Pistazie, Haselnuss, Walnuss

Sie lieben Nuss-Eis? Bei manchen Eiscafés bekommen Sie nicht das, was draufsteht

Leckeres Nuss-Eis aus dem Eiscafé? Bei vielen Herstellern ist Vorsicht geboten.
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Leckeres Nuss-Eis aus dem Eiscafé? Bei manchen Herstellern ist Vorsicht geboten.

Viele Genießer lieben Nuss-Eis. Aber wussten Sie, dass die meisten Sorten kaum echte Nüsse enthalten? Die traurige Wahrheit lesen Sie hier.

Der Sommer ist da, die Sonne scheint, die Eiscafés haben endlich wieder geöffnet. Was ist Ihre Lieblingseissorte? Schoko, Vanille*, Joghurt oder vielleicht eine Nusssorte? Pistazie, Haselnuss oder Walnuss: Nuss-Eis ist bei vielen Verbrauchern beliebt. Doch das Erschreckende: Viele Eissorten, die von Eiscafés als Nuss-Eis verkauft werden, enthalten keine Nüsse, manche nicht einmal das entsprechende Aroma. Das NDR-Verbrauchermagazin Markt hat in Stichproben mehrere Nuss-Eissorten aus Eiscafés im Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: Bei vielen wird geschummelt.

Nuss-Eis oft aus Fertigprodukten mit Aromen

Zur Herstellung von Nuss-Eis sollte man wissen: Es gibt die Leitsätze für Speiseeis des Deutschen Lebensmittelbuches. Dort ist festgelegt, dass der Nussanteil bei fünf Prozent liegen muss, außerdem muss der Geschmack deutlich wahrnehmbar sein. Anders sieht es schon bei „Eis mit Nussgeschmack“ aus: Hier müssen gar keine Nuss-Bestandteile enthalten sein, der Geschmack kommt meistens durch die Zugabe von Aromen zustande. Viele Eiscafés arbeiten mit Fertigprodukten, anstatt das Eis mit natürlichen Zutaten, also in diesem Fall z. B. reinem Mark aus Nüssen oder Pistazien, selbst herzustellen.

Auch lecker: Für dieses sahnig-cremige Eis brauchen Sie nur drei Zutaten - und keine Eismaschine.

Eis im Check: Pistazieneis enthält fast nie Pistazien

Vor allem Pistazieneis entspricht laut Markt häufig nicht den Anforderungen. Für diese Sorte gibt es zwar keine Vorschriften in den Leitsätzen. Wie die Vorsitzende der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission Birgit Rehlender aber berichtet, müsse rein lebensmittelrechtlich auch bei Pistazieneis drin sein, was drauf steht: „Und es muss auch danach schmecken.“ Bei den von Markt untersuchten Pistazieneissorten stammte in 90 Prozent der Fälle das Aroma nicht aus Pistazien, sondern wurde zugesetzt. Teilweise fanden sich sogar Aromastoffe, die in der EU für Lebensmittel gar nicht zugelassen sind. Zudem wird das Eis auch grün gefärbt.

In einer Probe wurde besonders viel Benzaldehyd gefunden: ein Stoff, der nach Bittermandel und Marzipan schmeckt, obwohl das mit dem wahren Geschmack von Pistazien nichts zu tun hat. In diesem Fall ist eigentlich weder die Bezeichnung „Pistazieneis“ noch „Eis mit Pistaziengeschmack“ erlaubt. Auch bei Walnuss- und Haselnusseis entdeckte Markt viel zugesetztes Aroma.

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Gutes Nuss-Eis erkennen: Das können Verbraucher tun

Was können Sie als Verbraucher jetzt tun, um gutes Nuss-Eis in Ihrem Eiscafé zu erkennen? Leider gibt es diesbezüglich keine gute Nachricht: Ihre Möglichkeiten sind begrenzt. Bei lose verkaufter Ware müssen Zutaten grundsätzlich nicht angegeben werden, wie Markt berichtet. Sie können natürlich beim Personal im Eisladen nachfragen – doch ob sie dort eine ehrliche Antwort erwarten können, ist fraglich. Was also tun? Sie können Ihr Lieblingseis auch selber herstellen. Ein Rezept für leckeres Speiseeis, das Sie beliebig variieren können, finden Sie hier. (mad) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Quelle: Markt

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Lebensmittel, die alle ständig verwechseln: Kennen Sie den Unterschied?

Lauch (Porree) und Frühlingszwiebeln (Lauchzwiebeln) sehen ähnlich aus, sind aber verschiedene Gemüse.
Lauch und Porree sind dasselbe, genauso wie Frühlings- oder Lauchzwiebeln dassele Gemüse bezeichnen. Auch wenn Frühlingszwiebeln wie eine Mini-Version von Lauch aussehen, sollten Sie sie in Rezepten nicht verwechseln. Lauch ist eher für Suppen und zum Kochen geeignet, während kleine Frühlingszwiebeln auch roh in Salaten oder als Garnitur verwendet werden können. © Moradoheath/imago-images
Natron ist nicht 1:1 mit Backpulver ersetzbar.
Natron oder Backpulver: Mit beiden Zutaten geht Teig gut auf. Dennoch sind sie nicht 1:1 austauschbar. Wenn in amerikanischen Rezepten von Baking Soda die Rede ist, ist Natron gemeint. Natron alleine braucht bei der Teigzubereitung noch eine Zutat mit Säure, um reagieren zu können. Deshalb finden sich in Backrezepten mit Natron etwa saure Sahne, Buttermilch oder Joghurt. Sie sollten also nicht beliebig Natron und Backpulver austauschen beim Backen.  © Coprid/imago-images
Symbolbild zum Thema Kuchen backen: Backpulver wird zum Mehl in einem Sieb in einer Rührschüssel gegeben.
Natron ist zwar auch in Backpulver enthalten, dieses enthält aber auch Stärke und Säure, um seine auflockernde Wirkung zu entfalten.  © Petra Schneider-Schmelzer/imago-images
Mandarine oder Clementine? Das ist hier die Frage.
Mandarinen und Clementinen sind beides Zitrusfrüchte in einer handlichen Größe. Doch Synonyme sind sie nicht. Mandarinen sind die Ursprungsfrüchte aus China. Sie haben eine runde Form, Kerne und eine lose Schale. Clementinen sind ein wenig flacher, haben weniger Kerne und eine dünnere Schale, wodurch sie schwerer zu schälen sind. © imago-images
Pizza mit Rucola
Rucola ist kleiner als Löwenzahn. Spätestens beim Geschmack werden Sie auch einen Unterschied bemerken: Rucola ist milder ... © Rachel Annie Bell/imago-images
Aus Löwenzahn lässt sich gesunder Tee kochen.
... während die dicken Blätter des Löwenzahns sehr bitter schmecken und deshalb meist gegart werden. © Madeleine Steinbach/imago-images
Schmand-Becher von Tegut.
Saure Sahne und Schmand haben eine ähnliche Konsistenz: cremig und fest. Schmand schmeckt milder, ist weniger säuerlich und die löffelfeste Variante von ... © Rüdiger Wölk/imago-images
Dip mit Speisequark, Schmand.
... saurer Sahne, die wiederum mehr Fett enthält. Beides eignet sich zum Verfeinern von Saucen oder zum Backen. © imago-images
Blaubeeren oder Heidelbeeren.
Blaubeeren oder Heidelbeeren: Die europäische Wald-Heidelbeere hat kleinere Früchte mit dunklem Fruchtfleisch, die nordamerikanische Blaubeeren (auch Kultur-Heidelbeeren) hingegen sind größer und haben helles Fruchtfleisch. © Kantaruk Agnieszka/imago-images
Ein Bündel Bärlauch
Vorsicht, wenn Sie im Frühjahr gerne selbst Bärlauch sammeln gehen! Achten Sie darauf, die richtigen Blätter zu pflücken. Die sehen denen von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen nämlich sehr ähnlich, diese sind aber giftig! Ein guter Hinweis ist der knoblauchähnliche Bärlauchgeruch, wenn Sie ein Blatt zwischen den Fingern reiben. © Achim Sass/imago-images

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