Sparen mit dem Chef

Wann sich vermögenswirksame Leistungen lohnen

+
Mitunter hilft sogar der Chef beim Vermögensaufbau: Vermögenswirksame Leistungen sind eine Zusatzleistung, die viele Beschäftigte nutzen können. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Banksparplan, Fondssparplan oder Bausparvertrag - das sind einige Optionen, wie Arbeitnehmer Vermögenswirksame Leistungen (VL) anlegen können. Doch welche Anlageform lohnt sich?

Berlin (dpa/tmn) - Zusätzlich zum Lohn oder Gehalt gibt es vom Chef ein Geldpräsent - und das Monat für Monat. Bei dem Geschenk handelt es sich um Vermögenswirksame Leistungen (VL). Das Problem: Viele Beschäftigte nutzen die VL-Leistungen nicht, erklärt Roland Aulitzky von der Stiftung Warentest in Berlin.

Aulitzky verweist auf Schätzungen, wonach über 20 Millionen Beschäftigte einen VL-Anspruch haben, es aber nur rund 13 Millionen Verträge gibt. Klar ist: Wer sich diese Sparmöglichkeit entgehen lässt, verschenkt Geld.

"Wenn es einen Zuschuss des Arbeitgebers gibt, dann liegt dieser oft zwischen 6,65 Euro und 40 Euro", sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. Die Höhe ist von Branche zu Branche und je nach Region unterschiedlich. Teilzeitkräfte erhalten den Zuschuss entsprechend anteilig.

Vorteil für Beschäftigte mit geringem Einkommen: Sie haben Anspruch auf eine Arbeitnehmersparzulage. Beantragt wird die Arbeitnehmersparzulage über die jährliche Steuererklärung.

Arbeitnehmer sollten sich in ihrer Firma erkundigen, ob es dieses Plus gibt. Falls die Antwort "Ja" lautet, dann heißt es: einen Sparvertrag abschließen und eine Bestätigung dem Arbeitgeber vorlegen. Ein Überblick über die Möglichkeiten:

- Banksparplan: Schließt der Arbeitnehmer einen Banksparplan für die VL-Leistungen ab, dann zahlt er sechs Jahre ein, ein Jahr ruht der Vertrag. "Diese Option eignet sich vor allem für sicherheitsorientierte Anleger", erklärt Scherfling. Im Fall der Insolvenz des Geldinstituts sind die Guthaben durch die gesetzliche Einlagenversicherung bis 100 000 Euro gesichert.

Neben einem Basiszins winkt am Laufzeitende in der Regel eine Prämie. Kursrisiken gibt es nicht. Allerdings ist es hier besonders wichtig, das passende Produkt auszuwählen. "Denn bei den meisten Verträgen sind die Renditen mit manchmal unter einem Prozent so gering, dass als Reiz nur der Arbeitgeberzuschuss bleibt", sagt Aulitzky.

- Wertpapiersparen: Hier sind die Rendite-Chancen am höchsten, wie Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken erklärt. Der Sparer zahlt sechs Jahre ein, ein Jahr ruht der Vertrag. "Diese Variante eignet sich für alle, die sich bewusst sind, dass es am Aktienmarkt mal auf, mal ab geht", ergänzt Scherfling. Sind die Aktienkurse nach Ablauf der sieben Jahre niedrig, kann man auf Kurserholung warten. Die Gelder sind im Falle einer Insolvenz der Kapitalverwaltungsgesellschaft als Sondervermögen geschützt.

- Bausparvertrag: Bei dieser VL-Sparoption gibt es kein Ruhejahr, die Beiträge werden sieben Jahre lang gezahlt. "Für Renditejäger ist ein Bausparvertrag nicht attraktiv, die Rendite liegt unter einem Prozent", sagt Aulitzky. Für Geringverdiener kann sich aber ein VL-Bausparvertrag rechnen, da sie unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine staatliche Wohnungsbauprämie haben.

- Tilgungsoption: VL-Beträge können auch dazu verwendet werden, bereits vorhandene Bauspar- und Bankdarlehen zu tilgen. Dazu lässt der Kreditnehmer die VL-Zahlungen auf sein eigenes Konto überweisen. Die Bank erstellt eine Bestätigung für den Arbeitgeber, aus der hervorgeht, dass der Beschäftigte seine Beiträge zur Schuldentilgung einsetzt. "VL-Leistungen kann man sich aber auch direkt auf das Darlehenskonto überweisen lassen", erklärt Topar. Bei Bauspardarlehen ist das oft unproblematisch, da der Kreditnehmer zumeist Sondertilgungen tätigen kann. Bei laufenden Hypothekendarlehen sollte man mit seiner Bank sprechen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

"GEZ"-Urteil und seine Folgen: Das müssen Sie über den Rundfunkbeitrag wissen

Welche Folgen hat das "GEZ"-Urteil? Warum hat das Verfassungsgericht den Beitrag im Wesentlichen bestätigt? Was Sie jetzt zum Rundfunkbeitrag wissen müssen.
"GEZ"-Urteil und seine Folgen: Das müssen Sie über den Rundfunkbeitrag wissen

"Kauft Hochhäuser": Donald Trump gibt absurde Tipps, wie jeder reich wird

Sie wollen mit Sparplänen und Fonds reich werden? Vergessen Sie's! Donald Trump hat bessere Ratschläge auf Lager, wie Sie genauso reich werden wie er. Und die sind …
"Kauft Hochhäuser": Donald Trump gibt absurde Tipps, wie jeder reich wird

Haben Sie diese 50 Cent im Geldbeutel? Sie ist richtig viel wert

Null-Euro-Schein, seltene Münzen oder Fehlprägungen: Sie alle sind unter Sammlern sehr begehrt. Und wer genau hinschaut, kassiert mächtig ab.
Haben Sie diese 50 Cent im Geldbeutel? Sie ist richtig viel wert

Rund jeder Sechste kann sich keine Urlaubsreise leisten

Ferienzeit - Urlaubszeit. Viele Bundesbürger müssen aber zu Hause bleiben - aus finanziellen Gründen. Empfänger von Hartz IV müssen noch mehr beachten.
Rund jeder Sechste kann sich keine Urlaubsreise leisten

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.