anschlüssen mit hoher Bandbreite. In der Folge verbessert sich auch das Preis-Leistungs-Verhältnis“, sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. 

Internettarife: Normalnutzer müssen seit Corona-Pandemie punktuell mehr zahlen

Für Normalnutzer verteuerte sich zumindest der DSL-Tarif von 1&1: Statt 34,99 Euro im Jahr 2019 zahlen Kunden 2022 im Monat zehn Euro mehr für DSL 100 – also einen Internettarif mit einer Bandbreite von 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Ein solcher Anschluss ist heutzutage für die gängigen Anwendungen ausreichend. Dafür erhalten Kunden in diesem Tarif 10 Freimonate. Bei den Kabeltarifen mit 100 Mbit/s kam es zu keiner Preiserhöhung. „Bei der Telekom, bei Vodafone und O2 sind die Preise für Tarife mit 100 Mbit/s seit Jahren stabil“, sagt Theumer. „Bestandskunden telefonieren und surfen also zu denselben Konditionen wie 2019. Die Preisanpassung von 1&1 wird durch großzügige Freikontingente zumindest teilweise aufgefangen.“ (fk)

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