Geschenk zum Einlösen

Was für Verbraucher bei Gutscheinen gilt

+
Wann und für was der Beschenkte einen Gutschein einlöst, kann er selbst entscheiden - zumindest weitgehend. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa

Für Bücher, fürs Kino oder Theater: An Weihnachten werden wieder unzählige Gutscheine verschenkt. Doch was, wenn das Geschenk nichts taugt? Oder man die Einlösung verschleppt? So ist die Rechtslage.

Berlin (dpa/tmn) - Ein Gutschein fürs Kino? Es gibt ja Streaming. Für ein Spaßbad? Viel zu weit entfernt. Für einen Theaterbesuch? Puh...

Rund drei Milliarden Euro Umsatz machen die Einzelhändler in Deutschland im November und im Dezember vor Weihnachten mit dem Verkauf von Gutscheinen. Doch so manche Karte verstaubt erst einmal in einer Schublade oder das Geschenk reizt so gar nicht.

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Wie lange ist ein Gutschein gültig?

Erstes Indiz ist das angegebene Datum. "Befristete Gutscheine sind so lange gültig, wie darauf steht", erklärt Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland (HDE). Allerdings kann eine zu kurze Frist unwirksam sein, wie die Verbraucherzentralen erläutern.

So hat das Oberlandesgericht München entschieden, dass ein Internethändler Geschenkgutscheine für einen Wareneinkauf nicht auf ein Jahr befristen darf (Az.: 29 U 3193/07). Dies benachteilige den Verbraucher unangemessen.

"Unbefristete Gutscheine gelten in aller Regel drei Jahre ab Ende des Jahres, in dem sie gekauft wurden", sagt Hertel. Gutscheine, die zu Weihnachten 2019 gekauft werden, können also bis 31. Dezember 2022 eingelöst werden. Wer einen Gutschein bereits früh kauft und erst im Folgejahr verschenkt, sollte den Beschenkten darauf hinweisen. Gilt der Gutschein nur für eine bestimmte Veranstaltung, ist das bindend.

Kann ich mir den Geldbetrag auszahlen lassen?

Wer im Geschäft nicht fündig wird oder nicht ins Kino gehen möchte, möchte sich den Betrag vielleicht auszahlen lassen. Die schlechte Nachricht dazu: Einen Anspruch darauf gibt es nicht. "Die Auszahlung des Gutscheinbetrags lehnen die Anbieter in aller Regel ab", sagt Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Zugleich rät der Rechtsexperte: "Es lohnt sich, nachzufragen. Viele Anbieter sind kulant, weil sie das Wohlwollen des Kunden wollen. Vielleicht kann man einen Gutschein für eine andere Leistung vereinbaren."

Muss ich meinen Gutschein auf einmal einlösen?

Nein. Ein Aufteilen ist in der Regel unproblematisch, erklärt Hummel. Der alte Betrag wird dann auf dem Gutschein durchgestrichen, der Kaufpreis davon abgezogen und der neue Wert eingetragen.

Auch hier gilt aber: Selbst wenn am Ende nur noch 87 Cent als Restbetrag auf dem Gutschein stehen, gibt es auf die Auszahlung eines Teilbetrags keinen Anspruch.

Muss ich draufzahlen, wenn die Leistung mittlerweile teurer ist?

Nein. "Wenn der Gutschein auf eine konkrete Leistung ausgestellt ist, dann gilt das auch", sagt Hummel. Dass der Anbieter zum Beispiel seinen Masseuren inzwischen mehr Gehalt zahlen muss oder der Fallschirmsprung mehr kostet, spielt für Verbraucher keine Rolle.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Fehler bei Steuerbescheid: Glück für Steuerzahler, Pech fürs Finanzamt

Auch beim Finanzamt kann mal ein Fehler passieren. Dass Steuerzahler dabei gut wegkommen können, zeigt ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs.
Fehler bei Steuerbescheid: Glück für Steuerzahler, Pech fürs Finanzamt

Am Monatsende pleite? Dann probieren Sie die 2-Euro-Methode - und sahnen hunderte Euro ab

Sie wollen in den Urlaub fahren oder ein neues Auto kaufen, aber sind total blank? Mit der 2-Euro-Methode sparen Sie schnell viel Geld an. So geht's.
Am Monatsende pleite? Dann probieren Sie die 2-Euro-Methode - und sahnen hunderte Euro ab

Nach der Hochzeit: Diesen Testament-Fehler sollten Sie nicht begehen

Erst die Hochzeit und kurz danach das Testament? Klingt alles andere als romantisch. Warum kinderlose Paare ihr Erbe trotzdem nach der Heirat regeln sollten.
Nach der Hochzeit: Diesen Testament-Fehler sollten Sie nicht begehen

Sparer aufgepasst: So viele Banken zahlen keine Zinsen mehr - sogar Negativzinsen?

Schlechte Nachrichten für Sparer: Viele Banken zahlen laut einem Bericht keine Zinsen mehr auf das Tagesgeldkonto. Einige würden sogar Negativzinsen fordern.
Sparer aufgepasst: So viele Banken zahlen keine Zinsen mehr - sogar Negativzinsen?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.