Hausreinigung bis Gartenpflege

Finanzamt muss verspätete Nebenkostenabrechnung akzeptieren

+
Ein Gerichtsurteil zeigt, dass Mieter die Betriebskosten beim Finanzamt auch nachmelden können und den Steuerbescheid nachträglich ändern lassen können. Foto: Jens Kalaene/dpa

Nebenkosten zum Beispiel für Schornsteinfeger, Hausreinigung und Gartenpflege können Mieter steuerlich absetzen. Kommt die Betriebskostenabrechnung erst nach dem Steuerbescheid, ist auch ein nachträglicher Abzug möglich.

Berlin (dpa/tmn) - Mieter können Nebenkosten beim Finanzamt geltend machen. "Denn auch für sie gilt, Kosten für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen können in der Einkommensteuererklärung abgesetzt werden", erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Dazu zählen beispielsweise Kosten für die Hausreinigung, die Gartenpflege, den Hauswart oder den Schornsteinfeger. Nach einem Urteil des Finanzgerichts Köln kann der Steuerbescheid sogar nachträglich geändert werden, wenn der Mieter die Betriebskostenabrechnung erst später erhält und der Steuerbescheid eigentlich schon bestandskräftig ist (Az.: 11 K 1319/16).

Im verhandelten Fall beantragte der Kläger die Änderung seines Steuerbescheids, da er die Betriebskostenabrechnung erst nach der Einkommensteuerveranlagung erhalten hatte. Das Finanzamt lehnte eine Änderung ab, weil der Kläger bereits in den Vorjahren Nebenkosten geltend gemacht hatte und dementsprechend wissen musste, dass diese Kosten noch fehlen.

Das Finanzgericht sah dies anders: Erst mit dem Erhalt der Betriebskostenabrechnung sei die Voraussetzung für den Steuerabzug erfüllt, da dem Kläger vorher nicht bekannt war, ob und in welcher Höhe steuerbegünstigte Nebenkosten entstanden sind.

Kommt die Betriebskostenabrechnung beim Mieter also erst nach Bestandskraft des Steuerbescheides an, kann er die Kosten nachmelden und den Steuerbescheid ändern lassen. Zur Begründung sollte auf das genannte Urteil des Finanzgerichts Köln verwiesen werden, empfiehlt Klocke.

Wem das zu aufwendig ist, kann die Kosten auch in der Steuererklärung für das Jahr geltend machen, in dem er die Betriebskostenabrechnung erhalten hat. Bekommt der Mieter etwa im September 2017 die Abrechnung für das Jahr 2016, so kann er die Kosten in die nächste Einkommensteuererklärung für 2017 eintragen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Stromkunden können bei Preiserhöhung fristlos kündigen

Die Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland soll im kommenden Jahr um 5,7 Prozent auf Jahr 6,405 Cent pro Kilowattstunde sinken. Dennoch rechnen Branchenkenner …
Stromkunden können bei Preiserhöhung fristlos kündigen

Bier als Geldanlage: Darum sollten Sie jetzt Aktien bei Löwenbräu & Co. kaufen

Die Deutschen lieben ihr Bier. Aber darin Geld anlegen? Für manche klingt das erst mal komisch. Doch Experten sehen das anders - und raten sogar dazu.
Bier als Geldanlage: Darum sollten Sie jetzt Aktien bei Löwenbräu & Co. kaufen

Jetzt kommt diese elektrische Zahnbürste zu Aldi - doch das Fazit überrascht

Auch in der kommenden Woche gibt es im Aldi-Prospekt wieder viele Angebote. Diesmal: ein Ionen-Haartrockner und eine elektrische Zahnbürste. Doch lohnt es sich wirklich?
Jetzt kommt diese elektrische Zahnbürste zu Aldi - doch das Fazit überrascht

Wie treibt man Schulden bei Freunden ein?

Einem Freund hilft man bei Problemen gerne aus. Doch wie geht man vor, wenn dieser geliehenes Geld nicht zurückzahlt? Ein Experte gibt Ratschläge.
Wie treibt man Schulden bei Freunden ein?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.