Rat für Hauskäufer

Immobilienmakler muss nicht über Steuerrisiken aufklären

+
Wenn eine Immobilie innerhalb der zehnjährigen Spekulationsfrist verkauft wird, werden auf den Veräußerungsgewinn Steuern fällig. Foto: Christin Klose

Der Kauf eines Hauses kann steuerliche Auswirkungen haben. Darüber sollten sich Immobilienkäufer gesondert informieren. Wie ein Gerichtsurteil zeigt, können sie nicht davon ausgehen, dass der Makler sie aufklärt.

Berlin (dpa/tmn) - Immobilienbesitzer sollten sich vor dem Verkauf eines Hauses über die steuerlichen Folgen informieren. "Dies gilt selbst dann, wenn beim Hausverkauf ein Immobilienmakler eingeschaltet wird", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Denn ein Makler ist nur bei Vorliegen besonderer Umstände verpflichtet, über die steuerrechtlichen Folgen des Hausverkaufs aufzuklären, wie der Bundesgerichtshof entschied (Az.: I ZR 152/17).

Im verhandelten Fall hatte die Klägerin mit Hilfe einer Maklerin ein Haus für 295.000 Euro verkauft. Das Haus hatte sie neun Jahre zuvor für 170.000 Euro gekauft und vermietet. Da die Immobilie innerhalb der zehnjährigen Spekulationsfrist verkauft wurde, wurden auf den Veräußerungsgewinn Steuern fällig.

Die Verkäuferin vertrat die Auffassung, dass die Maklerin sie auf die Spekulationsfrist hätte hinweisen müssen. Danach ist der Gewinn aus dem Verkauf eines vermieteten Hauses innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf der Immobilie steuerpflichtig. Hätte sie die Immobilie erst nach Ablauf von zehn Jahren verkauft, wäre dies hingegen steuerfrei gewesen. Deshalb verklagte sie die Maklerin und verlangte Schadenersatz in Höhe der gezahlten Steuern.

Der Bundesgerichtshof wies das ab. Welche konkreten Pflichten im Hinblick auf steuerrechtliche Folgen für den Makler bestehen, hängt vom Einzelfall ab. Eine Aufklärungspflicht könnte beispielsweise bestehen, wenn sich ein Makler als Fachmann in Steuerfragen präsentiert, etwa durch Werbung.

"Wer den Verkauf einer Immobilie plant, sollte bei Zweifeln über die steuerlichen Auswirkungen vorab den Rat eines Steuerberaters oder Rechtsanwaltes einholen," rät Klocke. Insbesondere dann, wenn die Immobilie vermietet war. Die zehnjährige Spekulationsfrist gilt nicht, wenn die Immobilie ausschließlich zu eignen Wohnzwecken genutzt wurde.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Versicherung gegen Datenklau lohnt sich selten

Einmal falsch geklickt und eine dubiose E-Mail geöffnet - schon ist es passiert: Privatpersonen gehen Betrügern im Internet ins Netz. Doch welche Versicherung hilft, …
Versicherung gegen Datenklau lohnt sich selten

Was tun bei hohen Rechnungen für vermeintliche Gratisproben?

Wenn Verbraucher ungewollt Rechnungen bekommen, obwohl Produkte im Internet als gratis beworben wurden, sollten sie umgehend widersprechen. Verbraucherschützer erklären, …
Was tun bei hohen Rechnungen für vermeintliche Gratisproben?

"Bares für Rares": Hier enthüllt Lichter ein Händler-Geheimnis, das bis jetzt wohlgehütet blieb

Ob ein Trödel den Verkäufern viel Geld einbringt, entscheiden am Ende die Händler. Nun lüftet Lichter ein überraschendes Geheimnis.
"Bares für Rares": Hier enthüllt Lichter ein Händler-Geheimnis, das bis jetzt wohlgehütet blieb

So legt der mächtigste Banker Deutschlands Geld an - es ist so simpel wie genial

Aktien, Konten im Ausland oder zahlreiche Immobilien: Banker kennen bestimmt geheime Tricks, um viel Geld anzuhäufen. Doch der Mächtigste von ihnen taktiert überraschend …
So legt der mächtigste Banker Deutschlands Geld an - es ist so simpel wie genial

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.