Eckdaten müssen passen

Gute Zeiten für Immobilienkauf in Niedrigzinsphase?

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Eine Immobilienfinanzierung muss solide geplant sein. Dabei kommt es nicht nur auf die Höhe der Zinsen an. Foto: Christin Klose

Eine Immobilie zu finanzieren, war selten günstiger als heute. Doch bleibt das auch so? Experten wagen kaum noch Prognosen. Zu vielfältig sind die Faktoren, die eine Trendwende auslösen könnten. Worauf es bei einem Darlehen ankommt.

Stuttgart (dpa/tmn) - Günstig, günstiger, Immobilienkredit - die Zinsen für Darlehen sind so niedrig wie selten zuvor. Ein Kredit über eine Laufzeit von zehn Jahren kostet nach Angaben der unabhängigen FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main derzeit im Schnitt 1,29 Prozent (Stand: 29.1.).

Gute Zeiten für Käufer also, die sich in Ruhe nach einem passenden Objekt umsehen können? Nicht ohne weiteres. Denn ob die Zinsen nicht doch wieder anziehen, ist kaum absehbar, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.

Wie lange bleiben die Zinsen noch so niedrig?

Niels Nauhauser: Das kann man nicht mit Sicherheit sagen. Es gibt so viele Faktoren, die das beeinflussen, und die sind alle nicht vorhersehbar. Die Inflationsrate zum Beispiel beeinflusst die Zinsen, sollte man meinen. Hat sie aber nicht. Denn die Inflationsrate ist in der Vergangenheit gestiegen, die Zinsen aber nicht. Das heißt, auch fundamentale Faktoren, die einen bestimmten Effekt haben sollten, wirken nicht immer. Oder nur mit Verzögerung.

Worauf muss ich bei einem Neuabschluss achten?

Nauhauser: Wichtig bei der Immobilienfinanzierung ist, dass die Eckdaten des Darlehens - Höhe, Rate und Zinsbindung - zum individuellen Bedarf passen. Wenn man etwa viel Geld in die Tilgung stecken kann, dann braucht man eventuell auch nicht eine 15-jährige Zinsbindung. Dann können auch 10 Jahre reichen. Wer aber etwas weniger tilgt, könnte eher eine etwas längerfristige Zinsbindung wählen. Wo ich eher zur Vorsicht raten würde, sind Finanzierungen, bei denen Bausparverträge auch im Spiel sind. Da ist es oft so, dass es nicht die Zinssicherheit gibt, die suggeriert wird. Aber man kann auch nicht sagen, dass das immer schlecht ist.

Was heißt das für Anschlussfinanzierungen?

Nauhauser: Hier heißt es erstmal den Plan machen: Wie groß ist die Restschuld? Und: Gibt es möglicherweise noch Eigenkapital, das ich zur Tilgung einsetzen kann? Dann sucht man sich Kreditangebote. Hierbei muss man sich auch über die Rate Gedanken machen: Soll die gleich bleiben, soll sie höher sein, soll sie niedriger sein? Da gibt es auch kein Patentrezept. Hier muss man einfach anhand des Tilgungsplanes überlegen, wie am Ende eine mögliche Restschuld zur eigenen Lebensplanung passt.

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