Richtig versteuern

Fahrtenbuch für Dienstwagen ab Januar führen

+
Arbeitnehmer, die ihren Dienstwagen auch für private Fahrten nutzen, müssen diesen Vorteil richtig versteuern. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Fahrten protokollieren oder pauschal versteuern? Wer einen Dienstwagen privat nutzt, sollte sich spätestens am 1. Januar für eine Variante entscheiden - nachträgliche Änderungen sind nicht vorgesehen.

Berlin (dpa/tmn) - Wer seinen Firmenwagen auch privat oder für Fahrten zur Arbeit nutzen darf, muss diesen geldwerten Vorteil versteuern. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, die normalerweise im Laufe eines Jahres nicht gemischt werden dürfen.

"Der Dienstwagennutzer sollte sich daher rechtzeitig darüber Gedanken machen, welche Methode angewendet werden soll", rät Erich Nöll vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Nutzer können zwischen der pauschalen Methode mit der 1-Prozent-Regelung einerseits und der Fahrtenbuchmethode andererseits wählen. "In der Regel lohnt sich die Fahrtenbuchmethode immer dann, wenn das Fahrzeug weit überwiegend beruflich genutzt wird", erklärt Nöll. Hohe Reparatur- oder Versicherungskosten des Fahrzeugs können aber beispielsweise dazu führen, dass die 1-Prozent-Regelung günstiger als die Fahrtenbuchmethode ist.

Je nach Nutzung und Alter günstiger

Im Einzelfall kommt es darauf an, wie intensiv der Wagen oder das Rad beruflich genutzt wird, ob ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug erworben wurde und ob es bereits abgeschrieben ist. Die Berechnungsmethode kann während des Kalenderjahrs aber nur gewechselt werden, wenn ein neuer Firmenwagen gestellt wird.

Deshalb gilt: Soll der geldwerte Vorteil 2020 nach der Fahrtenbuchmethode berechnet werden, muss ein solches ab dem 1. Januar ordnungsgemäß geführt werden. Nachträglich darf nicht korrigiert werden.

Ratschlag: Vorsichtshalber beides

Für Unentschlossene gibt es aber eine Lösung, auf die BVL-Geschäftsführer Nöll hinweist. Denn man muss sich nicht im Voraus festlegen, welche Berechnungsmethode man für die Einkommensteuererklärung zugrunde legt.

"Also spricht - abgesehen vom Aufwand - nichts dagegen, das gesamte Jahr über ein Fahrtenbuch zu führen." Stellt man am Ende des Jahres fest, dass die 1-Prozent-Regelung günstiger ist, kann sie in der Steuererklärung angewendet werden - und das Fahrtenbuch wird nicht beachtet.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Fehler bei Steuerbescheid: Glück für Steuerzahler, Pech fürs Finanzamt

Auch beim Finanzamt kann mal ein Fehler passieren. Dass Steuerzahler dabei gut wegkommen können, zeigt ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs.
Fehler bei Steuerbescheid: Glück für Steuerzahler, Pech fürs Finanzamt

Am Monatsende pleite? Dann probieren Sie die 2-Euro-Methode - und sahnen hunderte Euro ab

Sie wollen in den Urlaub fahren oder ein neues Auto kaufen, aber sind total blank? Mit der 2-Euro-Methode sparen Sie schnell viel Geld an. So geht's.
Am Monatsende pleite? Dann probieren Sie die 2-Euro-Methode - und sahnen hunderte Euro ab

Nach der Hochzeit: Diesen Testament-Fehler sollten Sie nicht begehen

Erst die Hochzeit und kurz danach das Testament? Klingt alles andere als romantisch. Warum kinderlose Paare ihr Erbe trotzdem nach der Heirat regeln sollten.
Nach der Hochzeit: Diesen Testament-Fehler sollten Sie nicht begehen

Sparer aufgepasst: So viele Banken zahlen keine Zinsen mehr - sogar Negativzinsen?

Schlechte Nachrichten für Sparer: Viele Banken zahlen laut einem Bericht keine Zinsen mehr auf das Tagesgeldkonto. Einige würden sogar Negativzinsen fordern.
Sparer aufgepasst: So viele Banken zahlen keine Zinsen mehr - sogar Negativzinsen?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.