Absturz der Wall Street

Kursrutsch an den Börsen - Anleger können gelassen bleiben

+
An der Wall Street ist zum Wochenstart Panik ausgebrochen. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial sackte zeitweise um knapp 1600 Zähler ab. Foto: Sven Hoppe/dpa

Böses Erwachen für viele Anleger: Die Kurse an den Börsen haben weltweit kräftig nachgegeben. Grund sind Sorgen vor steigenden Zinsen. Aber sind das wirklich schlechte Nachrichten für Aktionäre?

Düsseldorf (dpa/tmn) - Viele Anleger an den Börsen werden offenbar nervös: Nach den kräftigen Kursrückgängen an der Wall Street hat auch der deutsche Leitindex Dax nachgegeben.

"Dahinter steckt unter anderem die Angst, dass die Zinsen in den USA schneller steigen können, als bisher angenommen", erklärt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Anleger sollten sich von der aktuellen Situation nicht beeindrucken lassen: "Es gibt keinen Grund zur Panik." Solche Rücksetzer seien durchaus normal. Und die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung seien nach wie vor gut. Drei Tipps für Aktionäre: 

- Aussitzen: Wer auf sein Aktienvermögen angewiesen ist, den kann die Korrektur schmerzen. "Wenn Sie einen langen Anlagehorizont haben, können sie solche Rückschläge auch einfach aussitzen", erklärt Kurz. Langfristig entwickeln sich Aktien in der Regel positiv, wie ein Blick auf das Rendite-Dreieck des Deutschen Aktien-Instituts zeigt. Für einen Anlagezeitraum von 20 Jahren lagen die jährlichen Renditen beim Dax in der Vergangenheit im Schnitt bei rund 9 Prozent. Verluste mussten die Anleger über solche Zeiträume nicht fürchten.

- Gewinne mitnehmen: Lange Zeit ging es an den Aktienmärkten fast nur nach oben. Aber die Kurse an den Börsen entwickeln sich nicht immer nur in eine Richtung. "Viele Investoren haben mit solchen Kursrückgängen gerechnet", erklärt Kurz. "Wer schon länger dabei ist, kann jetzt die erzielten Gewinne mitnehmen", rät der Aktionärsschützer. "Das hat noch niemandem geschadet."

- Einsteigen: Vor der aktuellen Korrektur gab es viele Warnungen vor einem Crash. "Vielen Experten waren die Kurse zu hoch", erklärt Kurz. Mutige Aktionäre können nun die Gunst der Stunde nutzen und zu günstigeren Kursen einsteigen oder nachkaufen. "Allerdings wird es Ihnen vermutlich nicht gelingen, den genauen Tiefpunkt zu erwischen." Denn ein solches Market-Timing sei selbst für Profis eine Herausforderung. Bei Käufen und Verkäufen sollten Aktionäre auch immer die Transaktionskosten berücksichtigen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Rundfunkbeitrag: Streit droht zu eskalieren - ARD-Chef kontert

Dass der neue ARD-Chef eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags fordert, sorgte in den Medien für Furore. Nun droht der Streit zu eskalieren.
Rundfunkbeitrag: Streit droht zu eskalieren - ARD-Chef kontert

Spare ich mit "Wiso" mehr Geld bei der Steuererklärung 2018?

Elster-Formular, Elster-Online oder Wiso: Es gibt viele Möglichkeiten, um die Steuererklärung abzugeben. Das "Wiso steuer:Sparbuch" ist eine davon. Lohnt es sich?
Spare ich mit "Wiso" mehr Geld bei der Steuererklärung 2018?

Experte deckt auf: Darum führen Banken einen Krieg gegen das Bargeld

Viele Deutsche fürchten, dass das Bargeld schleichend abgeschafft werde. Auch der Journalist Norbert Häring. Der sieht sogar noch ein viel größeres Komplott dahinter.
Experte deckt auf: Darum führen Banken einen Krieg gegen das Bargeld

"Bares für Rares": Summe für diesen Schatz sprengt alle Erwartungen

In "Bares für Rares" stürzen sich die Händler geradezu auf einen besonderen Goldschatz. Die Verkäuferin ist verblüfft – am Ende muss sie sich die Tränen verdrücken.
"Bares für Rares": Summe für diesen Schatz sprengt alle Erwartungen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.