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Private Geldvermögen steigen 2022 weniger schnell

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Geldscheine
Die Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland dürften einer Hochrechnung zufolge in diesem Jahr weniger stark steigen als in den vergangenen Jahren. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Die Corona-Krise hat die privaten Haushalte in Deutschland in der Summe reicher gemacht. Ganz so stark wie in den vergangenen beiden Jahren werden die Geldvermögen in diesem Jahr wohl nicht mehr zulegen. Volkswirte erwarten jedoch weiter eine relativ hohe Sparquote.

Frankfurt/Main - Die Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland dürften einer Hochrechnung der DZ Bank zufolge in diesem Jahr weniger stark steigen als in den vergangenen Jahren. Dennoch rechnet DZ-Ökonom Michael Stappel damit, dass die Marke von acht Billionen Euro überschritten wird.

In den vergangenen beiden Jahren sorgten hohe Ersparnisse der Bürgerinnen und Bürger sowie steigende Börsenkurse für einen Anstieg des privaten Geldvermögens um 6,7 Prozent beziehungsweise 8,4 Prozent binnen Jahresfrist. „In diesem Jahr dürfte sich der Vermögensaufbau mit nur noch 2,3 Prozent spürbar verlangsamen“, so die DZ-Analyse. Verantwortlich seien unter anderem Kurskorrekturen auf den Aktienmärkten infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine. Dazu kommen Probleme in den Lieferketten der Industrie sowie die erwartete Zinswende.

Sparquote wird sich normalisieren

Auch die in der Pandemie in die Höhe geschnellte Sparquote werde sich wieder normalisieren - wenn auch nicht in dem Maße, wie Anfang des Jahres zu erwarten gewesen sei, prognostiziert Stappel. „Ohne den Ukraine-Krieg hätte das Auslaufen der Corona-Beschränkungen ab diesem Frühjahr voraussichtlich zu einer Belebung des Konsums geführt, und die Sparquote wäre deutlich unter ihren langjährigen Durchschnitt gefallen. So dürfte sich die Sparquote 2022 und 2023 mit rund 10 Prozent nahe des Durchschnittsniveaus einpendeln.“

Das heißt: Je 100 Euro verfügbarem Einkommen legen die privaten Haushalte weiter 10 Euro auf die hohe Kante. 2020 erreichte die Quote mit 16,1 Prozent des verfügbaren Einkommens einen Rekord und blieb auch 2021 mit 15 Prozent auf vergleichsweise hohem Niveau.

Aus Sorge vor Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit infolge der Pandemie hatten sich viele Menschen mit Anschaffungen zurückgehalten. Zudem wurden Reisen storniert, und vorübergehende Schließungen in Einzelhandel und Gastronomie bremsten den Konsum. Nach Berechnungen der DZ Bank sparten die privaten Haushalte in den vergangenen beiden Jahren rund 200 Milliarden Euro mehr als im langjährigen Durchschnitt. Oft ließen Verbraucher überschüssiges Geld einfach auf ihrem Girokonto stehen.

Konsum wird nachgeholt

Nun wird Konsum nachgeholt. Zugleich drücken die teils extrem gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise die Sparquote. Bereits im Januar gaben in einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank mit Verweis auf die Inflation 22 Prozent der Befragten an, sie könnten nichts sparen. Seither ist die Teuerungsrate weiter gestiegen. Im April lagen die Verbraucherpreise um 7,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Mit dem Ukraine-Krieg sei der Trend zu mehr Sparen in Form von Aktien und Fonds zu einem jähen Ende gekommen, stellte der Bankenverband BVR kürzlich fest: „Zudem belastet die anziehende Inflation die Sparfähigkeit der privaten Haushalte. Entsprechend dürfte der Trend zum Wertpapiersparen im Jahr 2022 nur in gedämpfter Form anhalten.“

Nach Zahlen der Bundesbank belief sich das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im vierten Quartal 2021 auf die Rekordsumme von rund 7618 Milliarden Euro. Die DZ Bank kommt für 2021 einschließlich Organisationen ohne Erwerbszweck wie Stiftungen und gemeinnützige Vereine auf Geldvermögensbestände von rund 7834 Milliarden Euro. Berücksichtigt sind sowohl bei der Bundesbank als auch in der Auswertung der DZ Bank Bargeld und Bankeinlagen, Wertpapiere wie Aktien und Fonds sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen. Über die Verteilung der Vermögen machen weder die DZ Bank noch die Bundesbank Angaben. dpa

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