Steuer-Rat

Zweitwohnung in der Elternzeit steuerlich geltend machen

+
Eine berufliche Zweitwohnung kann unter Umständen auch während der Elternzeit steuerlich geltend gemacht werden. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Wer aus beruflichen Zwecken eine Zweitwohnung unterhält, kann Steuern sparen, indem er die Miete als Werbungskosten anführt. Doch gilt dieser Vorteil auch in der Elternzeit? Mit dieser Frage beschäftigt sich nun der Bundesfinanzhof.

Berlin (dpa/tmn) - Arbeitnehmer können die Kosten für ihre Zweitwohnung am Beschäftigungsort auch dann von der Steuer absetzen, wenn diese temporär gar nicht genutzt wird. Allerdings müssen sie dies überzeugend begründen.

"Der Arbeitnehmer sollte aber gute Gründe haben, warum es sich trotzdem um beruflich bedingte Kosten handelt", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg ließ beispielsweise eine Elternzeit als Grund gelten (Az.: 3 K 3278/14).

Im konkreten Fall zog die Klägerin nach der Geburt ihres Kindes zu ihrem Lebensgefährten in einen anderen Ort. Die von der Klägerin am Beschäftigungsort unterhaltene Zweitwohnung wurde auch während ihrer Elternzeit nicht aufgegeben, da in dem Ort ein erheblicher Wohnungsmangel herrschte und die Miete der Zweitwohnung preisgünstig war. Aufgrund ihres unbefristeten Arbeitsvertrages stand für die Klägerin fest, dass sie nach der Elternzeit ihre bisherige Tätigkeit wiederaufnehmen werde. Die Klägerin machte die Kosten deshalb in ihrer Einkommensteuererklärung geltend.

Zu Recht, wie das Finanzgericht entschied. Die Richter gewährten den Werbungskostenabzug, weil die Klägerin die Wohnung aus beruflichen Gründen vorhielt. Bei einer Neuanmietung nach der Elternzeit hätte die Klägerin ansonsten mit Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche und höherer Miete rechnen müssen. Gegen das Urteil hat das Finanzamt aber Rechtsmittel eingelegt. Deshalb ist das Verfahren nun beim Bundesfinanzhof (BFH) anhängig (Az.: VI B 69/17).

Betroffene Steuerzahler, die ihre Zweitwohnung am Beschäftigungsort ebenfalls vorübergehend nicht nutzen, diese aber aus beruflichen Gründen behalten, können die Kosten dafür in der Steuererklärung ansetzen. Akzeptiert das Finanzamt dies nicht, sollte Einspruch eingelegt und das Ruhen des Verfahrens beantragt werden. Der Fall bleibt dann bis zu einer abschließenden Entscheidung offen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Wie bei "Bares für Rares": Seltene Uhr sorgt für Aufsehen

Ein Rentner ließ eine uralte Uhr in einer US-amerikanischen Trödel-Show schätzen - und ging am Ende als reicher Mann nach Hause.
Wie bei "Bares für Rares": Seltene Uhr sorgt für Aufsehen

Kurzzeitversicherungen bieten oft zu wenig Schutz

Versicherungsschutz ist wichtig. Deswegen wollen viele Verbraucher auf ihn auch bei kurzen Events wie einer Busreise nicht verzichten und schließen Mini-Policen ab. Doch …
Kurzzeitversicherungen bieten oft zu wenig Schutz

Kleine Backöfen: Heißluft-Fritteusen im Test

Heißluft-Fritteusen im Test von AllesBeste.de: Frittieren ohne Öl ist gesünder, der Geschmack ist aber nicht so gut wie mit einer Fett-Fritteuse.
Kleine Backöfen: Heißluft-Fritteusen im Test

"Finanztest": Gas für Neukunden so günstig wie lange nicht

Die Tarife der Gasanbieter unterscheiden sich zum Teil sehr. Deswegen kann sich ein Wechsel lohnen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lässt sich besonders viel Geld sparen - …
"Finanztest": Gas für Neukunden so günstig wie lange nicht

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.