Statistisches Bundesamt

Überschuldete haben im Schnitt gut 30.000 Euro Schulden

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Leere Taschen: Arbeitslosigkeit ist Hauptursache für das Abrutschen in die Schuldenfalle. Foto: Peter Steffen

Welche Schuldenberge haben Überschuldete in Deutschland aufgehäuft? Das zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Dabei bestehen deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Wiesbaden (dpa) - Überschuldete Verbraucher in Deutschland stehen im Schnitt mit dem 28-Fachen ihres Monatseinkommens in der Kreide. Auf 30.170 Euro summierten sich nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes die Schulden von Betroffenen, die im Jahr 2017 eine Schuldnerberatungsstelle aufgesucht haben.

Am schwersten an ihrer finanziellen Last zu tragen haben nach Angaben der Wiesbadener Behörde überschuldete Verbraucher in Rheinland-Pfalz: Sie hatten im Schnitt 37.518 Euro Schulden und damit das 35-Fache ihres durchschnittlichen Monatseinkommens. Oder anders ausgedrückt: Könnte ein Betroffener sein gesamtes Einkommen zum Abtragen der Schulden einsetzen, wäre er nach 35 Monaten schuldenfrei.

Im Saarland (33.775 Euro Schulden) bräuchten Verbraucher demnach in einem solchen - hypothetischen Fall - 34 Monate, um ihren Schuldenberg abzutragen, in Nordrhein-Westfalen (36.090 Euro) wären es 32 Monate. Am geringsten belastet waren im Bundesländervergleich Menschen in Mecklenburg-Vorpommern (22.025 Euro), die im günstigsten Fall 23 Monate für den Schuldendienst bräuchten.

Eine plausible Erklärung, warum es zwischen den einzelnen Ländern so starke Unterschiede gibt, konnten die Statistiker nicht abgeben. Das durchschnittliche Monatseinkommen der Betroffenen sei in den meisten Fällen nicht der Grund: Es lag auf einem ähnlichen Niveau zwischen 925 und 1193 Euro. Hauptursache für das Abrutschen in die Schuldenfalle ist Arbeitslosigkeit.

Die Zahlen beruhen auf Angaben von 528 der rund 1400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland zu etwa 127.000 beratenen Menschen. Die Daten wurden anschließend hochgerechnet.

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