Werkstattarbeiten angeben

Handwerkerkosten steuerlich absetzen

+
Bisher lassen sich häusliche Reparaturen, die in der Werkstatt des Handwerkers ausgeführt werden, nicht steuerlich absetzen. Foto: Maja Hitij/Symbolbild

Ausgaben für Handwerkerarbeiten, die im Bereich des Haushalts erbracht werden, können Verbraucher von ihrer Steuer absetzen. Zukünftig könnte das auch dann möglich sein, wenn Teile der Reparatur in der Werkstatt des Handwerkers erfolgen.

Berlin (dpa/tmn) - Wer sich beim Reparieren oder Renovieren vom Handwerker unterstützen lässt, kann die Ausgaben für den Profi in der Einkommensteuererklärung absetzen. "Damit lassen sich bis zu 1200 Euro pro Jahr an Einkommensteuern sparen", rechnet Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler vor.

Bisher erkennt die Finanzverwaltung dabei die Ausgaben nur an, wenn die Handwerksarbeiten im oder in der direkten Umgebung des Hauses oder der Wohnung ausgeführt werden. Erfolgt die Reparatur hingegen in der Werkstatt des Handwerkers, streicht das Finanzamt die Ausgaben, weil der Bezug zum Haushalt fehle, so die Argumentation. Das könnte sich jetzt ändern, denn das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat den Steuerabzug in einem solchen Fall erlaubt (Az.: 12 K 12040/17).

Konkret ging es um ein Hoftor, das bei der Klägerin ausgebaut, in der Werkstatt des Tischlers repariert und anschließend wieder eingebaut wurde. Das Finanzamt wollte die Kosten für den Handwerker nicht anerkennen. Zu Unrecht, wie das Finanzgericht entschied. Zwar wurde ein Teil der Arbeiten nicht auf dem Grundstück erbracht, sondern in der Werkstatt, es genügt aber, wenn der Leistungserfolg in der Wohnung des Steuerzahlers eintritt. Die Leistung wird dann im räumlichen Bereich des Haushalts erbracht.

Gegen das Urteil hat die Finanzverwaltung Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt, daher ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Betroffene Steuerzahler können dennoch von dem laufenden Verfahren profitieren. Erkennt das Finanzamt die Kosten nicht an, kann gegen den Steuerbescheid Einspruch eingelegt und das Ruhen des Verfahrens beim Finanzamt beantragt werden. Zur Begründung sollte das Aktenzeichen beim Bundesfinanzhof genannt werden (Az.: VI R 4/18).

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Basf-Aktie fällt - dennoch gehört dieser "Champion" ins Depot, sagen Experten

Es schien, als ob sich der Wert des Pfälzer Chemiekonzerns nach Wochen endlich wieder erholt hätte. Nun ist der Aktienkurs wieder abgerutscht. Das sagen die Experten.
Basf-Aktie fällt - dennoch gehört dieser "Champion" ins Depot, sagen Experten

Zählerstand direkt beim Einzug dem Versorger mitteilen

Wieviel Wasser oder Strom verbraucht wird, ist von Haushalt zu Haushalt verschieden. Wer in eine neue Wohnung einzieht, sollte den Zähler direkt ablesen. So lassen sich …
Zählerstand direkt beim Einzug dem Versorger mitteilen

Echte WM-Goldmedaille in "Bares für Rares" - doch das Ende enttäuscht riesig

In "Bares für Rares" gibt es nicht nur Trödel, sondern auch echte Highlights. So wie dieses Goldstück aus vergangenen, glorreichen WM-Zeiten. Doch es kommt alles anders.
Echte WM-Goldmedaille in "Bares für Rares" - doch das Ende enttäuscht riesig

Wie viel Geld schenke ich dem Brautpaar zur Hochzeit?

100, 150 oder lieber doch mehr? Wer zu einer Hochzeit eingeladen ist, stellt sich oftmals die Frage, welche Summe als Hochzeitsgeschenk angemessen ist.
Wie viel Geld schenke ich dem Brautpaar zur Hochzeit?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.