Einfluss als Anleger

Impact Investment: Mit der Geldanlage die Welt verändern?

Impact Investment
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Wer bei der Auswahl seiner Fonds oder Banken wählerisch ist, kann so auch umweltfreundliches Wirtschaften unterstützen.

Mit dem eigenen Geld zugleich Gutes tun und Rendite erzielen? Das muss kein Widerspruch sein. Nachhaltige Anlagen gibt es inzwischen genug. Bleibt die Frage: Wie weit reicht mein Einfluss als Anleger?

Berlin - Dürrezeiten, Hitzewellen, Überschwemmungen: Nach Annahmen des Weltklimarates (IPCC) werden Extremwetterereignisse in Zukunft häufiger. Vielen Menschen reicht es da nicht aus, Politik und Wirtschaft die Entscheidungen für mehr Klimaschutz zu überlassen.

Sie wollen selbst ihren Beitrag leisten, zum Beispiel bei der Geldanlage. Jeder Dritte (32 Prozent) ist inzwischen bereit, ökologische Aspekte in seinem Spar- und Anlageverhalten stärker zu berücksichtigen. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Opinium im Auftrag des Finanzdienstleistungsunternehmens Fidelity International.

Bei jüngeren Anlegerinnen und Anlegern ist die Bereitschaft dazu überdurchschnittlich: 42 Prozent der 18- bis 34-Jährigen wollen ihr Geld der Umfrage zufolge nachhaltiger anlegen. In der Altersgruppe der über 55-Jährigen ist es lediglich ein Viertel (25 Prozent).

Geänderte Werte

Solche Umfrageergebnisse überraschen Sir Ronald Cohen nicht: „Die Werte haben sich geändert“, sagt der Philantrop und Risikokapitalgeber. „Umwelt- und Sozialthemen sind für junge Menschen deutlich wichtiger“ - schließlich gehe es dabei um ihre Zukunft.

Ihre Entscheidungen treffen viele Anlegerinnen und Anleger bewusst: 43 Prozent der Befragten sind laut der Opinium-Umfrage überzeugt davon, dass sie durch eine entsprechende Anlage eine Änderung im Verhalten von Unternehmen bewirken können.

Viele sollten mitmachen

Sir Ronald Cohen plädiert in seinem Buch „Impact“ für einen neuen Ansatz des Kapitalismus: Neben einer finanziellen Rendite müsse ein Investment potenziell positive Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Umwelt haben. „Die ethische und ökologische Wirkung, die ein Unternehmen hat, wird in der Zukunft nachweisbar und messbar sein.“

„Spätestens der Bericht des Weltklimarates hat gezeigt, dass es notwendig ist, etwas zu tun“, sagt auch Thomas Küchenmeister von der Nichtregierungsorganisation (NGO) Facing Finance. „Es braucht einen Wandel zu einer nachhaltigeren Wirtschaft.“ Um das zu erreichen, müssten möglichst viele Menschen mitmachen. Und das könne durchaus gelingen. „Bei Lebensmitteln schauen viele Verbraucher inzwischen auch auf Bio-Qualität.“

Mit einer Internetkampagne will Facing Finance Verbraucherinnen und Verbraucher daher für die Frage sensibilisieren, was mit ihrem Geld passiert.

Aktionärsrechte nutzen

Doch wie viel Einfluss haben Anleger wirklich? Können Kleinaktionäre große Unternehmen zum Umlenken bewegen? Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ist da skeptisch: „Die Macht liegt eher bei den institutionellen Anlegern.“

Kleinaktionäre könnten aber auf Hauptversammlungen ihr Fragerecht nutzen, um auf Themen hinzuweisen: „Der Vorstand muss Ihnen darauf ja eine Antwort geben.“ Und: „Der Kauf von Aktien ist oft mehr als nur eine reine Geldanlage“, findet Kurz. „Es ist die bewusste Entscheidung, Miteigentümer eines Unternehmens zu werden.“ Und dabei spiele nicht nur die Absicht, einen Gewinn zu erzielen, eine Rolle, sondern auch das Geschäftsmodell des Unternehmens.

Fonds als Alternative zur Einzelaktie

Wer nicht so tief in die Materie einsteigen will, kann zu Fonds greifen. Inzwischen gibt es viele Fonds, die nicht in fossile Energien investieren und andere kontroverse Geschäfte ausschließen, erklärt die Stiftung Warentest. Beim Nachhaltigkeitstest von 99 Fonds für ihre Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 9/2021) bekamen vier aktiv gemanagte Fonds die beste Nachhaltigkeitsbewertung.

Allerdings kosten aktive Fonds Gebühren. Günstiger sind börsengehandelte ETF. Nachhaltige Indexfonds sind aber oft weniger streng. Bei der „Finanztest“-Bewertung schneiden sie daher in puncto Nachhaltigkeit etwas schlechter ab. dpa

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