Test enthüllt

Krass: So wenig profitieren Sie wirklich als Kunde von "Amazon Prime"

+
Prime-Kunden genießen bei Bestellungen kostenlosen Versand und Zugang zu Streaming-Diensten. Doch ist es wirklich rentabel?

Kostenloser Versand, Rabattaktionen und Zugang zu Serien & Co.: Das verspricht Amazon mit seinem "Prime"-Dienst. Die Redaktion hat ihn unter die Lupe genommen.

Die Deutschen lieben den "Prime"-Dienst des Online-Versandriesen. Doch nicht nur sie, auch weltweit ist die Begeisterung noch immer ungebrochen – trotz der vielen kritischen Stimmen, die menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, schlechten Kundenservice oder Preiserhöhungen anprangern. So soll es laut Konzernchef Jeff Bezos mehr als 100 Millionen Prime-Kunden auf der ganzen Welt geben.

Wie viel "prime" steckt in Amazon-Gratisdienst wirklich?

Und die Zahl steigt – das verdeutlicht die Gewinnsteigerung von 43 Prozent im ersten Quartal 2018 des Unternehmens. Doch auch der Amazon-Chef profitiert enorm davon – so wurde er vom US-Wirtschaftsmagazin Forbes 2018 zum reichsten Mann der Welt gekürt. 

Auch interessant: Sie glauben nicht, wie viel Jeff Bezos an einem Tag verdient.

So sehr das Prime-Konzept für den Versandhändler aufgeht, drängt sich die Frage auf, ob es auch hält, was es verspricht. Schließlich müsste es sich doch für Prime-Kunden im Vergleich zu den Nicht-Kunden rechnen, wenn sie kostenlose Serien, E-Books sowie Songs streamen und keine Versandkosten zahlen müssen.

Nur 18 der 50 getestetn Produkte tatsächlich günstiger - bei anderen zahlt man sogar drauf

Doch wie das Zukunftsforschungsmagazin ibusiness nun festgestellt hat, handelt es sich hierbei um eine Milchmädchenrechnung. Sie hat für ihren Test 50 zufällig ausgewählte Prime-Produkte (darunter Kinder-Spielzeug, Motoröl etc.) zwischen drei bis 500 Euro in den Warenkorb bei Amazon gelegt. Dann verglich es die Preise für Kunden, die nicht diesen Dienst in Anspruch nehmen. Dabei kam heraus: Nur 18 der 50 Produkte waren tatsächlich günstiger. Und es kommt noch dicker: Bei 15 Waren lag der Prime-Preis sogar über dem alternativen Preis, wohl gemerkt plus Versand! Für weitere 17 Produkte war der Preis für beide Parteien gleich.

Erfahren Sie hier, warum Amazons Lieferkosten gerade explodieren - und wieso die Kunden jetzt teuer dafür büßen müssen.

Hermann Diller, Professor am Lehrstuhl für Marketing an der Universität Erlangen-Nürnberg ist hier allerdings gespaltener Meinung. Zwar finde er die Stichproben-Methode von ibusiness gut, dennoch gibt er zu bedenken, dass Prime-Kunden andere Vorteile genießen würden. So wurde seiner Meinung nach nicht berücksichtigt, dass diese kürzere Lieferzeiten hätten.

Auch Amazon verweist auf Anfrage der HAZ auf ihre Vertragsbedingungen. Darin stehe, dass, falls ein Kunde auf dem Portal einen günstigeren Preis bei einem Drittanbieter finde, der nicht Prime anbietet, Amazon ihn in den Produktdetails darauf hinweise.

Die Masche von Amazon lockt und bindet langfristig Kunden

Daher entsteht laut der Zeitung auch der Trugschluss, dass man sich mit einem Prime-Konto viel Geld sparen könne. Doch dahinter stecke vielmehr ein Kundenbindungssystem, das mit vielen angeblichen Gratis-Angeboten Nutzer lockt. So hat der Kunde am Ende gar kein Bedürfnis mehr, woanders Serien & Co. zu streamen oder Waren zu bestellen – er bleibt auf Dauer im Amazon-Kosmos stecken.

Und das, obwohl das Magazin ibusiness doch herausgefunden hat, dass jede dritte Bestellung teurer als bei Drittanbietern ist.

Auch interessant: 

Video: Das Geheimnis vom Online-Versandriesen Amazon

Lesen Sie auch: Warum Börsengurus jetzt Anlegern raten, sofort in die Amazon-Aktie zu investieren.

jp

Das sind die zehn reichsten Menschen der Welt

Auf den zehnten Platz im Ranking hat es diesmal Michael Bloomberg mit einem geschätzten Vermögen von 50 Milliarden Dollar (etwa 41 Milliarden Euro) geschafft. Der US-Medienmogul ist Gründer des gleichnamigen Medienkonzerns und war von 2002 bis 2013 sogar Bürgermeister von New York.
Auf den zehnten Platz im Ranking hat es diesmal Michael Bloomberg mit einem geschätzten Vermögen von 50 Milliarden Dollar (etwa 41 Milliarden Euro) geschafft. Der US-Medienmogul ist Gründer des gleichnamigen Medienkonzerns und war von 2002 bis 2013 sogar Bürgermeister von New York. © dpa / picture alliance / Henning Kaiser
Larry Ellison war seiner Zeit oft voraus - und gründete bereits 1977 die Software-Firma Oracle mit. Zwar hat er die Geschäftsführung 2014 abgegeben - seinem wachsendem Vermögen hat das keinen Abbruch getan. 58 Milliarden Dollar (um die 47 Milliarden Euro) soll der heutige Motivations-Coach sein Eigen nennen können.
Larry Ellison war seiner Zeit oft voraus - und gründete bereits 1977 die Software-Firma Oracle mit. Zwar hat er die Geschäftsführung 2014 abgegeben - seinem wachsendem Vermögen hat das keinen Abbruch getan. 58 Milliarden Dollar (um die 47 Milliarden Euro) soll der heutige Motivations-Coach sein Eigen nennen können. © dpa / picture alliance / John G. Mabanglo
Die Brüder David und Charles Koch haben gemeinsam nicht nur die Firma ihres Vaters, Koch Industries, inne - sondern auch den achten Platz im Milliardären-Club. David Koch (hier mit seiner Familie) vertritt das Erdöl-Unternehmen in der Öffentlichkeit, während sein Bruder das Rampenlicht eher scheut. Beide sollen jeweils ein geschätztes Vermögen von 60 Milliarden Euro (circa 49 Milliarden Euro) besitzen.
Die Brüder David und Charles Koch haben gemeinsam nicht nur die Firma ihres Vaters, Koch Industries, inne - sondern auch den achten Platz im Milliardärs-Club. David Koch (hier mit seiner Familie) vertritt das Erdöl-Unternehmen in der Öffentlichkeit, während sein Bruder das Rampenlicht eher scheut. Beide sollen jeweils ein geschätztes Vermögen von 60 Milliarden Euro (circa 49 Milliarden Euro) besitzen. © dpa / picture alliance / Christina Horsten
Der umstrittene Geschäftsmann Carlos Slim Helu darf sich hingegen über 67 Milliarden Dollar (circa 54 Milliarden Euro) freuen. Der Mexikaner und seine Familie kontrollieren die größte Telefongesellschaft Lateinamerikas: America Movil. Zu Ruhm und Geld soll er in den 90er-Jahren durch die Übernahme der staatlichen mexikanischen Telefongesellschaft Telmex gekommen sein. Er gilt heute als der reichste Mann Mexikos.
Der umstrittene Geschäftsmann Carlos Slim Helu darf sich hingegen über 67 Milliarden Dollar (circa 54 Milliarden Euro) freuen. Der Mexikaner und seine Familie kontrollieren die größte Telefongesellschaft Lateinamerikas: America Movil. Zu Ruhm und Geld soll er in den 90er-Jahren durch die Übernahme der staatlichen mexikanischen Telefongesellschaft Telmex gekommen sein. Er gilt heute als der reichste Mann Mexikos. © dpa / picture alliance / Georgi Licovs
Mit "nur" 66 Milliarden Dollar (circa 54 Milliarden Euro) und dem sehcsten Platz muss sich der Spanier Amancio Ortega begnügen. Damit ist er zum vergangenen Jahr im Ranking einen Platz nach hinten gerutscht. Ihm gehört der Textilkonzern Inditex, zudem bekannte Modemarken wie Zara, Pull & Bear oder Bershka gehören. Sein Trostpflaster: Er soll noch immer der reichste Mann Europas sein.
Mit "nur" 70 Milliarden Dollar (circa 57 Milliarden Euro) und dem sechsten Platz muss sich der Spanier Amancio Ortega begnügen. Damit ist er zum vergangenen Jahr im Ranking einen Platz nach hinten gerutscht. Ihm gehört der Textilkonzern Inditex, zudem bekannte Modemarken wie Zara, Pull & Bear oder Bershka gehören. Sein Trostpflaster: Er soll noch immer der reichste Mann Europas sein. © dpa / picture alliance / Cabalar
Dagegen konnte Facebook-Chef Mark Zuckerberg auch dieses Jahr seinen fünften Platz im Ranking der Superreichen abermals behaupten. Der Gründer des sozialen Netzwerks hält allerdings nur einen Anteil von 28 Prozent an seinem Unternehmen. Doch er wird es verkraften - hat er doch bis 2018 sage und schreibe 74 Milliarden Dollar (um die 60 Milliarden Euro) verdient.
Dagegen konnte Facebook-Chef Mark Zuckerberg auch dieses Jahr seinen fünften Platz im Ranking der Superreichen abermals behaupten. Der Gründer des sozialen Netzwerks hält allerdings nur einen Anteil von 28 Prozent an seinem Unternehmen. Doch er wird es verkraften - hat er doch bis 2018 sage und schreibe 74 Milliarden Dollar (um die 60 Milliarden Euro) verdient. © dpa / picture alliance / Alberto EstÈv
Der französische Unternehmer Bernard Arnault ist für sein Gespür für Mode bekannt. Ihm und seiner Familie untersteht ein Imperium aus etwa 70 Marken wie Louis Vuitton oder Kosmetik-Kette Sephora. Mit einem geschätzten Vermögen von etwa 75 Milliarden Dollar (etwa 61 Milliarden Euro) ist ihm 2018 der vierte Platz sicher.
Der französische Unternehmer Bernard Arnault ist für sein Gespür für Mode bekannt. Ihm und seiner Familie untersteht ein Imperium aus etwa 70 Marken wie Louis Vuitton oder Kosmetik-Kette Sephora. Mit einem geschätzten Vermögen von etwa 75 Milliarden Dollar (etwa 61 Milliarden Euro) ist ihm 2018 der vierte Platz sicher. © dpa / picture alliance / Peter Foley
US-Investmentlegende Warren Buffett ist dieses Jahr auf den dritten Platz gerutscht. Dem Finanzgenie gehört die Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, zu der über 60 Firmen gehören - von Batterieherstellern bis Fast Food-Ketten. Er soll ein geschätztes Vermögen von circa 91 Milliarden Dollar (etwa 74 Milliarden Euro) besitzen - und ist damit nur knapp hinter Bill Gates.
US-Investmentlegende Warren Buffett ist dieses Jahr auf den dritten Platz gerutscht. Dem Finanzgenie gehört die Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, zu der über 60 Firmen gehören - von Batterieherstellern bis Fast Food-Ketten. Er soll ein geschätztes Vermögen von circa 91 Milliarden Dollar (etwa 74 Milliarden Euro) besitzen - und ist damit nur knapp hinter Bill Gates. © dpa / picture alliance / Larry W. Smith
Microsoft-Gründer Bill Gates ist seit Jahren aus dem Ranking der Superreichen nicht mehr wegzudenken. Letztes Jahr noch auf der Poleposition, muss er sich 2018 mit dem zweiten Platz begnügen. Der Geschäftsmann, der auch einer privaten Hilfsorganisation mit Ehefrau Melinda vorsitzt, soll etwa 92 Milliarden Dollar (circa 75 Milliarden Euro) sein Eigen nennen.
Microsoft-Gründer Bill Gates ist seit Jahren aus dem Ranking der Superreichen nicht mehr wegzudenken. Letztes Jahr noch auf der Poleposition, muss er sich 2018 mit dem zweiten Platz begnügen. Der Geschäftsmann, der auch einer privaten Hilfsorganisation mit Ehefrau Melinda vorsitzt, soll etwa 92 Milliarden Dollar (circa 75 Milliarden Euro) sein Eigen nennen. © dpa / pi cture alliance / Gian Ehrenzeller
Amazon-Gründer Jeff Bezos ist 2018 klarer Sieger - er ist sogar der erste Mensch, der die 100-Milliarden-Marke (circa 81 Milliarden Euro) geknackt hat. Zusätzlich zum Online-Händlerriesen gehören ihm die US-amerikanische Tageszeitung The Washington Post und das Luft- und Raumfahrtunternehmen Blue Origin.
Amazon-Gründer Jeff Bezos ist 2018 klarer Sieger - er ist sogar der erste Mensch, der die 100-Milliarden-Marke (circa 81 Milliarden Euro) geknackt hat. Zusätzlich zum Online-Händlerriesen gehören ihm die US-amerikanische Tageszeitung The Washington Post und das Luft- und Raumfahrtunternehmen Blue Origin. © dpa / picture alliance / Michael Reynolds

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Mitarbeiterin enthüllt: Wenn Sie das an der Kasse tun, outen Sie sich als arm

Ulrike Schwerdhöfer sitzt seit 43 Jahren täglich an der Kasse des Supermarkts Rewe. Dadurch hat sie sehr viel über ihre Kunden gelernt. Besonders über deren Kontostand.
Mitarbeiterin enthüllt: Wenn Sie das an der Kasse tun, outen Sie sich als arm

Drei Regeln für die Geldanlage

Aktien, Zertifikate, Versicherungen, Sparpläne - die Liste an Finanzprodukten ist lang. Manche Produkte entpuppen sich im Nachhinein als teure Fallen. Mit drei einfachen …
Drei Regeln für die Geldanlage

Android-Smartphone beim Discounter im Angebot: Lohnt sich der Kauf?

Auch diesen Donnerstag erscheint der neue Aldi-Prospekt mit zahlreichen Schnäppchen. Dieses Mal als Angebot ganz vorn dabei: Gin. Doch lohnt sich der Kauf?
Android-Smartphone beim Discounter im Angebot: Lohnt sich der Kauf?

Wie viel kostet eigentlich eine Hochzeit?

Im Sommer läuten bei vielen Paaren die Hochzeitsglocken. Doch vor dem großen Tag müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Hier eine Aufstellung der Ausgaben.
Wie viel kostet eigentlich eine Hochzeit?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.