Branchen oder Länder?

Welche Anlagestrategien sich lohnen

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Anleger können ein breit aufgestelltes Depot mit Spezialstrategien ergänzen. Ob Branchen oder Länder muss aber jeder für sich selbst entscheiden. Foto: Alexander Heinl

SmallCaps, MidCaps, Medizin- oder Technologiebranche, Schwellenländer oder Industrienationen - Anleger können mit Fonds auf spezielle Strategien setzen. Die Chancen sind oft höher. Das gleiche gilt aber auch für die Risiken.

Düsseldorf (dpa/tmn) - Beim Geldanlegen eine satte Rendite erzielen? Ganz unmöglich ist das nicht. Aber dafür müssen Anleger höhere Risiken in Kauf nehmen.

Grundsätzlich heißt es ja immer: Geldanlage breit streuen. Wer also zum Beispiel einen weltweit gemanagten Fonds oder einen sogenannten ETF auf den MSCI World Index kauft und das Ganze mit einem Rentenfonds ergänzt, macht vieles richtig. Ein Basisinvestment lässt sich aber auch ergänzen und erweitern. Ein paar Beispiele:

- SmallCaps/MidCaps: Nebenwerte, also kleine beziehungsweise mittlere börsenorientierte Unternehmen, bieten durchaus Chancen. Allerdings unterliegen diese Aktien häufig höheren Schwankungen, vor allem, wenn sie sich auf einen Nischenmarkt konzentrieren. "Auf der einen Seite können neue Aufträge oder eine positive Entwicklung schnell zu einer hohen Rendite führen", sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen. Auf der anderen Seite haben Anleger ein entsprechend höheres Risiko, wenn es mal nicht so gut läuft.

- Rohstoffe: Ob Gold, Öl oder Gas - es gibt viele Möglichkeiten, in Rohstoffe zu investieren. "Möglich sind Kurs- und gegebenenfalls auch Währungsgewinne, falls der Rohstoff in einer anderen Währung wie etwa dem US-Dollar notiert ist", betont Prof. Martin Weber von der Fakultät für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim.

Lohnenswert kann zum Beispiel ein Investment in Gold ein. "Das Edelmetall ist eine Krisenwährung, deren Wert steigt, wenn alles andere fällt", sagt Dirk Ulbricht, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg. Das kann aus seiner Sicht ein Sicherheitsanker sein, falls es tatsächlich einmal zu einem Zusammenbruch des Finanzmarktes kommen sollte.

- Dividende: Aktiengesellschaften beteiligen Aktionäre an ihrem Gewinn. Allein in Deutschland schütten die Unternehmen in diesem Jahr rund 46 Milliarden Euro an Dividenden aus - so viel wie noch nie zuvor. Die Höhe der Dividende wird häufig als Indiz der wirtschaftlichen Stärke eines Unternehmens betrachtet.

"Dividenden können im Vorfeld von Anlegern nicht sicher bei den eigenen Erträgen eingeplant werden", gibt Scherfling zu bedenken. Denn wie hoch der Gewinn am Ende ausfällt, kann immer nur von Jahr zu Jahr geschätzt, nicht aber sicher vorhergesagt werden. Bei schlechter Geschäftslage kann die Ausschüttung auch gestrichen werden.

"Insgesamt ist das Geschäftsmodell der entscheidende Faktor und nicht die Höhe der Dividende", stellt Ulbricht klar. Investiert ein Unternehmen in einen erfolgreichen Wachstumskurs statt Gewinne auszuschütten, dann ist das langfristig vorteilhafter.

- Branchen: Egal ob Energie, Pharma oder künstliche Intelligenz - bestimmte Fonds bündeln Werte einer bestimmten Branche. "Branchenfonds können unter Umständen durchaus gute Renditen bringen", betont Weber.

Wer an eine bestimmte Branche glaubt, kann sein Geld so recht unkompliziert investieren. Allerdings ist auch hier das Risiko höher - nämlich dann, wenn der erwartete Boom doch nicht eintritt. "Zudem können konjunkturelle Entwicklungen, aber auch externe Ereignisse eine Branche positiv oder negativ beeinflussen - und damit auch die Rendite, die in diesem Markt erzielt werden kann", sagt Scherfling.

- Länder: Für fast alle Staaten existieren auch Länderfonds. Wer in solche Fonds investiert, partizipiert an der Wertentwicklung eines ganz bestimmten Marktes. "Hier können Chance und Risiko höher sein als bei weltweit agierenden Fonds", erklärt Weber.

ETFs auf den Deutschen Aktienindex Dax, den MSCI Deutschland oder den FAZ-Index zum Beispiel haben sich in den vergangenen fünf Jahren gelohnt: Bei allen drei lag die Wertentwicklung bei rund 9 Prozent pro Jahr. Wer aber nur auf einzelne Länder setzt, verzichtet zugleich auf die Vorteile, die die weltweite Anlagen zu bieten haben.

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