Test von Verbraucherzentralen

Crowdinvesting birgt Risiken: Als Anleger genau hinschauen

+
Crowdinvestment-Anleger sollten sich genau über mögliche Risiken informieren. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn/dpa

Geld anlegen mit dem Schwarm: Viele Anleger interessieren sich für sogenanntes Crowdinvesting. Das Investieren über Internetplattformen verspricht hohe Renditen. Allerdings werden Anleger nach Ansicht von Verbraucherschützern meist nicht genug über Risiken aufgeklärt.

Berlin (dpa/tmn) - Bei Crowdinvesting-Projekten sind Risiken oft unklar, so eine Untersuchung des Marktwächters Finanzen der Verbraucherzentralen. Untersucht wurden Informationen zu insgesamt 83 Projekten auf 33 Crowdinvesting-Plattformen. Oft fehlten etwa Hinweise zur Gefahr des Totalverlustes.

Anleger sollten vor einem Investment genau hinschauen. Denn Crowdinvesting ist nach Angaben der Verbraucherschützer komplexer, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Meist handelt es sich um sogenannte qualifizierte Nachrangdarlehen. Bei dieser Art von Geldanlage haftet der Anleger genauso wie bei einem Eigenkapitalinvestment - also zum Beispiel bei einer Aktie.

Anders als bei anderen Geldanlagen müssen Anbieter beim Crowdinvesting keinen umfangreichen Verkaufsprospekt erstellen. Ausreichend ist ein dreiseitiges Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB). Die Angaben zum Anlageobjekt, mit denen das Investitionsprojekt im VIB näher beschrieben werden muss, waren allerdings in mehr als 50 der 83 untersuchten Fälle nicht konkret.

Crowdinvestments sind nicht kostenlos. Die einmalig anfallenden Kosten und Provisionen wie die Vermittlungsgebühr, die die Emittenten an die Plattform entrichten, lagen bei den untersuchten Projekten in mehr als der Hälfte der Fälle bei rund sechs bis elf Prozent der Darlehenssumme. Darüber informierten die Anbieter aber nicht immer ausreichend, kritisieren die Marktwächter: In 75 von 83 VIBs wurden zwar Angaben zu einmaligen Kosten gemacht.

In den Darlehensverträgen, die an tatsächliche Investoren verschickt werden, fanden sich diese Angaben dann aber in lediglich 27 Fällen. Und beim Vergleich der Angaben im VIB und im Vertrag fiel auf, dass die Angaben zu den Einmalkosten zum Teil nicht deckungsgleich waren. Auch hier müssen Anleger also genau hinsehen, empfehlen die Verbraucherschützer.

Marktwächter Finanzen

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Nach Krypto-Messe: Darum wird der Bitcoin-Kurs jetzt regelrecht explodieren

Gerade läuft die Blockchain Week New York – Krypto-Experten aus aller Welt tauschen sich aus. Erwartet den Bitcoin nun der erhoffte, explosionsartige Anstieg?
Nach Krypto-Messe: Darum wird der Bitcoin-Kurs jetzt regelrecht explodieren

Muss ich zahlen, wenn mir im Supermarkt etwas kaputt geht?

Ein kleine Ungeschicklichkeit im Supermarkt und schon ist es passiert: Etwas fällt runter und geht kaputt. Doch wie reagiert man dann am besten und muss der entstandene …
Muss ich zahlen, wenn mir im Supermarkt etwas kaputt geht?

"Bares für Rares": Hier wird eine Verkäuferin von den Händlern über den Tisch gezogen

Albert Maier kann den Einkaufspreis einer Verkäuferin in "Bares für Rares" kaum fassen. Selten hat man den beliebten Kunstexperten in der Show so sprachlos gesehen.
"Bares für Rares": Hier wird eine Verkäuferin von den Händlern über den Tisch gezogen

Hier packt Frank Thelen pikante Details über "Die Höhle der Löwen" aus

Im September 2018 geht die beliebte Gründer-Show endlich wieder in die nächste Runde. Nun gibt der Tech-Investor erstmals intime Einblicke hinter die Kulissen.
Hier packt Frank Thelen pikante Details über "Die Höhle der Löwen" aus

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.