Außergewöhnliche Belastung

Pflegeheimkosten: Haushaltsersparnis gilt für beide Eheleute

+
Wohnen beide Ehegatten in einem Pflegeheim, kann das Finanzamt auch für beide eine Haushaltsersparnis von den Heimkosten abziehen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Die Unterbringung in einem Pflegeheim kann sehr teuer werden. Das Finanzamt beteiligt sich zwar an den Kosten. Doch es können in der Steuererklärung nicht die ganzen Ausgaben geltend gemacht werden.

München (dpa/tmn) - Kosten für die krankheitsbedingte Unterbringung in einem Alten- und Pflegeheim können in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Wird dafür der private Haushalt aufgelöst, können die Ausgaben aber nicht in voller Höhe berücksichtigt werden.

Anerkannt werden sie dann nur soweit, wie sie die üblichen Kosten für die Unterhaltung eines eigenen Haushalts übersteigen. Das Finanzamt zieht eine sogenannte Haushaltsersparnis dann von den Heimkosten ab. Diese orientiert sich am Grundfreibetrag und somit am Existenzminimum. Dabei gilt: Sind beide Ehegatten in einem Alten- und Pflegeheim untergebracht, ist für jeden der Beiden eine Haushaltsersparnis anzusetzen, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Urteil (Az.: VI R 22/16).

Im verhandelten Fall waren die verheirateten Kläger seit Mai 2013 krankheitsbedingt in einem Doppelzimmer in einem Alten- und Pflegeheim untergebracht. Einen eigenen Haushalt unterhielten sie nicht mehr. Für die Unterbringung in dem Heim, die Verpflegung und Pflegeleistungen entstanden den Eheleuten nach Abzug von Erstattungsleistungen Kosten in Höhe von etwa 27 500 Euro im Jahr. Diese Summe minderten die Eheleute um die Haushaltsersparnis für eine Person und machten den Restbetrag in ihrer Einkommensteuererklärung geltend. Das Finanzamt setzte hingegen eine Haushaltsersparnis für jeden der Eheleute an und kürzte die Aufwendungen entsprechend.

Die gegen diese Behördenentscheidung erhobene Klage wies zunächst das Finanzgericht zurück, und auch vor dem BFH hatten die Eheleute keinen Erfolg. Der entschied: Die Haushaltsersparnis ist in diesem Fall für jeden der Ehegatten anzusetzen. Denn die Eheleute seien durch die Aufgabe des gemeinsamen Haushalts beide um dessen Fixkosten wie Miete oder Zinsaufwendungen, Grundgebühren für Strom und Wasser, Reinigungsaufwand und Verpflegungskosten entlastet. Allerdings müsse die Grenze der zumutbaren Belastung auch hier stufenweise ermittelt werden, entschied der Bundesfinanzhof.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Mann findet extrem seltenen 5-Euro-Schein - das hat er vor

Münzen mit Fehlprägungen, tanzenden Sternen oder kuriose Seriennummern – auf eBay & Co. werden seltene Eurostücke als begehrte Sammlerobjekte heiß gehandelt.
Mann findet extrem seltenen 5-Euro-Schein - das hat er vor

"Bares für Rares": Peinliches Geständnis kratzt an Show-Image

Stets stehen Menschenschlagen in der Show von "Bares für Rares" an, um die begehrte Händlerkarte zu bekommen. Doch dahinter soll ein gewaltiger Schwindel stecken.
"Bares für Rares": Peinliches Geständnis kratzt an Show-Image

Jordan B. Peterson steigt in die Ratgeber-Charts ein

Jetzt wird für Ordnung gesorgt. Der bekannte Psychologie-Professor Jordan B. Peterson hat es mit "12 Rules for Life: An Antidote to Chaos" in die Charts der …
Jordan B. Peterson steigt in die Ratgeber-Charts ein

Unglaublich: Erst Reinfall, dann diese Summe in "Bares für Rares"

Mit dieser Händleraktion hat ein Verkäufer in "Bares für Rares" nicht gerechnet – am Ende fühlte er sich, als wäre er im falschen Film. Hier erfahren Sie mehr.
Unglaublich: Erst Reinfall, dann diese Summe in "Bares für Rares"

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.